Samstag, 15. Februar 2014

3 Tage dem Regen entkommen: Bouldern im Bahratal

Da ich nach der Prüfung am Dienstag ein paar Tage frei hatte, wollten Pascal und ich natürlich raus an den Fels. Alex und Milena schlossen sich auch noch an, nur die Frage nach einer regenfreien Zone blieb offen.
Fontainebleau: Regen, Tessin: Regen, Frankenjura: Regen, Pfalz: Regen 
Es schien als sei es innerhalb eines Radius von 500km überall schlecht und das ohne Aussicht auf Besserung. 
Schließlich checkten wir das Wetter im Osten, genauer gesagt im Dresdener Raum und oh Wunder hier sollte es nicht regnen. Wie das Gallische Dorf schien sich diese Region dem schlechten Wetter unbeugsam entgegenzustellen. 
Da keine Auswahl bestand war das Ziel sofort klar. Es geht ins Bahratal. Da nach der Schneeschmelze die Ausstiege dort sehr lange nass bleiben beschränkten wir uns auf den uns empfohlenen Sektor Schlachthof.

Alex vor dem Schlachthof-Block
Als wir die Blöcke sahen, gab es kein Halten mehr. Kompakter Sandstein, absolut trocken, dazu blauer Himmel und das wohl drei Tage lang. 
Nach einem kuzem Warm-Up in "Wild East, 7A", dessen gechippte Löcher übrigens wieder zugespachtelt wurden, versuchten wir uns an den schweren Sachen. Alex konnte schnell den "Schädelknacker, 7C+" abknipsen, der mir allerdings den linken Knöchel und das rechte Knie mit seinen wilden Klemmhooks mehr zerknackte als angenommen, sodass ich den Bloulder leider nicht mehr probieren konnte. 
Also probierte ich "Hackfleisch, 8A", das seinem Namen alle Ehre macht und einem den rechten Zeigefinger ganz schön zermetzgert. Am ersten Tag musste ich mich jedoch geschlagen geben, konnte aber mit einem Flash von "Motivation, 7B+" den Tag noch glücklich beenden und hatte mir gerade so noch das Feierabendbier verdient. Weniger wegen der Schwierigkeit, als wegen des abartig nassen Top-Outs, bei dem der Fear-Faktor trotz halbwegs großer Griffe nicht zu unterschätzen war.
Das Hackfleisch konnte ich am zweiten Tag dann mit neuer Energie direkt im ersten Go wegknallen, um dann die gigantische Kante "Kato, 8A" zu probieren. Dieses Teil ist nicht nur optisch eine der fettesten Linien im Gebiet, sondern hat dazu auch noch geile Kompressions-Züge. 



Insgesamt kann man sagen, dass die Felsqualität von dem was wir gesehen haben wirklich bemerkenswert ist und es einfach Laune macht im Bahratal zu klettern. Das Gebiet bei Dresden ist auf jeden Fall absolut empfehlenswert, wenns überall sonst mal wieder regnet.

Gute Laune hatten wir bei den ganzen coolen Bouldern auf jeden Fall
Jede Menge Infos zu dem Spot gibt es auf: www.gulag-online.de

Besonders bedanken möchten wir uns nochmal bei Jan, der uns für die drei Tage ein Dach über dem Kopf organisiert hat. Dankeschön :-)

Mittwoch, 5. Februar 2014

Pfalzaction

Eigentlich sollte ich gerade ja an meiner Physikauswertung schreiben, allerdings habe ich festgestellt, dass ich mich viel zu leicht von diversen Dingen ablenken lasse, wie zum Beispiel ungeschnittenes Videomaterial.
Worum gehts? Nun ja, ich habe ja bereits geschrieben, dass der Pimp Legionär auf jeden Fall eine Wiederholung braucht. Da sich die Geschichte nicht von allein erledigt, mussten wir also nochmal an den Block. In Anbetracht der Tatsache, dass es die nächste Zeit nur noch regnen soll, düsten Alex, Gregor und ich gestern nochmal hin und nutzen die wahrscheinlich letzten Sonnenstrahlen dieser Woche.

Gregor checkt die Züge vom Pimp Legionär, 8A
 
Die Züge fühlten sich zwar anfangs noch etwas steif und unkoordinativ an, aber relativ schnell merkten wir, dass wir doch um eine ganze Ecke frischer waren, als nach den Versuchen im Bunga Bunga die Woche zuvor. Nach und nach liefen die Moves wieder und selbst der Aufhangler fühlte sich deutlich leichter an als angenommen.

Nachdem ich im ersten Go gleich über diesen hinauskam, jedoch leider im Riss verhungerte, war mir doch irgendwie klar, dass es an diesem Tag noch klappen könnte.
Nach einer kurzen Pause machte ich erneut einen Versuch. Diesmal hielt der Fußklemmer im Riss und ein paar Züge später stand ich oben auf dem Block im Nohand und freute mich über die wahrscheinlich erste Wiederholung des Boulders.



Aber hatte ich den Boulder wirklich sauber wiederholt? Wie ihr auf dem Video seht starteten wir an dem rausstehenden Griff im Sitzen, was uns allen am logischsten erschien. Zumindest war es ein wesentlich offensichtlicherer Start als der Hockstart an der Schuppe links im Dach, von wo aus Pascal den Boulder damals erstbeging.
Ich hörte schon die Ethikkommission schreien: "Nein, das zählt so nicht! Aber du kannst das sicher ja nochmal richtig klettern!"
Da ich darauf keinen Bock hatte und ich auch mein Gewissen bereinigen wollte, ob unser "Pimpstart" zum Pimp Legionär auch wirklich genauso schwer ist wie das Original, gab es nur einen Weg das hinauszufinden. Klar, ich wollte der Ethikkommission zuvorkommen und den Originalstart von der Schuppe auch noch klettern.
Nach kurzem Auschecken, es ändern sich wirklich nur die ersten zwei Züge marginal, machte ich erneut Gos und kurze Zeit später stand ich auch mit diesem Start oben auf dem Block. GEIL !!!
Ich denke vom Grad her nehmen sich die beiden Startvarianten nichts. Das Original ist für Kurze jedoch deutlich undankbarer, da man wesentlich gestreckter ist. 
Unsere Variante dagegen startet an dem größtmöglichen Griff und konsequenterweise im Sitzen. Dadurch muss man den ersten Seitgriff von unten anlaufen, was garantiert nicht leichter ist als von Links kommend. Kann ja jetzt jeder für sich entscheiden, ob er das Original oder den Pimpstart klettert ;-)

Anschließend ging es noch zum "Lord Nelson, 7C", der uns vom Julius empfohlen wurde. 
Den Boulder konnten wir alle drei regelrecht zerlegen, sodass hier der Zustieg tatsächlich länger dauerte als das eigentliche Bouldern.
Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall, denn der Lord wartet coolen Zügen und Strukturen auf. Mit einem fetten Untergriff zieht man in ein riesiges Loch, um von dort aus an Toehooks hängend kleinste Leisten bis zu einer riesigen Schuppe, an der der Boulder topt, durchzuziehen.
Da wir doch etwas schneller waren als geplant, hatten wir auch noch etwas von der Abendsonne und unser Feierabend-Bier nach dem mehr als erfolgreichen Bouldertag auch definitiv verdient.

Sonntag, 2. Februar 2014

Bunga Bunga

Wer sich fragt was mit dem seltsam anmutenden Titel gemeint ist, der kennt noch nicht einen der geilsten Dachboulder in der Pfalz.
Während einer langen Pokerrunde im Hause Busch entschlossen wir, das sind Alex, Gregor und ich, uns am nächsten Morgen in die Pfalz aufzumachen, um eben besagten Boulder abzuknipsen. "Bunga Bunga, 8A" ist am selben Block wie der "Pimp Legionär, 8A" den wir dementsprechend nach getaner Arbeit ebenfalls noch probieren wollten.
Erstmal mussten wir aber nach Bobenheim-Roxheim, wo Alex sein Auto geparkt hatte, um seine Klettersachen abzuholen. Wer weis wo das liegt, hat auch nen Plan was für einen lustigen Knick wir von Mainz nach Johahennskreuz gefahren sind. Aber der Tag war ja noch jung und wir uns gewiss, dass wir uns an den beiden Bouldern eh völlig zerstören würden, bis die Sonne untergegangen ist.
Nachdem es bei unserem letzten Besuch wesentlich zu feucht an dem Block war, um die Sachen zu probieren, war es dieses Mal perfekt. Wir saßen bei geilen Bedingungen in der Sonne und konnten auch einfach mal nur chillen wenn wir eine Pause brauchten ohne gleich befürchten zu müssen komplett vor Kälte zu erstarren.

Hier das Video zu dem Boulder:


Anschießend probierten wir noch den "Pimp Legionär" der übrigens bis dato noch keine Wiederholung hat. Die Einzelzüger erschlossen sich uns recht schnell, allerdings bin ich glaube ich noch nie so auf die Zerreißprobe gestellt worden und das meine ich wörtlich.
Vielleicht war der Legionär an diesem Tag auch einfach zu pimp für uns, sodass wir unsere fetten Körper nicht auf den Block bewegen konnten ;-)

Samstag, 1. Februar 2014

Prilep - Was man wissen sollte (incl. Video und Topo)


Nachdem ich die letzte Zeit einige Prüfungen hatte, musste ich den Info-Post zu Prilep leider ein wenig auf Eis legen. Doch hier ist er nun und ich hoffe, dass alle wichtigen Fragen bezüglich des Boulderns in Prilep beantwortet werden. Dass die Felsqualität nicht brionesque ist, habe ich ja schon oft geschrieben. Potential für geile neue Linien gibt’s aber reichlich. Deshalb taucht der Punkt Fels hier jetzt nicht mehr auf.
Wer Infos zur Stadt haben will, der checkt bitte die entsprechende Wikipedia-Seite. Ist hier ja kein Geographiekurs ;-)


Sonnenuntergang über dem Nebel


Anreise:

Der Flughafen in Skopje, Mazedoniens Hauptstadt wird regelmäßig von den größeren Airlines angeflogen, wobei wir mit Austrian Airlines gute Erfahrungen gemacht haben.
Reisezeit und Preis stehen hier in einem guten Verhältnis. Die meisten Flüge, die man sonst findet haben leider oft sehr große Aufenthaltszeiten.
Wenn man über Wien fliegt, sollte man aber trotzdem fast eine Stunde extra einplanen, da es hier auch vorkommen kann, dass eine zweite Sicherheitskontrolle durchgeführt führt, was ordentlich Zeit kosten kann.
Crashpads waren kein Problem und wurden ohne Aufpreis angenommen, wenn man sein übriges Reisegepäck im Inneren verstaut und das maximale Gewicht von 23kg nicht überschreitet.
Preislich gibt es je nach Saison Flüge (inkl. Rückflug) ab 200 Euro. Die Reisezeit beträgt ca 4-5 Std. Je nach Zwischenstopps muss man aber auch mehr einplanen.

Mit dem Mietwagen fährt man dann noch mal ca. 1,5 Stunden nach Prilep.
Auf Mazedoniens Autobahnen ist Maut fällig, die ist allerdings mit ca. 2 Euro je Teilstrecke eher überschaubar :-)

Alternativ kann man für 50 Euro auch mit dem Taxi nach Prilep fahren.

Einreise:

War entgegen vieler Meinungen auf diversen Homepages auch ohne Reisepass kein Problem.
Der deutsche Personalausweis reicht völlig aus.

Währung:

In Mazedonien zahlt man mit Denar, wobei ungefähr gilt: 60D=1€

Unterkunft:

Man kann beim Local Hristo für 10€/p.P/Nacht wohnen. Die Wohnung ist sehr gemütlich, hat 3 Schlafzimmer + Küche und Bad. Mit mehr a la 6 Personen wird’s aber relativ eng.
Im Preis mit enthalten ist eine Führung durch die bestehenden Sektoren Prileps.
Hristo ist sehr zuvorkommend, man merkt aber auch, dass das Bouldern eine der wenigen Geldgruben im Mazedonien ist. So wird er versuchen euch das ein oder andere Extra zu verkaufen (Hausschuhe, Wäsche waschen, …). Geht einfach nicht darauf ein und gut ists.
Wifi gibt’s übrigens umsonst. Ansonsten wird er euch bei allem helfen was ihr braucht.
Ein Bäcker ist gleich um die Ecke und Milch gibt’s vom Nachbarn wesentlich kostengünstiger als im Supermarkt.

Alternativ kann man auch für 12-20€/p.P/Nacht in einem der Hotels wohnen, die Prilep bietet.
Hier haben wir persönlich keine expliziten Erfahrungen gesammelt, aber gehört, dass die Preise wohl verhandelbar sind.

Einkaufsmöglichkeiten:

In Prilep gibt es mehrere kleine Supermärkte. Am „günstigsten“ ist allerdings der „Kam Market“ in der Nähe der Innenstadt. Wirklich günstig ist der Supermarkt allerdings nicht, sodass man trotz der mazedonischen Armut mit europäischen Preisen rechnen muss.
Die lokalen Kleinmärkte die überall in Prilep verstreut sind bieten Alltägliches allerdings zu einem Bruchteil des Preises an.

einer der vielen kleinen Läden

Gaststätten:

Es lohnt sich in Prilep mazedonisch essen zu gehen. In Anbetracht der Supermarktpreise ist es unwirtschaftlich Fleisch selbst zuzubereiten.
So kostet das teuerste Gericht auf der Karte umgerechnet meist nur 5€.

Macedonian House:

Ambiente: ++++
Essen: +++
Preis: +++
Bonus: eigener Parkplatz

Alpha 1:

Ambiente: ++
Essen: ++++
Preis: ++++

Thai Bangkok Oriental:

Ambiente: +++
Essen: ++++
Preis: ++
Achtung: akzeptieren nur Bargeld! Haben zudem versucht uns abzuziehen und auf die Getränke jew. 10D aufgeschlagen!

Je mehr + desto besser. Beim Preis bedeuten viele + also günstiges Essen.

Bier:

Lokales Bier kommt von der Brauerei Krali Marko. Das gleichnahmige Bier (rotes Etikett) ist etwas süffiger dafür nicht ganz so kräftig im Geschmack wie „Zlaten Dab“ (schwarzes Etikett).
Beide Sorten sind in jedem Fall absolut genießbar, weshalb man nicht auf teures Importbier zurückgreifen sollte.

Kaffee:

Für Kaffeegenießer ist Prilep definitiv nicht „the place to be“. Wir haben sämtliche käuflich erwerbbaren Sorten probiert, mit dem Ergebnis, dass NUR der Espresso von „Franck“ genießbar ist.
Lasst euch nicht von den Verpackungen täuschen. Auch wenn Kaffeebohnen drauf abgebildet sind heißt das noch lange nicht, dass auch welche drin sind oder es gar nach Kaffee schmeckt bzw. riecht.

Schmankerl:

Als kleines Schmankerl gibts jetzt noch ein Online-Topo und das Video zum Trip. Bitteschön!