Sonntag, 29. Dezember 2013

Bouldern in Prilep - Tag 1+2


Für den letzten Felskadertrip im Jahr 2013 steht Prilep auf dem Plan. Die Umgebung der zweitgrößten Stadt Mazedoniens ist geradezu überfüllt mit Boulderblöcken und somit ideal, um neue Linien zu finden und erstzubegehen. So der Plan für die Tage zwischen den Jahren.
Am Abend des 26.12 gings für die meisten von uns los in Richtung Wien und von dort weiter nach Skopje.
Unser Gepäck haben wir übrigens einfach in die Crashpads gestopft, was für die Airline kein Problem darstellte obwohl alle Gepäckstücke eigentlich viel zu groß waren. Solange das Höchstgewicht nicht überschritten ist geht das wohl klar. 

Crashpadaction am Flughafen in Skopje
So kann man sich den Aufpreis für Sport oder Übergepäck auch sparen. Allerdings ist dies wohl auch ein wenig Glücksspiel. Zumindest bei uns hat es mit 11 Pads problemlos geklappt.
Durch etwas Glück und Verhandlungsgeschick bekamen unsere Mietwagen dann auch noch ein Upgrade, sodass wir anstelle unseres ursprünglichen Plans alles aufs Dach zu schnallen, unser Gepäck tetrisartig komplett in den Karren verstauen konnten. Nice.
Irgendwann gegen 3:00Uhr kamen wir schließlich dann auch in Prilep an, wo uns Hristo freundlich begrüßte und auch schon alles hergerichtet hatte.
Den ersten Tag mussten wir uns allerdings selbst zu Recht finden, da Hristo erst am Abend Zeit hatte. Wir hatten uns natürlich gleich verfahren und landeten irgendwo absolut im Off.

Offroadaction
So kann man auch die Gegend erkunden und immer in der Nähe der Blöcke rumfahren ohne wirklich anzukommen. Als die Straße schließlich komplett geflutet war, entschieden wir uns umzudrehen und uns am Abend kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch die ersten Blöcke von Hristo zeigen zu lassen.

hier war dann umdrehen angesagt
Für den darauf folgenden Tag stand weitere Boulderbesichtigung und erster Felskontakt auf dem Plan. Wir starteten mit der "Welcome Line, 7A" einem schönen Leistenschild direkt am Anfang des Blockfeldes. 

Miri in "Welcome Line,7A"
Danach schauten wir uns die Blöcke in der Umgebung an und konnten mit "Cocoon, 7A" und "Predator, 7C" auch noch zwei Classics klettern. 

Predator, 7C
Ansonsten ist unser erster Eindruck von Prilep auf jeden Fall sehr positiv. Die Menschen hier sind allesamt freundlich und sprechen meist gutes Englisch. Allerdings merkt man auch, dass Mazedonien eines der ärmsten Länder Europas ist, was gerade in den Slums echt erschreckend ist. Da kommt man sich mit der Gore-Tex Hardshell schon ganz schön blöd vor, wenn die örtliche Werkstatt die Autos auf Bierkästen aufbockt und die Menschen im Winter ohne Klamotten in Wellblechhäusern neben einem total verdreckten Flussbett hausen. 

Interessant sind hier auch die Einkaufsoptionen. Trotz der großen Armut unterscheiden sich die Supermarktpreise kaum von denen in Deutschland. Allerdings kann man bei den Einheimischen auch sehr günstig einkaufen. Hier ist die Auswahl zwar klein, aber die Qualität hervorragend, da alles direkt vom Erzeuger kommt. So ist dann auch sicher sein, dass man sein Geld an der richtigen Adresse investiert und nicht irgendeine Supermarktkette sponsort.

Der Fels hier in Prilep ist zwar nicht „brionesque“ aber kompakt und abgefahren strukturiert. Die bestehenden Boulder sind leider auch nicht alle perfekt geputzt, sodass man oft ungekletterte Linien nicht von bekannten unterscheiden kann, außer es handelt sich um einen Classic. Insgesamt gibt es hiervon aber in jedem Grad und in jedem Stil den einen oder anderen Boulder zu klettern, sodass das Gebiet für Kletterer aller Niveaus interessant ist. Die eine oder andere interessante Linie haben wir auf jeden Fall schon gefunden. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen, denn Potential zum Putzen gibt es auf jeden Fall mehr als genug.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Archivaufarbeitung ;-)

Ich bin mit dem Alex in den letzten zwei Jahren schon oft nach Heidelberg gepilgert, um zusammen "Cannibal Corpse, 8B+" zu bezwingen. Leider hat uns der Block bis jetzt immer wieder ausgespuckt. Mal weiter oben, mal ganz unten. Oben drauf standen wir noch nie, obwohl die Züge eigentlich ganz gut geklappt haben. 
Zu sporadisch und unregelmäßig hatten wir Zeit und auch noch das Glück, dass das Wetter ernsthaftes Versuchen zuließ.
Nichtsdestodrotz hatten wir ein paar der leichteren Sachen, wie die nette Platte auf der Rückseite, sowie das "Dönertier, 7A" und "Pressen net vergessen, 7B+" irgendwann einmal gefilmt. Die Tage habe ich beim Durchstöbern meiner Festplatte die Aufnahmen gefunden und mal zusammengeschnitten. Ich hoffe es gefällt :-)


"Pressen net vergessen" ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass man NIEMALS Sandsteingriffe mit nem Bunsenbrenner trocken legen sollte. Ob die Startgriffe wirklich durch das Trocknen mit einem solchen glasiert wurden, weis ich nicht, aber alles spricht dafür. Der Sandstein schmilzt oberflächlich und es entsteht eine glasähnliche Schicht, die absolut keine Reibung mehr hat. Wer Lust hat kann die Oberfläche der Untergriffe mal mit den übrigen Griffen vergleichen und versteht dann was ich meine.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Testbericht: Dmm - Dragon Cams


Erster Eindruck:

Die Dragon Cams fühlen sich trotz Doppelachse leicht an und liegen gut in der Hand. Die Torsionsfeder der Achsen hat eine ausgewogene Spannung und eine angenehme Zugkraft beim Legen der Cams.

Technisches:

Doppelachs-System, einfacher 5mm Drahtkabel-Steg mit Zytel-Ummantelung, heißgeschmiedete eloxierte Alu-Segmente, verlängerbare doppelt gelegte Dyneema-Schlinge                   
                        Größe : Gewicht / Einsatzbreite / Bruchlast (aktiv = passiv):

                        Size 00 : 75 g / 13,6 - 22,5 mm / 9kN
                        Size 0 : 85 g / 16 - 26,7 mm / 12 kN
                        Size 1 : 97 g / 20-33 mm / 14kN
                        Size 2 : 106 g / 24-41 mm / 14kN
                        Size 3 : 119 g / 29-50 mm / 14kN
                        Size 4 : 148 g / 38-64 mm / 14kN
                        Size 5 : 195 g / 50-85 mm / 14kN
                        Size 6 : 276 g / 68-114 mm / 14kN

Durch die Doppelachse gewinnt der Cam zwar geringfügig an Gewicht, allerdings wird dies durch eine größere Rissbreitenabdeckung wieder wettgemacht. Der einfache Steg sorgt für eine hohe Flexibilität. Zytel ist ein besonders widerstandsfähiger und dabei flexibler Kunststoff und schützt den 5mm Drahtkabelkern des Stegs.
Entgegen vieler Meinungen macht das Heißschmieden selbst den Cam nicht leichter. Jedoch ermöglicht der Heißschmiedevorgang kompliziertere Formen als beim Kaltschmiedevorgang.
Dadurch wiederum kann Material eingespart werden ohne die Festigkeitswerte negativ zu beeinflussen. Die Eloxierung bietet den Segmenten Schutz vor Korrosion und durch die farbliche Kodierung kann man die richtige Camgröße leicht identifizieren.


Neben den übrigen technischen Details finde ich die doppelt gelegte Dyneemaschlinge einen der praktischsten Eigenschaften der Dmm Cams. Im Gegensatz zu den Schlingen der meisten anderen Hersteller lassen sich diese nämlich entweder doppelt oder einfach klippen, sodass man leicht die Schlingenlänge ohne zusätzliche Expresssets variieren kann.
Die Größenangaben der Cams variieren zwischen den Herstellern deutlich und auch zwischen verschiedenen Cams von Dmm. Eine einheitliche Kodierung hätte meiner Meinung nach Sinn gemacht, sodass beispielsweise Size 4 der Demons grob dem Anwendungsbereich der Size 4 Dragons entspricht. Stattdessen entspricht der 4er Demon für (64-100)mm Risse eher dem 6er Dragon.

Handling:

Die Dragon Cams liegen dank Druckpunkt für den Daumen gut in der Hand. Die Torsionsfederspannung der Achsen ist im Vergleich zu früheren Modellen laut Dmm erhöht worden, was das Wandern der Cams im Riss reduzieren soll. Trotzdem sind die Achsen sehr leichtgängig.

Fazit:

Was das Handling und Verarbeitung angeht ist der Dragon absolut top. Die Doppelachs-Konstruktion sorgt für eine große Rissbreitenabdeckung und für passive Festigkeitswerte, die den Bruchlastwerten bei aktiver Belastung entsprechen.
Preislich checken die Cams zwischen 60€ (Size 0) und 75€ (Size 6) ein, womit sie leicht unterhalb der Preise der Black Diamonds C4 Cams liegen, die der Dragon-Bauart am ähnlichsten sind.