Montag, 25. November 2013

Review Exhauscup 2013 - Horror in the Attic

T-Shirt Motto 2013, Foto: Jean-Marc Winckel

Wieder einmal hieß beim diesjährigen Exhaus-Cup alles aus dem Körper rauszuholen was geht, denn geschenkt gab es nichts. Mit ca. 80 Teilnehmer war der Dachboden auch wieder ordentlich voll, aber dank dem disjährigen Umbau hatten alle genug Platz, um sich nicht gegenseitig auf die Köpfe zu springen. 

Die glücklichen Finalisten 2013, Foto: Christopher Horne
Nach 7 Stunden Leisten knallen, Sloper pressen und Löcher ziehen standen die Finalisten fest. Bei den Damen sammelten über den Tag Florence Grünewald, Alexandra Blanz, Valeria Kalenkova, Lena Lion, Kerstin Breser und die Geschwister Hanck die meisten Punkte. Irgendwie scheint es sich jedoch bei den Damen einzubürgern vor dem Finale spurlos zu verschwinden, sodass am Ende nur noch 5 Mädels am Start waren. Von diesen zeigte sich Florence im Finale am stärksten und sicherte sich somit nicht nur in der Quali sondern auch in der Gesamtwertung den ersten Platz. Die folgenden Plätze belegten bei den Damen: 2. Alexandra Blanz, 3. Lena Lion, 4. Kerstin Breser, 5. Polly Humble.

Florence Grünewald im 2. Finalboulder der Damen, Foto: Christopher Horne
Bei den Herren waren über den Tag der Amos Lehne, Christoph Gabrysch, Johannes Hoffmann, Gregor Busch, Dominik Leinenbach und Dominik Winkler am stärksten und lieferten sich einen ordentlichen Fight in den Finalbouldern. 

Christoph Gabrysch im 1. Finalboulder der Herren, Foto: Christopher Horne
Den Tagessieg sicherte sich Johannes Hoffmann knapp vor Christoph Gabrysch und Amos Lehne. Platz 4 ging an Dominik Leinenbach, Fünfter wurde Dominik Winkler und Platz 6 geht an Gregor Busch.
An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an alle Sponsoren: Casper's Climbingshop, RockPillars und Ocùn, Marmot, Sport Simons, Kleine Fluchten Trier, Bergfreunde.de, Sporthandelsagentur Rietzschel, Monkee und dem Gebro Verlag.
Im Folgenden finden sich die Vorrundenergebnisse aller Teilnehmer, die ihren Laufzettel abgegeben haben:


Etwas fraglich ist durchaus die Punktzahl vom Herrn Paul... Da wurde wohl etwas nachgeschlechtert. Boulder mit 0,5 Punkten gab es nämlich nicht ;-P

 

Sonntag, 17. November 2013

Pfälzische Wasserspiele ?!

Eigentlich hatte ich geplant das Wochenende ins Frankische zu fahren, jedoch hatte ich die Tour aufgrund der ständig wechselnden Wetterprognose platzen lassen und wollte stattdessen mal wieder was am heimischen Fels machen. Der Wetterbericht für die Pfalz sah für dieses Wochenende vielversprechend aus, doch der Blick aus dem Fenster raubte mir gestern Morgen jegliche Motivation. Nach ewigem Rumtelefonieren und Webcam checken, war ich mir dann auch sicher, dass garantiert nichts geht und gammelte mich schon wieder ins Bett. 
Hätte Georg mich nicht mit seiner unsagbaren Motivation gegen Mittag doch noch überreden können rauszufahren, hätte sich der Status Quo auch nicht geändert ;-) Um 12:30 gings also Richtung Schweinstal. Langsam stieg auch meine Motivation und als wir gegen 13:30 am Parkplatz ankamen, war es mir irgendwie egal, dass es in kurzer Zeit auch schon wieder dunkel sein würde. Schließlich machte das trockene Laub auch Hoffnung auf halbwegs vernüftige Bedingungen am Fels. Gegen jede Erwartung am Morgen war "Noon" komplett trocken. Nachdem ich mit Gregor ein paar Wochen zuvor bei eigentlich wirklich gutem Wetter wegen vollständiger Bedeckung mit Kondensat wieder abrüchen musste, überraschten mich die guten Bedingungen schon ein wenig. Allerdings zeigte sich auch, dass meine morgendliche Vermutung nicht so verkehrt war. An jedem anderen Block lief das Wasser herunter, als hätte es wochenlang durchgeregnet und das obwohl der Wald eigentlich nicht nass war. Nichtsdestotrotz hat sich der kurze Ausflug gelohnt, da wir mit "White Rabbit" und "Noon" doch noch trockenen Fels gefunden haben. 


Übrigens wenns mit dem trockenen Fels nix wird: Am Freitag wurde der linke Teil des Fear-Blocks im Dynochrom neu eingeschraubt. Da hats halt garantiert trockene Griffe und sogar dunkles Held-Bräu für nach dem Sport :-)

Donnerstag, 14. November 2013

Testbericht: Mountain Hardwear - Ghost Whisperer (Hooded) - Daunenjacke


Erster Eindruck:

Jedes Mal, wenn ich eine Jacke teste denke ich: „Leichter geht es nicht“, und doch werde ich stets eines Besseren belehrt. Die Ghost Whisperer schafft es nun mit 210g (Gr. M) das Gewicht aller bisherigen Daunenjacken mit Kapuze locker zu unterbieten. Also noch einmal: „Leichter geht es nicht.“  
(Yeti erhielt 2012 einen Design-Preis für ihre bis dato leichteste Daunenjacke mit 240g ohne Kapuze.)

Technisches:

Gewicht:                       210g (nachgewogen) , Hersteller: 212g
Außenmaterial:             Whisperer 7D x 10D Ripstop, 100% Nylon
Füllung:                        90/10 Daune/Feder – 850cuin Daune, durchgesteppte Kammern
Sonstiges:                     2 RV-Seitentaschen, einseitiger Saum-Kordelzug,
                                     lässt sich in eigener Seitentasche verstauen



Funktion und Tragekomfort:

Entwickelt wurde die Jacke in Kooperation mit Ueli Steck für Situationen, wo es auf jedes Gramm ankommt, was aber nicht bedeutet, dass man sie im Gegenzug nicht auch für minder extreme Gelegenheiten verwenden kann.
So ist die Jacke ebenso für den ganz normalen Boulder- oder Klettertag ideal geeignet, bei dem man nicht gerade die -20°C Daune dabeihaben muss. Da die Jacke wirklich nichts wiegt, fällt mir keine Situation ein, bei der sie im Gepäck stören könnte.
Ich habe die Jacke bislang bis 0°C getragen, aber bis -5°C sollte sie locker warm halten, je nach körperlicher Aktivität und persönlichem Empfinden.  
Abstriche muss man allerdings bei der Robustheit machen. Wer den Umgang mit einer Daunenjacke gewohnt ist, weis in der Regel auf was es ankommt. Hitze, Dornen, scharfe Ecken oder Ähnliches sind absolute Feinde einer solchen Jacke.
Was die Feuchtigkeit anbelangt, so ist die aktuelle Version der Ghost Whisperer zusätzlich mit einer Q-Shield Imprägnierung ausgestattet, welche die Daunen selbst versiegelt und gegen Feuchtigkeit schützt.
Das Außenmaterial ist wasserabweisend und winddicht. In den Regen sollte man sich also mit der Jacke nicht stellen. Ein paar Tropfen haben ihr bislang jedoch nichts ausgemacht.
Da die Jacke wie bereits erwähnt die leichteste ihrer Art ist, fällt sie auch als Second-Layer unter einer Hardshell kaum ins Gewicht.
Das 7D x 10D- Ripstop Material ist an und für sich robust. Tägliches Rucksacktragen hat bei der Jacke auch als First-Layer keine Spuren hinterlassen. Das Tragen von zwei Crashpads inklusive sonstigem Bouldermaterial (ca. 15kg) hat der Jacke, zwar als Second-Layer, auch nach zweistündigem Marsch an diesem Tag nichts ausgemacht.
Die Jacke lässt sich in ihrer eigenen Seitentasche verstauen. Allerdings würde ich einen extra   wasserdichten Packsack empfehlen, um die Daune gegen Nässe zu schützen und nicht unnötig zu quetschen, da die Abmessung der eigenen Tasche das Minimum des Packmaßes ausmacht.


Ghost Whisperer in eigener Seitentasche verstaut


Zum Tragekomfort kann man eigentlich nur positives sagen. Manchmal fragt man sich, ob man die Jacke jetzt wirklich angezogen hat. Das Material fühlt sich zudem auf der Haut sehr angenehm an. Der Saumzug ist leicht zu bedienen, der Reißverschluss leichtgängig und die Kapuze hält auch ohne Kordelzug selbst bei stärkerem Wind auf dem Kopf. Hierzu muss der Front-Reißverschluss geschlossen sein. Zum Auf- und Absetzen der Kapuze muss man ihn dementsprechend leicht öffnen. Da die Kapuze nicht verstellbar ist, kann es hier individuelle Differenzen geben, was den Komfort anbelangt, insbesondere beim Tragen einer Mütze. In jedem Fall hält die Kapuze jedoch warm. Die Jacke ist im Athletic Fit geschnitten, passt also auch mit einem breiteren Rücken ausgesprochen gut und spannt nicht.

Front- und Rückenansicht, durch das enge Gesichtsfeld kann die Kapuze auf eine Kordel verzichten

Verarbeitung:

Die Jacke weist keinerlei Verarbeitungsschwächen auf, was bedeutet, dass der Reisverschluss wie am ersten Tag öffnet und schließt, die Nähte nicht ausfransen und auch nicht die Daunen massenweise durch das Gewebe dringen.
Das Material ist vom Hersteller als downproof bezeichnet, allerdings konnte sich eine Feder in den 12 Wochen Tragezeit trotzdem durch das Material schummeln.
Die Bündchen der Ärmel und der Kapuze sind aus einem weicheren Material gefertigt. An der Kapuze ist dieses einseitig etwas ausgefranst. Den Grund hierfür konnte ich jedoch nicht herausfinden.


Fazit:

Eine minimalistische Daunenjacke mit maximaler Funktion. Dazu angenehm zu tragen und solide verarbeitet. Preislich checkt die Jacke bei 270€ ein. Ohne Kapuze gibt es die Ghost Whisperer auch für 250€. Allerdings würde ich zu der fast marginalen Mehrinvestition für die Kapuze raten, da ich den Komfort derselben nicht missen möchte.
270€ ist trotz alledem ein stolzer Preis und man erhält für die oben beschrieben Zwecke auch günstigere Daunenjacken, die ähnlich gut geeignet sind.
Sollte man die Jacke jedoch mal im Angebot finden, gibt es zumindest von mir die uneingeschränkte Kaufempfehlung.

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Sonntag, 3. November 2013

Ein Tag in der Pfalz oder "Die Pfalz lieben und hassen"

Betrachtet man die aktuellen News, so fällt einem auf, dass nun ja fast beinahe täglich irgendwelche Bouldercups stattfinden. Was soll man bei dem derzeitigen Wetterbericht sonst auch machen, als sich mit Kumpels die neusten Plastik-Fantastic-Kreativleistungen von kopfüber- bis Pezziball-Speed-bouldern reinzuziehen ? Zumal es nun ja auch schon um 17:00 Uhr stockfinster ist und einen die Winterdepression heimsucht, wenn man nicht dem Regen und der Tristesse im lokalen Plastiktempel entkommt.
Vorgestern (man muss sich ja fast das Datum im Kalender markieren, 01.11.13) hat es in der Pfalz nicht geregnet! So beschlossen Alex und ich uns ein paar Boulder anzuschauen, die am wahrscheinlichsten trocken sind. Auf dem Plan standen das "Leistenschild", "Bunga Bunga" und "Pimp Legionär". Die Ziele waren gesteckt, also Wecker stellen, um möglichst früh mit der nötigen Dosis Koffein loszudüsen.
Als erstes gings ans Leistenschild, das wir auch nach ein bisschen umherirren bald gefunden hatten.
Der Boulder ist wirklich premium und wartet mit athletischen Zügen an kleinen Leisten auf, die man dank Klemmhooks einigermaßen gut festhalten kann. Zum Abschluss gibts dann noch einen Ninjamove zu einem guten Sloper, der leider dann doch nass war. Einzeln stellte das kein Problem dar, aber im Durchstieg sah das ganze anders aus. So gingen Alex und ich jeweils zweimal mit dem Griff satt in der Hand quasi vom Top des Boulders ab. Mir fräste sich zudem vom Probieren langsam die erste Leiste in den Zeigefinger, bis es schließlich unmöglich wurde den Griff festzuhalten. Folglich muss ich nochmal anrücken, um den Boulder abzuknipsen. Alex war etwas glücklicher und konnte beim dritten Mal den Topsloper festhalten und in den Matsch aussteigen.


Da wir uns irgendwie noch nicht so wirklich platt fühlten, gings weiter ans "Bunga Bunga, 8A".
Leider stellte sich heraus, dass der Boulder, obwohl nirgends ein Wasserfleck zu sehen war und die Griffe ordentlich Grip hatten, ansich ganz schön nass war. Nach kurzem Probieren brachen schon die ersten Kanten von den Griffen ab. Offensichtlich war der ganze Fels voll mit Wasser. 
Aus Angst noch mehr kaputt zu machen oder gar einen Griff rauszureißen, entschieden wir uns den Boulder aufzugeben und irgendwann nochmal wiederzukommen wenn es eine Woche nicht geregnet hat, falls es so etwas dieses Jahr noch geben sollte. So zeigt sich wieder die große Schwäche des Pfälzer Bröselsteins. Das sich selbst Zurückhalten an einem geilen Boulder zu dem man ewig hingewandert ist, kann einem nämlich ganz schön auf den Sack gehen. Da ist die Fränkische einfach dankbarer.