Sonntag, 24. August 2014

powerplaying

21. August 2014. Ich schreibe das Datum hier nur nochmal hin, um zu betonen: wir haben eigentlich Spätsommer! Zumindest sollten wir das haben. 
Seit 3 Wochen nun hat sich bei Klaus und mir ein regelmäßiger Ablauf entwickelt.
Nach meinem Unimeeting dienstags abends ins Frankenjura fahren, um morgens am Tag darauf an der Burg Rabenstein früh zu starten und die 2 Stunden ohne Sonne im "Microchips direkt, 8b" auszunutzen, die Klaus jetzt schon eine eine ganze Weile probiert. Ich mache mich dann in den leichteren Touren warm, um später am Zwergenschloss "Powerplay, 8c"
zu probieren. Mittlerweile nun seit einem Jahr. Irgendwie hat es nie so richtig gepasst. Mal war es zu warm dann waren wir zu schwach oder halt beides zusammen.
Diesen Mittwoch war es irgendwie anders. Wohlgemerkt wir haben August. Es hatte 15°C Tageshöchsttemperatur und Wind. Was bitte ist denn mit dem Sommer los? Wenn auch kein Strandwetter, dann wenigstens ideale Grundvoraussetzungen um seine Projekte zu knipsen.

10:00 Uhr, Burgrabenstein:
Klaus hängt wie immer die Exen ins "Microchips direkt" und ich klettere einen Warm-Up. Ohne Erwartungen macht Klaus seinen ersten Versuch und hält plötzlich den rechten Sloper, kann seinen linken Fuß hochsetzen, Weiterschnapper links, nun nur noch Füße umstellen um den Umschnapper für rechts anzusetzen und den letzten schweren weiten Zug einzuleiten. Leider verpasste er das rechte Loch und sein bis dato bester Go endete im Seil.
Auf meine Frage hin, ob er den weiten Zug nicht auch von dem schlechten Griff (erster rechter Sloper) aus einleiten könnte, probierte er es und es schien tatsächlich zu klappen.
Also nochmal pausieren. Die Sonne lugte aber mittlerweile auch schon ums Eck, so dass man die Tour eigentlich gar nicht mehr probieren konnte. Nicht weil es zu warm wurde, sondern weil man das Gefühl hatte zu erblinden, wenn man es auch nur wagte auf die Griffe rechts um die Kante zu schielen. 
Klaus stieg trotzdem ein und während er im Nohand unter Crux stand, sah auch er keine Chance und wollte nur noch Züge einschleifen. Plötzlich jedoch verdunkelte sich der Himmel und Wind kam auf. Entschuldigt bitte die Dramatik aber eine dicke Wolke reicht auch manchmal aus um neue Hoffnung aufkommen zu lassen ;-)
Diesmal liefen die Züge noch flüssiger und wieder hielt der linke Sloper. Nun der Versuch mit der neuen Beta: Linken Fuß positionieren, schnappen und halten. Gerade so blieb Klaus mit den Fingerspitzen am Zielgriff kleben. Jetzt nur nichts mehr anbrennen lassen, denn bis zum Top wartet auch noch ein solider 9er. Ein bisschen wackelig arbeitet sich Klaus über die letzten Meter und klippte die Kette. Geil, so kann doch ein Frankentrip beginnen. Also weiter ans Zwergenschloss.

Nun war ich an der Reihe. Exen hochhängen und den ersten Versuch wagen. Leider bekam ich den Untergriff in der Gufel nur mit drei Finger und mit denen nicht mal richtig. Den Ägypter setzte ich trotzdem an, obwohl ich eigentlich wusste, dass ich niemals bis zum Zwischengriff kommen würde, von dem man den Untergriff nachsortieren kann. Naja, wieder mal ein 100%-Tag aber keinen Saft auf den Fingern. Irgendwie fühlte ich mich schwach und so endeten auch Versuch zwei, drei und vier alle im Untergriff; mal mit Ägypter mal ohne. Wird wahrscheinlich wieder nichts. Aber auch wie Klaus wollte ich wenigstens die Züge nochmal spulen und abbauen musste ich ja auch noch.
Nache einer Stunde Pause stieg ich nochmal ein. Der Grip war die ganze Zeit vorhanden. Es lag also nur an mir. Diesmal erwischte ich den Untergriff satt, Ägypter setzen passt, Zwischengriff check und nun Vollgas zum Sloper. Mit Zeige- und Mittelfinger blieb ich hängen und konnte ihn nachsortieren. Geil! Jetzt nur noch die letzten schweren Meter machen. Die Züge bis zur ersten Kelle waren ja auch nicht geschenkt. Völlig gepumpt schaffte ich die Leistenzüge gerade noch so und war gedanklich schon durch. Großer Fehler, denn beim Zug in die Kelle poppt plötzlich mein rechter Fuß vom Tritt. Dieser war zwar poliert aber damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Ja und weg war ich. Ich hätte in die Kelle hineinbeißen können, aber mit dem rechten Fuß gings dann auch abwärts und ich hatte mir wohl die knappeste Nichtbegehung aller Zeiten gesichert.

18:30: Nach einer weiteren Pause setzte ich einen letzten Versuch. Einmal geht noch dachte ich, obwohl mittlerweile alles platt war und mich nun das 8. Mal für den Tag eingebunden hatte.
Wieder traf ich den Untergriff perfekt und nun lief auch der Zug an den Sloper irgendwie solider.
Dafür war ich ungefähr 3mal so gepumpt wie im Versuch zuvor. Egal jetzt durch. Jetzt oder nie! Diesmal hielt der Fuß und obwohl meine Finger schon aufgehen wollten erreichte ich den Henkel.
Nach ein paar Minuten schütteln setzte ich die letzten Meter an und klippte den Umlenker.
Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet. Besser konnte der Tag für uns gar nicht enden :-)
Ein paar Bilder (Thomas Breuer) gibts auch, zwar schon ein paar Tage älter, aber besser als nichts:


Gefeiert wurde der Tag natürlich mit Schäuferle und Kellerbier vom Krug. Vielleicht hatten wir an dem Abend auch ein paar Bier zuviel und vielleicht waren wir diejenigen, die an dem Abend das breiteste Grinsen in der Gaststätte auf dem Gesicht hatten. Irgendwie war uns auch egal, dass uns alle für Motorradfahrer hielten, wahrscheinlich weil wir so abgeranzt ausgeschaut haben. Aber wir dachten, das hätten wir uns verdient :-)