Donnerstag, 27. November 2014

22. Exhaus Bouldercup -----> 20.12.2014


Bald ist es wieder soweit: Der legendäre Exhaus-Cup geht in die 22. Runde.
Also stählt eure Finger, eure Körper und euren Geist, denn Geschenke gibts bekanntlich erst an Weihnachten ;-)

Hier die Fakten:
Fast 80 Boulder von beinahe leicht bis bretthart warten am Cup auf eine Begehnung.
Start der Quali ist um 11Uhr. Ihr dürft aber auch schon um 10:00 rein um euch bei einer Tasse Kaffee mental auf den Tag vorzubereiten :-) Die Qualirunde läuft nach einem Laufzettelprinzip, indem ihr eure geschafften Boulder in einen solchen eintragt und entsprechend Punkte dafür kassiert. Je schwerer der Boulder, desto mehr Punkte! Ihr könnt euch also überlegen, ob ihr viele leichtere oder wenige Bretter bouldern wollt.

Die 6 Damen und Herren, die über den Tag die meisten Punkte gesammelt haben treten dann im Finale um 19:00 gegeneinander an. Alle anderen genießen die Show und feuern natürlich ihr favoriten ordentlich an. Dazu wird natürlich Bier gereicht, damit die Atmosphäre trotz des ganzen Chalks nicht zu trocken ist :-)

Der ganze Spaß kostet wie immer läppische 15 Euro incl. krassem Exhaus-Cup-T-Shirt.

Am Ende gibt es natürlich auch ein paar Preise unserer großzügigen Sponsoren: Casper's Climbing Shop, Gebro-Verlag, Monkee, Jung, Marmot, Ocun und Climbskin

Sonntag, 24. August 2014

powerplaying

21. August 2014. Ich schreibe das Datum hier nur nochmal hin, um zu betonen: wir haben eigentlich Spätsommer! Zumindest sollten wir das haben. 
Seit 3 Wochen nun hat sich bei Klaus und mir ein regelmäßiger Ablauf entwickelt.
Nach meinem Unimeeting dienstags abends ins Frankenjura fahren, um morgens am Tag darauf an der Burg Rabenstein früh zu starten und die 2 Stunden ohne Sonne im "Microchips direkt, 8b" auszunutzen, die Klaus jetzt schon eine eine ganze Weile probiert. Ich mache mich dann in den leichteren Touren warm, um später am Zwergenschloss "Powerplay, 8c"
zu probieren. Mittlerweile nun seit einem Jahr. Irgendwie hat es nie so richtig gepasst. Mal war es zu warm dann waren wir zu schwach oder halt beides zusammen.
Diesen Mittwoch war es irgendwie anders. Wohlgemerkt wir haben August. Es hatte 15°C Tageshöchsttemperatur und Wind. Was bitte ist denn mit dem Sommer los? Wenn auch kein Strandwetter, dann wenigstens ideale Grundvoraussetzungen um seine Projekte zu knipsen.

10:00 Uhr, Burgrabenstein:
Klaus hängt wie immer die Exen ins "Microchips direkt" und ich klettere einen Warm-Up. Ohne Erwartungen macht Klaus seinen ersten Versuch und hält plötzlich den rechten Sloper, kann seinen linken Fuß hochsetzen, Weiterschnapper links, nun nur noch Füße umstellen um den Umschnapper für rechts anzusetzen und den letzten schweren weiten Zug einzuleiten. Leider verpasste er das rechte Loch und sein bis dato bester Go endete im Seil.
Auf meine Frage hin, ob er den weiten Zug nicht auch von dem schlechten Griff (erster rechter Sloper) aus einleiten könnte, probierte er es und es schien tatsächlich zu klappen.
Also nochmal pausieren. Die Sonne lugte aber mittlerweile auch schon ums Eck, so dass man die Tour eigentlich gar nicht mehr probieren konnte. Nicht weil es zu warm wurde, sondern weil man das Gefühl hatte zu erblinden, wenn man es auch nur wagte auf die Griffe rechts um die Kante zu schielen. 
Klaus stieg trotzdem ein und während er im Nohand unter Crux stand, sah auch er keine Chance und wollte nur noch Züge einschleifen. Plötzlich jedoch verdunkelte sich der Himmel und Wind kam auf. Entschuldigt bitte die Dramatik aber eine dicke Wolke reicht auch manchmal aus um neue Hoffnung aufkommen zu lassen ;-)
Diesmal liefen die Züge noch flüssiger und wieder hielt der linke Sloper. Nun der Versuch mit der neuen Beta: Linken Fuß positionieren, schnappen und halten. Gerade so blieb Klaus mit den Fingerspitzen am Zielgriff kleben. Jetzt nur nichts mehr anbrennen lassen, denn bis zum Top wartet auch noch ein solider 9er. Ein bisschen wackelig arbeitet sich Klaus über die letzten Meter und klippte die Kette. Geil, so kann doch ein Frankentrip beginnen. Also weiter ans Zwergenschloss.

Nun war ich an der Reihe. Exen hochhängen und den ersten Versuch wagen. Leider bekam ich den Untergriff in der Gufel nur mit drei Finger und mit denen nicht mal richtig. Den Ägypter setzte ich trotzdem an, obwohl ich eigentlich wusste, dass ich niemals bis zum Zwischengriff kommen würde, von dem man den Untergriff nachsortieren kann. Naja, wieder mal ein 100%-Tag aber keinen Saft auf den Fingern. Irgendwie fühlte ich mich schwach und so endeten auch Versuch zwei, drei und vier alle im Untergriff; mal mit Ägypter mal ohne. Wird wahrscheinlich wieder nichts. Aber auch wie Klaus wollte ich wenigstens die Züge nochmal spulen und abbauen musste ich ja auch noch.
Nache einer Stunde Pause stieg ich nochmal ein. Der Grip war die ganze Zeit vorhanden. Es lag also nur an mir. Diesmal erwischte ich den Untergriff satt, Ägypter setzen passt, Zwischengriff check und nun Vollgas zum Sloper. Mit Zeige- und Mittelfinger blieb ich hängen und konnte ihn nachsortieren. Geil! Jetzt nur noch die letzten schweren Meter machen. Die Züge bis zur ersten Kelle waren ja auch nicht geschenkt. Völlig gepumpt schaffte ich die Leistenzüge gerade noch so und war gedanklich schon durch. Großer Fehler, denn beim Zug in die Kelle poppt plötzlich mein rechter Fuß vom Tritt. Dieser war zwar poliert aber damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Ja und weg war ich. Ich hätte in die Kelle hineinbeißen können, aber mit dem rechten Fuß gings dann auch abwärts und ich hatte mir wohl die knappeste Nichtbegehung aller Zeiten gesichert.

18:30: Nach einer weiteren Pause setzte ich einen letzten Versuch. Einmal geht noch dachte ich, obwohl mittlerweile alles platt war und mich nun das 8. Mal für den Tag eingebunden hatte.
Wieder traf ich den Untergriff perfekt und nun lief auch der Zug an den Sloper irgendwie solider.
Dafür war ich ungefähr 3mal so gepumpt wie im Versuch zuvor. Egal jetzt durch. Jetzt oder nie! Diesmal hielt der Fuß und obwohl meine Finger schon aufgehen wollten erreichte ich den Henkel.
Nach ein paar Minuten schütteln setzte ich die letzten Meter an und klippte den Umlenker.
Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet. Besser konnte der Tag für uns gar nicht enden :-)
Ein paar Bilder (Thomas Breuer) gibts auch, zwar schon ein paar Tage älter, aber besser als nichts:


Gefeiert wurde der Tag natürlich mit Schäuferle und Kellerbier vom Krug. Vielleicht hatten wir an dem Abend auch ein paar Bier zuviel und vielleicht waren wir diejenigen, die an dem Abend das breiteste Grinsen in der Gaststätte auf dem Gesicht hatten. Irgendwie war uns auch egal, dass uns alle für Motorradfahrer hielten, wahrscheinlich weil wir so abgeranzt ausgeschaut haben. Aber wir dachten, das hätten wir uns verdient :-)







Dienstag, 15. Juli 2014

OutDoor und Outdoor

Nachdem der Rausch der vergangenen Tage etwas abgeklungen ist, dachte ich ich setze mich nochmal an den Rechner und fasse ein wenig zusammen was so passiert ist. Jan Hojer ist nun nicht nur Weltcupgesamtsieger, sondern auch deutscher Bouldermeister.
Aber irgendwie gabs gar keine Fanmeile für den Jan und auch ist nicht ganz Deutschland auf der Straße unterwegs gewesen und hat auf den Bussen getanzt. Schade eigentlich, denn der Jan hätte das mal genauso verdient wie die deutsche Fußballelf ;-) Immerhin das erste Mal überhaupt, dass ein deutscher Athlet beim Weltcup ganz oben in der Gesamtwertung stand.
Die Highlights der deutschen Meisterschaft gibts übrigens auch schon auf Video:


Aber das Kletterleben spielt sich nicht nur am Plastik ab, sondern auch am Fels. Einige Frankenprojekte standen und stehen immer noch offen ein paar andere konnte ich glücklicherweise endlich abhaken. 
Zwei Wochen durfte ich bei Nick und Nicole verbringen und es gab keinen Tag, den wir nicht irgendwie am Fels verbrachten. Einen Restday hatte ich allerdings eingeplant, an dem ich das erste Mal versuchte Kirschmarmelade zu kochen. Der Kirschbaum im Garten hing schließlich derart voll mit der kleinen roten Früchten, dass man gar nicht alle wegnaschen konnte. Nach 5 Std sammeln und entkernen - jede Kirsche musste einzeln entkernt werden, da der Entkerner nicht der aller modernste war und wir nicht auf das Fruchtfleisch verzichten wollten - war die Marmelade dann auch nach kurzem Einkochen fertig. Da es aber bis 10 hell ist gings dann abends danach doch noch an den Schwingbogen zum Ausbouldern von Misterioso einer wirklich mysteriösen Dachrissverschneidung und mit Abstand eine der kompliziertesten Klettereien, die ich im Franken probiert habe. Soviel also zur Ruhetagsplanung.
Am Ende waren es 15 Tage am Stück :-) Da ich hier niemanden mit dem täglichen Programm langweilen will, nur kurz etwas zu zwei Touren, die mir besonders viel bedeuteten, da ich diese im Frühjahr probierte und trotz zu dieser Zeit noch gesundem Finger nicht abknipsen konnte:
"Delicate News, 10" und "Meteor, 10/10+" 
Delicate News wurde in den 90ern von Thomas Fickert erstbegangen. Die Schwierigkeit der Route beschränkt sich zwar eigentlich auf einen ca. 7-Zug-Boulder, dennoch ist die Route als ganzes gesehen mehr als nur eine Schlüsselstelle, da der Einstieg mit ca 9- auch schon ganz schön fordernd ist. Zu der Crux gibt es dank Tom auch ein paar Bilder die ich nicht vorenthalten will.





Obwohl Delicate News eher das Alternativprogramm zu Powerplay war, stand die Tour doch recht weit oben auf der Wunschliste. Entsprechend freute ich mich auch als ich endlich den Umlenker klippen konnte :-)
Der Meteor fras dagegen schon im Frühjahr ganz schön an meinen Nerven. Schon Anfang des Jahres fiel ich bei den letzten Zügen der Tour ein paar Meter über der eigentlichen Crux. Und auch dieses Mal gings zwei Mal über der Crux nochmal ordentlich abwärts. Das Tolle ist, das man durch das Auslassen des Cruxclips so einen lustigen Schwung beim Stürzen bekommt, dass man eh erstmal eine Pause braucht, um sich von dem ganzen Herumpendeln zu erholen. So werden hier die Ruhephasen zwischen den Versuchen von Natur aus gegeben ;-)
Beim definitiv letzten Go des Tages, da sich Christian einen Flapper gezogen hatte und auch nicht mehr ewig bleiben wollte, kam ich wieder zu den Löchern über der Crux. Diese sind zwar ok aber halt so rund, dass man mit aufgeblähten Armen dann doch noch mal allen Willen hernehmen muss um dranzubleiben. Noch ein Zug zum Klemmschlitz ... gerettet. Jetzt nur den Ausstieg nicht versemmeln, aber alles lief perfekt und ich konnte glücklich den Umlenker klippen.

Im übrigen solltet ihr stets die Fixexen checken falls ihr auch in diese hineinstützen wollt. Im Meteor als auch im Thors Hammer mussten drei Exen entfernt werden, da diese messerscharf geschliffen waren bzw. die Bandschlinge nur noch aus ein paar Fasern bestand.

Abschließend nochmal ein herzliches Dankeschön an Nick und Nicole, die mich über die zwei Wochen aufgenommen haben :-) Es war eine tolle Zeit.

Montag, 9. Juni 2014

36°C und es wird noch heißer...

Irgendwie ist der Sommer jetzt vollends angekommen. Nunja zumindest für dieses Wochenende. Temperaturen um die 35°C lassen einem geradezu die Griffe unter den Fingern wegschmelzen.
Da ich aufgrund des Deutschlandcups in Auerbach allerdings eh im Frankenjura war und ich auch nicht gerade der passionierteste Schwimmer bin, nutzte ich Zeit noch ein wenig, um noch ein paar fränkische Perlen zu sammeln. 
Da es dieses Frühjahr extrem trocken war sind trotz des krassen Temperaturanstiegs fast alle Routen trocken. "Nautilus, 10-/10" stand als erstes auf der Liste, da ich dieses die Woche zuvor mit Pascal schon ausgecheckt hatte wir am Abend des letzten Tages aber zu platt für den Durchstieg waren. Da die Wand morgens noch im Schatten liegt, ist es zudem ein optimales Ziel für den Start. Gesagt getan: Exen hochgehangen und im Versuch darauf kurzen Prozess gemacht :-) 
Nice so kann das Wochenende starten. Später gings dann noch an die Emil-Riedl-Ged. Wand wo mit "Hattori Hanzo,11-/11" ein echter Frankenhammer steht. Da ich dem Grad jedoch nicht ganz gewachsen bin, probiere ich dort schon seit längerem "Die Fülle des Lebens wird erst erschoppet von dem der es bei seinen Wurzeln erkennt, 10". Ja die Tour hat wirklich einen so langen Namen und dieser stammt sinngemäß von einer Gedenktafel an den Heimatforscher Emil Riedl direkt nebendran.. "Hattori Hanzo", "Madonna, 11-" und die Fülle des Lebens unterscheiden sich lediglich im Ausstieg. Die krasse Dachpassage bei der man 3m in 3 Zügen überzieht haben alle gemein. Irgedwie fällt mir die Tour schwer, aber das Dach ist so extrem dass man es einfach probieren muss. Leider klappte der Durchstieg auch dieses Mal nicht, aber mal schaun wenns mal wieder kühler ist. Dann werden die Karten neu gemischt ;-)



 
Cruxsequenz der Fülle des Lebens
 
Nachdem die Quali im Deutschlandcup leider nicht ganz so erfolgreich lief wie erhofft, war der Cup schneller vorbei als erwartet. Nungut, normalerweise hätte ich mich über die stelligen Boulder sehr gefreut, allerdings verschiebt sich das Komfortgefühl an kleinen Leisten mit einem kaputten Ringband doch ein wenig in Richtung Null.
Egal die Sonne brennt und der Himmel ist blau. Rausfahren und später bei einem kühlen Bier das Finale genießen ist auch ein Plan. Mit Lars Hoffmann gings zum Schlaraffenland, wo wir beide mit "Thors Hammer, 10-" auch noch auf unsere Kosten kamen. Für alle anderen Touren am Fels wars leider viel zu warm. Aber es sollte ja noch heißer werden. 
Mit jedem Grad Temperaturanstieg hatte ich das Gefühl sinkt mein Kletterkönnen um den Selbigen.
Adam schlug für Sonntag die Burggruber Wand vor und da ich an dieser Wand noch nichts kannte außer die Namen von ein paar Klassikern gings mit Luke, Katrin und Elias auch dorthin.
Da Elias noch nicht so gut sichern kann und eigentlich überhaupt noch nicht viel kann außer rumliegen und gucken, war der Tag relativ entspannt da sich immer jemand mit dem Kleinen beschäftigtigen musste.  Auf dem Plan standen natürlich "Maud, 9" und "Die Kante, 10-" beide aus der Hochzeit der Sportkletterentwicklung. Maud die ehemals ein Boulder war und wo man auf Höhe des ersten Hakens früher abgesprungen ist (4m min und die hatten früher noch keine Pads) klettert man nun als Tour bis zu einem Nohand auf ein großes Band. Das schwerste hat man trotzdem nach dem ersten Zug hinter sich und so konnten Luke und ich uns schnell den Rotpunkt abholen. 
Die Kante links daneben zeigte sich etwas widerspenstiger. Sloper pressen bei den Temperaturen war halt echt nicht so ganz ideal, aber ich wollte da unbedingt hoch ;-)
Mit dem letzten Go des Tages rettete ich mich nach einigen vergeblichen Versuchen und Rumgeboulder nach der besten Sequenz zum großen Seithenkel beim 3. Haken. Hier darf man sich dann freuen, denn man muss nun nur noch einen 6er raussteigen. Die Tour ist definitiv ein Highlight im Frankenjura und sollte man sich mal angeschaut haben. Hier wartet alles andere als Trivialkletterei.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Buoux

Es gibt kaum ein Klettergebiet das so geschichtsträchtig ist wie Buoux. Routen wie "Rêve de Papillon", "La Rose et le Vampire", "Chouka", "La Nuit du Lezard" oder "Azincourt" sind die solchen, deren klingende Namen jeder gerne auf seiner Tickliste stehen hat. Stellte es einst in den 80er Jahren noch den Inbegriff des Sportkletterns dar, so ist es heute nur noch gering besucht. An der Qualität der Routen hat sich aber bis heute kaum etwas geändert. Lediglich "Rêve de Papillon" und "La Rose et le Vampire" haben unter Ihrem Ruhm durch enormes Abspecken etwas gelitten. Dagegen ist die Zeit an den Routen am Face Ouest, das wegen des exzessiven Besuchs und des wilden Campens in den 80ern ca 20 Jahre gesperrt war, ohne Spuren vorüber gegangen.
"Le Loir" und "Cococaline" sind dort die Aushängeschilder im Bereich 7a und mit Sicherheit die besten Seillängen die ich in diesem Grad je geklettert bin.
Charakteristisch für Buoux ist Lochkletterei, die ein wenig ans Fränkische errinnert aber abschließend noch durch filigrane Plattenmeter garniert wird. So kommte man in fast keiner Route an wackeligen Ausstiegsplatten vorbei, sodass man mit dick gepumpten Armen nach den kräftigen Metern noch mal hochkonzentriert antreten muss. 

















Chouka




Zudem sind die Grade nicht gerade geschenkt. So kann man schon auch mal aus 6b's rausfallen, obwohl man zwei Franzosengrade härter klettert. In Buoux wurden neue Grade geschaffen, was das Understatement mitbegründet. Man wollte sich halt sicher sein, dass die Routen dem Grad auch wirklich gerecht werden.
Buoux ist hauptsächlich südseitig ausgerichtet, doch gegen 15 Uhr dreht die Sonne aus einigen Sektoren raus (insbesondere: Devers und Rêve) und wandert ins Westface. Die beste Zeit ist Herbst bis Frühjahr, da es sonst nur wenig Schatten gibt.
Viele Sektoren sind zudem regengeschützt. Besonders der Bout du Monde, welcher wahrscheinlich die letzten 1000 Jahre keinen Regentropfen abbekommen hat, bietet sich an, wenns überall sonst reinläuft.
Einen wirklich aktuellen Topo gibt es nicht als Druckversion. Der letzte lokale Führer ist aus dem Jahr 2007 und hat folglich keine Infos zum Westface, da dieses derzeit noch gesperrt war. Erhältlich ist dieser für 20€ im großen Buchhandel in Apt und an der Campingrezeption vom Platz "Les Cèdres" (ebenfalls in Apt). Online findet sich allerdings ein pdf-file mit den aktuellen Neutouren und dem Westface.



Versuch in "Les mains sales"

Montag, 24. März 2014

Wir waren Helden + Summer Challenge

Nachdem ich letzten Montag leider im ersten Go den Heelhook in der Crux vom "Wir waren Helden, 8B" ausgebrochen hatte, war natürlich klar, dass ich sobald meine Klausur geschrieben war, wieder dorthin musste, um zu checken wie sich der Crux-Zug nun anfühlt; natürlich auch mit dem Ziel das Ding zu klettern.
Geändert hat sich nicht viel, doch meine Beta musste ich ein wenig umstellen. Da der vordere Teil des Hooks nun nicht mehr vorhanden war, probierte ich nun doch mal die Beta von Alex und Julius aus und angelte den Tritt schon frühzeitig mit der Spitze, um aus dem hinteren rechten Toehook den linken Fuß anschließend zu verklemmen. Dies klappte relativ gut und abgesehen davon, dass man den Schwung etwas anders koordinieren muss, ist der Zug an und für sich der selbe geblieben. 
Ich hab ja jetzt oft geschrieben, dass ich gute Bedingung hatte, aber dieser Freitag setzte allem nochmal die Krone auf. So viel Wind hatte ich an dem Boulder noch nie und auch das Topout hatte ich zuvor noch nie trocken gesehen. Da es samstags regenen sollte war der Freitag somit der letztmögliche und gleichzeitig wohl auch der perfekte Tag das Teil zu klettern. Nachdem ich den Zug nochmal neu eingeschliffen hatte machte ich auch gleich Go's von unten. 
Diese fühlten sich stets gut an und im dritten Versuch blieb ich schließlich an der Schulterleiste hängen.
Jetzt nur nicht mehr verhauen dachte ich, aber da das Topout ausnahmsweise mal nicht flutschig war wie ein alter Spülschwamm, konnte mich dieses auch nicht mehr abwerfen. Yeah! Erste 8B abgeknipst. 
Da die Sache schneller ging als erwartet gings danach noch ans Mindfreak, dessen Sitzstart ich noch offen hatte. Auf die Definition: "ohne Kante" verzichtete ich allerdings und kletterte den Start so wie es mir am logischsten erschien. An der Schwierigkeit ändert sich dadurch im Vergleich zum Stehstart nicht viel, aber im Sitzen zu starten komplettiert doch die Linie. Ich weis leider nicht wie der Erstbegeher dies bewertet hat, aber ich denke ne harte 7C+ kommt schon hin. Drunter hätte ich es nicht verkauft, aber das mag Ansichtssache sein. Ein Video von beiden Bouldern gibts auch. Ich hoffe es gefällt:



Von der RLP-Meisterschaft im Rocktown erzähl ich lieber mal nix ;-) Irgendwie hatte ich den Freitag noch in den Knochen und schied leider mit dem 11. Platz knapp aus und verpasste so das Finale der besten 10. Beeindruckend war auf jeden Fall der Sieg von Moritz Hans, der als einziger alle Finalboulder toppen konnte.
Gestern wurde die Halle dann wieder mit 100 neuen Bouldern bestückt. In wenigen Stunden startet im Rocktown nämlich die Summer Challenge bei der diese 100 Boulder zu toppen sind. Der heute startende Event ist die erste von drei Runden und endet am 11. Mai. Alle Infos hierzu gibts auf der Rocktown-Homepage. Also nichts wie hin und Boulder sammeln :-)





Dienstag, 18. März 2014

An Tagen wie diesen...

...wenn dir die Pfalz mit aller Macht mitten ins Gesicht schlägt:
Was ist passiert? Am Donnerstag steht bei mir eine wichtige Prüfung an und gestern war so gesehen der letzte mögliche Tag vor dem angekündigtem Regen "Wir waren Helden" zu klettern. So fuhr ich morgens mit Max los, um dieses Ziel abzuknipsen, bevor es die Bedingungen nicht mehr zulassen würden.
Am Block wurden wir mit abartigst guten Verhältnissen überrascht. Blauer Himmel, staubtrockener Fels und Wind der regelrecht die Matten weggepustet hat. 
Also den Ausstieg schnell nochmal checken und den Cruxzug, den Hochhacker von dem seichten Untergriff auf die rechte Schulterleiste zwei-, dreimal einspulen. Läuft, dachte ich und setzte einen Versuch von unten an. Noch halbwegs frisch kam ich am Untergriff an und sortierte diesen nochmal nach. Beim Ansetzen des Zugs gings dann aber mit einem fetten Knacken abwärts. Der linke Heelhookklemmer hat sich mit einem mal verabschiedet. In dem Moment hätte ich einfach nur laut schreien können. Um ehrlich zu sein: Hab ich auch. 
Ein gewisser Selbsthass kam zudem auch noch auf, dass ich den Hook zerstört hatte, aber es half alles nichts. Weiteres Probieren war ausgeschlossen :-(

Deshalb nochmal eine Bitte an Alle: Auf gar keinen Fall Boulder probieren, deren Griffe feucht sind.
Wenn dies der Fall ist, ist der Fels deutlich weicher als normal. Also wartet nach Regenperioden ein paar Tage ab bis ihr wieder die Griffe in die Hand nehmt, denn wie man sieht kann auch was brechen, wenn die Bedingungen perfekt sind.
Und putzt gefälligst eure Ticks weg. An allen Bouldern an denen ich zuletzt war, wurden weder die Griffe sauber gemacht noch die Ticks entfernt. Besonders schlimm wars am "Edel und Stark". Ist schon ne Schweinerei und sieht für Wanderer, Jäger etc. auch nicht gerade schön aus.

Max checkt die Züge von "Lost Highway"
Schließlich musste man die Bedingungen ja noch irgendwie nutzen und den Tag trotz des madigen Starts irgendwie genießen. Dort zeigte sich die Pfalz dann wieder von ihrer netten Seite, sodass wir uns ein wenig von dem Faustschlag am Morgen erholen konnten.




wunderschöner Sonnenuntergang

Freitag, 14. März 2014

Edel und Stark

Das Mega-Hoch der letzten Wochen neigt sich leider dem Ende zu. Heute wird wohl der letzte richtige Sonnentag, drum wollte ich gestern nochmal die Gelegenheit nutzen ein paar Moves in der Pfalz zu machen, obwohl ich eigentlich an den Schreibtisch gefesselt bin. Das wird dann halt die nächsten Tage nachgearbeitet.
Wer also heute nicht studieren, arbeiten oder sonst was machen muss, Crashpad einpacken und Bouldern fahren. Jetzt sofort ;-)
Ich will hier jetzt auch nicht mit viel Text langweilen, deshalb lange Rede kurzer Sinn:
Ziel: "Edel und Stark, 8A", terminiert am 13.03.2014, 13:50 Uhr

Ein Video gibts auch. Hier bitteschön :-)

Freitag, 7. März 2014

Haka + Leistenschild

Man kann es eigentlich gar nicht glauben was gerade wettertechnisch in Deutschland abgeht. So lange trocken und sonnig an einem Stück war es schon lange nicht mehr. Während ich Dienstags noch den Mainzer Plastiktempel mit neuen Bouldern bestückte, konnte mich tagsdrauf nichts mehr halten.

Sunshine bouldering :-)

Mittwochs gings mit Gregor zum Cannibal Corpse nach HD, wo ich zum ersten Mal den Seitschnapper von unten halten konnte, dann aber beim Zurückpendeln nach dem Sprung abtropfte. Der Versuch danach war noch besser und ich konnte den Sprung halten und die nächsten Züge, also quasi das Topout anklettern. Leider streifte ich beim Sprung leicht das Pad, weshalb ich dann loslies, mich ordentlich ärgerte, zugleich aber auch riesig freute endlich Gewissheit zu haben, dass ich den Boulder klettern kann. Jetzt heist es dann nur noch auf den richtigen Tag warten :-)
Da der rechte Ringfinger nach jedem Tag am Kannibalen aussieht, als hätte sich ein solcher daran den Hunger gestillt und ich den Finger getaped leider nicht in den Untergriff bekomme, stand tagsdrauf die Pfalz auf dem Plan. Einige schwere Boulder gibt es ja noch zu besiegen und gestern sollten es das Leistenschild und Haka sein.





Samstag, 15. Februar 2014

3 Tage dem Regen entkommen: Bouldern im Bahratal

Da ich nach der Prüfung am Dienstag ein paar Tage frei hatte, wollten Pascal und ich natürlich raus an den Fels. Alex und Milena schlossen sich auch noch an, nur die Frage nach einer regenfreien Zone blieb offen.
Fontainebleau: Regen, Tessin: Regen, Frankenjura: Regen, Pfalz: Regen 
Es schien als sei es innerhalb eines Radius von 500km überall schlecht und das ohne Aussicht auf Besserung. 
Schließlich checkten wir das Wetter im Osten, genauer gesagt im Dresdener Raum und oh Wunder hier sollte es nicht regnen. Wie das Gallische Dorf schien sich diese Region dem schlechten Wetter unbeugsam entgegenzustellen. 
Da keine Auswahl bestand war das Ziel sofort klar. Es geht ins Bahratal. Da nach der Schneeschmelze die Ausstiege dort sehr lange nass bleiben beschränkten wir uns auf den uns empfohlenen Sektor Schlachthof.

Alex vor dem Schlachthof-Block
Als wir die Blöcke sahen, gab es kein Halten mehr. Kompakter Sandstein, absolut trocken, dazu blauer Himmel und das wohl drei Tage lang. 
Nach einem kuzem Warm-Up in "Wild East, 7A", dessen gechippte Löcher übrigens wieder zugespachtelt wurden, versuchten wir uns an den schweren Sachen. Alex konnte schnell den "Schädelknacker, 7C+" abknipsen, der mir allerdings den linken Knöchel und das rechte Knie mit seinen wilden Klemmhooks mehr zerknackte als angenommen, sodass ich den Bloulder leider nicht mehr probieren konnte. 
Also probierte ich "Hackfleisch, 8A", das seinem Namen alle Ehre macht und einem den rechten Zeigefinger ganz schön zermetzgert. Am ersten Tag musste ich mich jedoch geschlagen geben, konnte aber mit einem Flash von "Motivation, 7B+" den Tag noch glücklich beenden und hatte mir gerade so noch das Feierabendbier verdient. Weniger wegen der Schwierigkeit, als wegen des abartig nassen Top-Outs, bei dem der Fear-Faktor trotz halbwegs großer Griffe nicht zu unterschätzen war.
Das Hackfleisch konnte ich am zweiten Tag dann mit neuer Energie direkt im ersten Go wegknallen, um dann die gigantische Kante "Kato, 8A" zu probieren. Dieses Teil ist nicht nur optisch eine der fettesten Linien im Gebiet, sondern hat dazu auch noch geile Kompressions-Züge. 



Insgesamt kann man sagen, dass die Felsqualität von dem was wir gesehen haben wirklich bemerkenswert ist und es einfach Laune macht im Bahratal zu klettern. Das Gebiet bei Dresden ist auf jeden Fall absolut empfehlenswert, wenns überall sonst mal wieder regnet.

Gute Laune hatten wir bei den ganzen coolen Bouldern auf jeden Fall
Jede Menge Infos zu dem Spot gibt es auf: www.gulag-online.de

Besonders bedanken möchten wir uns nochmal bei Jan, der uns für die drei Tage ein Dach über dem Kopf organisiert hat. Dankeschön :-)

Mittwoch, 5. Februar 2014

Pfalzaction

Eigentlich sollte ich gerade ja an meiner Physikauswertung schreiben, allerdings habe ich festgestellt, dass ich mich viel zu leicht von diversen Dingen ablenken lasse, wie zum Beispiel ungeschnittenes Videomaterial.
Worum gehts? Nun ja, ich habe ja bereits geschrieben, dass der Pimp Legionär auf jeden Fall eine Wiederholung braucht. Da sich die Geschichte nicht von allein erledigt, mussten wir also nochmal an den Block. In Anbetracht der Tatsache, dass es die nächste Zeit nur noch regnen soll, düsten Alex, Gregor und ich gestern nochmal hin und nutzen die wahrscheinlich letzten Sonnenstrahlen dieser Woche.

Gregor checkt die Züge vom Pimp Legionär, 8A
 
Die Züge fühlten sich zwar anfangs noch etwas steif und unkoordinativ an, aber relativ schnell merkten wir, dass wir doch um eine ganze Ecke frischer waren, als nach den Versuchen im Bunga Bunga die Woche zuvor. Nach und nach liefen die Moves wieder und selbst der Aufhangler fühlte sich deutlich leichter an als angenommen.

Nachdem ich im ersten Go gleich über diesen hinauskam, jedoch leider im Riss verhungerte, war mir doch irgendwie klar, dass es an diesem Tag noch klappen könnte.
Nach einer kurzen Pause machte ich erneut einen Versuch. Diesmal hielt der Fußklemmer im Riss und ein paar Züge später stand ich oben auf dem Block im Nohand und freute mich über die wahrscheinlich erste Wiederholung des Boulders.



Aber hatte ich den Boulder wirklich sauber wiederholt? Wie ihr auf dem Video seht starteten wir an dem rausstehenden Griff im Sitzen, was uns allen am logischsten erschien. Zumindest war es ein wesentlich offensichtlicherer Start als der Hockstart an der Schuppe links im Dach, von wo aus Pascal den Boulder damals erstbeging.
Ich hörte schon die Ethikkommission schreien: "Nein, das zählt so nicht! Aber du kannst das sicher ja nochmal richtig klettern!"
Da ich darauf keinen Bock hatte und ich auch mein Gewissen bereinigen wollte, ob unser "Pimpstart" zum Pimp Legionär auch wirklich genauso schwer ist wie das Original, gab es nur einen Weg das hinauszufinden. Klar, ich wollte der Ethikkommission zuvorkommen und den Originalstart von der Schuppe auch noch klettern.
Nach kurzem Auschecken, es ändern sich wirklich nur die ersten zwei Züge marginal, machte ich erneut Gos und kurze Zeit später stand ich auch mit diesem Start oben auf dem Block. GEIL !!!
Ich denke vom Grad her nehmen sich die beiden Startvarianten nichts. Das Original ist für Kurze jedoch deutlich undankbarer, da man wesentlich gestreckter ist. 
Unsere Variante dagegen startet an dem größtmöglichen Griff und konsequenterweise im Sitzen. Dadurch muss man den ersten Seitgriff von unten anlaufen, was garantiert nicht leichter ist als von Links kommend. Kann ja jetzt jeder für sich entscheiden, ob er das Original oder den Pimpstart klettert ;-)

Anschließend ging es noch zum "Lord Nelson, 7C", der uns vom Julius empfohlen wurde. 
Den Boulder konnten wir alle drei regelrecht zerlegen, sodass hier der Zustieg tatsächlich länger dauerte als das eigentliche Bouldern.
Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall, denn der Lord wartet coolen Zügen und Strukturen auf. Mit einem fetten Untergriff zieht man in ein riesiges Loch, um von dort aus an Toehooks hängend kleinste Leisten bis zu einer riesigen Schuppe, an der der Boulder topt, durchzuziehen.
Da wir doch etwas schneller waren als geplant, hatten wir auch noch etwas von der Abendsonne und unser Feierabend-Bier nach dem mehr als erfolgreichen Bouldertag auch definitiv verdient.

Sonntag, 2. Februar 2014

Bunga Bunga

Wer sich fragt was mit dem seltsam anmutenden Titel gemeint ist, der kennt noch nicht einen der geilsten Dachboulder in der Pfalz.
Während einer langen Pokerrunde im Hause Busch entschlossen wir, das sind Alex, Gregor und ich, uns am nächsten Morgen in die Pfalz aufzumachen, um eben besagten Boulder abzuknipsen. "Bunga Bunga, 8A" ist am selben Block wie der "Pimp Legionär, 8A" den wir dementsprechend nach getaner Arbeit ebenfalls noch probieren wollten.
Erstmal mussten wir aber nach Bobenheim-Roxheim, wo Alex sein Auto geparkt hatte, um seine Klettersachen abzuholen. Wer weis wo das liegt, hat auch nen Plan was für einen lustigen Knick wir von Mainz nach Johahennskreuz gefahren sind. Aber der Tag war ja noch jung und wir uns gewiss, dass wir uns an den beiden Bouldern eh völlig zerstören würden, bis die Sonne untergegangen ist.
Nachdem es bei unserem letzten Besuch wesentlich zu feucht an dem Block war, um die Sachen zu probieren, war es dieses Mal perfekt. Wir saßen bei geilen Bedingungen in der Sonne und konnten auch einfach mal nur chillen wenn wir eine Pause brauchten ohne gleich befürchten zu müssen komplett vor Kälte zu erstarren.

Hier das Video zu dem Boulder:


Anschießend probierten wir noch den "Pimp Legionär" der übrigens bis dato noch keine Wiederholung hat. Die Einzelzüger erschlossen sich uns recht schnell, allerdings bin ich glaube ich noch nie so auf die Zerreißprobe gestellt worden und das meine ich wörtlich.
Vielleicht war der Legionär an diesem Tag auch einfach zu pimp für uns, sodass wir unsere fetten Körper nicht auf den Block bewegen konnten ;-)

Samstag, 1. Februar 2014

Prilep - Was man wissen sollte (incl. Video und Topo)


Nachdem ich die letzte Zeit einige Prüfungen hatte, musste ich den Info-Post zu Prilep leider ein wenig auf Eis legen. Doch hier ist er nun und ich hoffe, dass alle wichtigen Fragen bezüglich des Boulderns in Prilep beantwortet werden. Dass die Felsqualität nicht brionesque ist, habe ich ja schon oft geschrieben. Potential für geile neue Linien gibt’s aber reichlich. Deshalb taucht der Punkt Fels hier jetzt nicht mehr auf.
Wer Infos zur Stadt haben will, der checkt bitte die entsprechende Wikipedia-Seite. Ist hier ja kein Geographiekurs ;-)


Sonnenuntergang über dem Nebel


Anreise:

Der Flughafen in Skopje, Mazedoniens Hauptstadt wird regelmäßig von den größeren Airlines angeflogen, wobei wir mit Austrian Airlines gute Erfahrungen gemacht haben.
Reisezeit und Preis stehen hier in einem guten Verhältnis. Die meisten Flüge, die man sonst findet haben leider oft sehr große Aufenthaltszeiten.
Wenn man über Wien fliegt, sollte man aber trotzdem fast eine Stunde extra einplanen, da es hier auch vorkommen kann, dass eine zweite Sicherheitskontrolle durchgeführt führt, was ordentlich Zeit kosten kann.
Crashpads waren kein Problem und wurden ohne Aufpreis angenommen, wenn man sein übriges Reisegepäck im Inneren verstaut und das maximale Gewicht von 23kg nicht überschreitet.
Preislich gibt es je nach Saison Flüge (inkl. Rückflug) ab 200 Euro. Die Reisezeit beträgt ca 4-5 Std. Je nach Zwischenstopps muss man aber auch mehr einplanen.

Mit dem Mietwagen fährt man dann noch mal ca. 1,5 Stunden nach Prilep.
Auf Mazedoniens Autobahnen ist Maut fällig, die ist allerdings mit ca. 2 Euro je Teilstrecke eher überschaubar :-)

Alternativ kann man für 50 Euro auch mit dem Taxi nach Prilep fahren.

Einreise:

War entgegen vieler Meinungen auf diversen Homepages auch ohne Reisepass kein Problem.
Der deutsche Personalausweis reicht völlig aus.

Währung:

In Mazedonien zahlt man mit Denar, wobei ungefähr gilt: 60D=1€

Unterkunft:

Man kann beim Local Hristo für 10€/p.P/Nacht wohnen. Die Wohnung ist sehr gemütlich, hat 3 Schlafzimmer + Küche und Bad. Mit mehr a la 6 Personen wird’s aber relativ eng.
Im Preis mit enthalten ist eine Führung durch die bestehenden Sektoren Prileps.
Hristo ist sehr zuvorkommend, man merkt aber auch, dass das Bouldern eine der wenigen Geldgruben im Mazedonien ist. So wird er versuchen euch das ein oder andere Extra zu verkaufen (Hausschuhe, Wäsche waschen, …). Geht einfach nicht darauf ein und gut ists.
Wifi gibt’s übrigens umsonst. Ansonsten wird er euch bei allem helfen was ihr braucht.
Ein Bäcker ist gleich um die Ecke und Milch gibt’s vom Nachbarn wesentlich kostengünstiger als im Supermarkt.

Alternativ kann man auch für 12-20€/p.P/Nacht in einem der Hotels wohnen, die Prilep bietet.
Hier haben wir persönlich keine expliziten Erfahrungen gesammelt, aber gehört, dass die Preise wohl verhandelbar sind.

Einkaufsmöglichkeiten:

In Prilep gibt es mehrere kleine Supermärkte. Am „günstigsten“ ist allerdings der „Kam Market“ in der Nähe der Innenstadt. Wirklich günstig ist der Supermarkt allerdings nicht, sodass man trotz der mazedonischen Armut mit europäischen Preisen rechnen muss.
Die lokalen Kleinmärkte die überall in Prilep verstreut sind bieten Alltägliches allerdings zu einem Bruchteil des Preises an.

einer der vielen kleinen Läden

Gaststätten:

Es lohnt sich in Prilep mazedonisch essen zu gehen. In Anbetracht der Supermarktpreise ist es unwirtschaftlich Fleisch selbst zuzubereiten.
So kostet das teuerste Gericht auf der Karte umgerechnet meist nur 5€.

Macedonian House:

Ambiente: ++++
Essen: +++
Preis: +++
Bonus: eigener Parkplatz

Alpha 1:

Ambiente: ++
Essen: ++++
Preis: ++++

Thai Bangkok Oriental:

Ambiente: +++
Essen: ++++
Preis: ++
Achtung: akzeptieren nur Bargeld! Haben zudem versucht uns abzuziehen und auf die Getränke jew. 10D aufgeschlagen!

Je mehr + desto besser. Beim Preis bedeuten viele + also günstiges Essen.

Bier:

Lokales Bier kommt von der Brauerei Krali Marko. Das gleichnahmige Bier (rotes Etikett) ist etwas süffiger dafür nicht ganz so kräftig im Geschmack wie „Zlaten Dab“ (schwarzes Etikett).
Beide Sorten sind in jedem Fall absolut genießbar, weshalb man nicht auf teures Importbier zurückgreifen sollte.

Kaffee:

Für Kaffeegenießer ist Prilep definitiv nicht „the place to be“. Wir haben sämtliche käuflich erwerbbaren Sorten probiert, mit dem Ergebnis, dass NUR der Espresso von „Franck“ genießbar ist.
Lasst euch nicht von den Verpackungen täuschen. Auch wenn Kaffeebohnen drauf abgebildet sind heißt das noch lange nicht, dass auch welche drin sind oder es gar nach Kaffee schmeckt bzw. riecht.

Schmankerl:

Als kleines Schmankerl gibts jetzt noch ein Online-Topo und das Video zum Trip. Bitteschön!




Dienstag, 14. Januar 2014

Bouldern in Prilep - Best of the Rest


Nachdem das alte Jahr uns vor allem mit dem „Mazedonischen Sonnenschein“ (= dichtester Nebel der Welt) beglückte, hofften wir natürlich alle darauf, dass wir im neuen Jahr davon verschont bleiben würden.
Dieser Wunsch ging zwar nicht direkt in Erfüllung, denn der allmorgendliche Einkauf beim Miniladen um die Ecke, brachte das gleiche Kondensat auf die Brille wie die Nebel-Suppe im Vorjahr, allerdings stellten wir fest, dass unser neuer Bouldersektor „Monastery“ über der Suppe liegt und mit wolkenlosem blauen Himmel aufwartete.
Dieser Zustand sollte dann auch bis zum Abflugtag des ersten Teils am 6. Januar anhalten :-)

über der Nebelsuppe von Prilep

noch nicht erschlossene Blockfelder hinter dem Kloster
Mit dem Start ins neue Jahr fielen auch die ersten Erstbegehungen wie:
„Radioactive Man, 7C“. Einer rechtsaufsteigenden Leistenlinie mit athletischen Zügen und einem fiesen Mantle am Ende, der einem noch mal alles abverlangt, was an Schub noch übrig ist, oder
„Wiedergeburt, 7A+“ die nach 3 maligem Griffausbruch abwechselnd von Axel und Jochen diverse Male erstbegangen wurde. 

Vera bei der Erstbegehung von "Publikumsjoker, 7A+"
Freude über Sonnenschein und erfolgreichen Durchstieg

Insgesamt konnten wir rund 35 Boulder in dem neuen Gebiet putzen und erstbegehen unter denen mit Sicherheit Peters „Sea of Clouds, 8A+“ noch einmal, was die Schwierigkeit und die Komplexität betrifft, heraus sticht.
Der Boulder ist relativ kompakt im Vergleich zu den meisten anderen Boulder in Prilep, mit Ausnahme eines Hörnchens, dass Peter aber geschickt auf seine Nase herausgerissen und somit zu Gunsten der Gesamtästhetik entfernt hat.
Zudem sind die vorhanden Sloperzangen in Kombination mit wenigen Tritten so weit voneinander entfernt, dass selbst Peter seine Schwierigkeiten hatte einzelne Züge zu machen, was unsere ursprüngliche Einschätzung von ~7C als falsch deklarierte.
Wir schwankten am Ende zwischen 8A und 8A+ und entschieden uns für letzteres, da der Normalboulderer nicht zwingend eine Körpergröße von 1,95m mit extrem positivem Ape-Index aufweist ;-)

Axel bei der Erstbegehung von "Golden Haze, 7B+"
 
Der neue Spot ist insgesamt aus mehreren Gründen sehr lohnend:

1.  Die Boulderqualität ist mindestens genauso gut wie in den bestehenden Sektoren, tendenziell ein wenig besser.
2.  Man kann direkt bis zu den Blöcken fahren und spart sich einiges an Zustieg.
3. Man ist meist über dem winterlichen Nebel unterwegs, hat Sonne und dazu wegen der Ausgesetztheit auch ordentlich Wind :-) 

Axel bei der Erstbegehung von "Illusion, 7A+"

Tom bei einer der ersten Wiederholungen von "Monastery, 6C"

Aktuell arbeiten wir an einem kleinen Topo zu dem neuen Spot und ein Video gibt’s demnächst auch. Wenn beides fertig ist, gibt’s auch noch mal eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Infos, die man braucht wenn man in Prilep bouldern will. (Welchen Kaffee kann man genießen? Wo kann man günstig einkaufen? Wo gibt’s das beste Sirdan? usw…)





Montag, 6. Januar 2014

Bouldern in Prilep - Tag 3 - 5

Nun mit etwas delay wegen des schlechten Wifi-Emfangs der Report zu den Tagen 3-5:


Das in Mazedonien so einiges anders ist als bei uns haben wir ja bereits geschrieben. Aber dass das auch für den Wetterbericht gilt, der eigentlich konstant gutes Wetter angezeigt hatte und wir nun seid Tagen im Nebel sitzen, wussten wir nicht.

Blöcke suchen im Nebel

Das Merkwürdige ist allerdings, dass man von den Felsen bei uns gewohnt ist, dass man bei Nebel besser nen gemütlichen Tag daheim verbringt, als raus bouldern zu gehen, da eh alles nass ist. Hier hat der Fels erstaunlicherweise trotz maximaler Sicht von 10m noch ordentlich Grip.
So verbrachten wir die Tage nicht daheim, sondern fingen an die ersten Blöcke zu putzen. 


aus 5m Entfernung war der Block kaum noch zu sehen
Aufgefallen ist uns dabei leider auch, dass wir unseren ersten Eindruck ein wenig revidieren müssen. Die Felsqualität ist nicht das, was man erwartet, wenn man die Blöcke sieht. Auch robust aussehende Griffe halten nicht das, was sie versprechen.
Blöcke gibt es viele, aber oft sind diese nicht ansatzweise von der Festigkeit, die man von Granit erwartet. Gott sei Dank trifft das nicht auf alle zu und wir haben ein paar Highlights gefunden, entrümpelt, entmoost und werden versuchen die Dinger in den nächsten Tagen erstzubegehen. Die wohl interessantesten Neuentdeckungen konnten wir bei der Treskavec Monastery machen.

Treskavec Monastery
 Hier hat es auf 1200m in einem kleinen Umfeld um das besagte Kloster einige gute Linien, die nur darauf warten geklettert zu werden. Auf dieses Gebiet wollten wir uns auch die noch kommenden Tage beschränken, da hier vor uns quasi niemand Boulder geputzt hat und somit die Eröffnung eines völlig neuen Sektors möglich war. 

erstes Auschecken von Peters Projekt nach getaner Putzarbeit

irgendwie scheint alles was an Struktur absteht früher oder später rauszureißen...in diesem Fall auf Peters Nase
Nach der ganzen Putzaction und Sucherei freuten wir uns auf das wohlverdiente Feierabendbier und die anstehende Neujahrsfeier. Es war ja schließlich der 31.12. 
Sylvester hier in Prilep wird im Stadtzentrum gefeiert, wo sich die meisten Anwohner versammeln und zu Livemusik tanzen. Von 22:00 – 2:00 Uhr spielen dann die bekanntesten mazedonischen Bands (von deren Gesang wir leider kein einziges Wort verstehen konnten) und dazu gibt es kostenlos heißen Schnaps und Tee.
Angespornt von Alkohol und Musik ließen wir uns es dann auch nicht nehmen uns einfach in die kreisförmigen Volkstänze einzureihen und mit den Prilepern das neue Jahr zu feiern.
Peter wurde einige Male versehentlich „eingekreist“, wodurch ca. 100 Prileper wie um einen Tannenbaum um ihn herumtanzten. Erst war er ein wenig irritiert, feierte aber dann in der Mitte einfach weiter. Mit unseren bunten Jacken oder vielleicht auch durch unseren Tanzstil fielen wir in dem Getümmel ganz schön auf, obwohl wahrscheinlich die ganze Stadt vor Ort war. Irgendwann schienen wir die Moves aber gut genug zu beherrschen und so luden uns dann auch ein paar ältere Herrschaften, von denen wohl einer auch mal Bergsteiger war, in ihren Kreis ein. Diese wollten natürlich alles wissen was wir hier so treiben und waren vom Bouldern auch sichtlich begeistert.
Auf jeden Fall war der diesjährige Sylvesterabend eine besondere Erfahrung für alle von uns.


In diesem Sinne: Srekna Nova Godina ! – ein frohes neues Jahr !