Samstag, 11. April 2015

Ticino Rampage Revival Trip

Es ist nun schon 3 Jahre her seit Alex und ich mehrer Tage in Brione unterwegs waren. Damals waren wir einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnten uns bei traumhaften Bedingungen einige der geilsten Boulder des Gebiets abholen. Hier nochmal das Video von damals:


Es ist schon lustig wie die Zeit vergeht und man sich daran erinnert als hätte es auch erst vor kurzem sein können. Dises Jahr war der Plan derselbe. Da wir über Ostern nicht viel Zeit hatten, konnten wir nur die Kerntage von Gründonnerstag bis Ostermontag wegfahren. Aber wir dachten uns, dass die 5 Tage wahrscheinlich eh reichen werden, um uns komplett zu zerstören.
Aber ersteinmal ankommen. Da wir nicht wie geplant Mittwochnachts losgekommen sind und noch mit Tom eine kleine Oldschool-Trainingssession in Alex Keller machen mussten, gings halt erst an Gründonnerstag los, der ja eigentlich schon als erster Bouldertag geplant war. Großer Fehler!, denn nicht nur in Stuttagrt verliert man dann mal eben ne Stunde, sondern auch am Gottard, der uns mit mit 6km Stau begrüßte.
Das war mitunter auch der Grund warum wir uns entschieden den ersten Tag doch in Chironico zu verbringen, um wenigstens überhaupt noch etwas im Hellen machen zu können.
Die schlechteste Entscheidung war das nicht, denn so konnte Alex mit "Second Life, 8A+" schon mal die erste alte Rechnung begleichen. Die Begehung gibt es ohne viel Schnickschnack auch auf Video. Hier bitteschön :-)


Ich machte 2 gute Gos in "The Great Shark Hunt" lies den Hautfresser mit den geilen Zügen dann aber bleiben, da ich mir nicht direkt die Finger zerschneiden wollte. Es stellte sich heraus, dass dies kein Fehler war.

Endlich in Brione: genauso geiles Wetter, geilerer Fels, geilere Boulder und nicht ganz so geile Parkuhren.
Überall im Tal stehen jetzt Parkuhren die einem 10Fr pro Tag abverlangen. Mehrtages Tickets kosten 10Fr + 4Fr für jeden weiteren Tag. Die Teile fressen übrigens nur Kreditkarten und Münzen. Mit Scheinen kommt man also nicht weit und Wechselgeld spucken die Dinger auch nicht aus. 
Aber das ist wohl mittlerweile der Preis dafür, dass das Tal zunehmend überlaufen wird und das natürlich nicht nur von Boulderern. Vor allem wird der Ort von dicken Bonzenkarren zugeparkt, deren Fahrer sich erst über die Schönheit des Tals freuen und dann unter den nächstbesten Block scheißen! Nie wieder an Ostern ins Verzasca-Tal! 

Zuviel Aufregung ist nicht gut für den Blutdruck, deshalb nun zum Bouldern. Nachdem ich die ersten Tage immer an irgendwelchen letzten Zügen gefallen bin und eigentlich schon am Samstag wegen totaler Plättung so etwas wie meinen ersten Restday in einem Boulderurlaub machen wollte, wendete sich das Blatt.
Nach eine enttäuschenden Fahrt ans "Heritage", der leider komplett gespült war, gings wieder zurück nach Brione, wo wir abends dann noch "Entwash, 8A" probierten. Der Boulder konzentriert sich schwierigkeitstechnisch zwar auf die ersten 3 Züge, bleibt aber mental anspruchsvoll, da ein späterer Sturz auch gleichzeitig bedeuten würde, dass man sich wahrscheinlich wie unser Crashpad zuvor 8m tiefer im Flussbett wiederfindet. Testen wollten wir das nicht, weshalb ich dann auch nicht mehr loslies, nachdem die untere Crux geschafft war. 

Ab jetzt gings dann aufwärts. Am nächsten Tag mussten zwischen den Versuchen in "Vecchio Leone, 8B" und "General Disarray, 8B" die Boulder "Ponk, 8A", "Wie im Urlaub, 7C+" und "Pause Cervelas, 7C+" dran glauben. 
Ostermontag war dann der Paycheck-Day. Wir starten morgens am General und machten uns kurz im Ausstieg warm. Ein paar Gos später fand ich mich dann schon wieder an der gleichen Stelle wieder und konnte knapp in der Sonne mit "General Disarray" meinen ersten 8B Boulder im Tessin abknipsen :-)  
Aber Vecchio war ja ebenfalls knapp, also warum nicht das auch noch machen wenns schon mal läuft ;-)
Ein provisorisches Bier wurde schon mal mit in den Rucksack gepackt und dann gings wieder hoch durchs Gestrüpp an dem alten Löwen, der zumindest für mich mit "General Dissaray" zu den besten Linien im Tessin zählt. 

"Vecchio Leone, 8B"
 
Mit dem besonderen Ansporn des Belohnungsbiers im Rucksack fielen mir die Züge gleich etwas leichter und so rutsche mein Daumen bei einem Go auf einen Kristall auf der Zange, den ich so vorher noch nicht in der Hand hatte. Plötzlich konnte ich die Zange verdichten und an die Doppelleiste ziehen. Beim Ausstieg gab es dann zwar Abzüge in der B-Note, denn den Standard-Schwimmbad-Ausstieg habe ich mich irgendwie nicht getraut, aber oben ist oben und so bekam der Trip für mich einen Abschluss, den ich mir so nie vorgestellt hätte. 
Da waren mir dann auch die 4 Stunden Verzögerung bei der Rückfahrt egal ;-)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen