Dienstag, 2. Juli 2013

Frankenjura nonstop

So, mit dem letzten Kletterpost über St. Léger habe ich den Mund etwas voll genommen. Von wegen "Regen aus, Sonne an". Der letzte Monat hatte eher was von der biblischen Sintflut. Mit bouldern war dementsprechend leider nicht viel los, zumal die Uni es nicht zugelassen hat, die einzigen guten Tage, die bis jetzt im Magic Wood waren, zu nutzen. 
Da muss man sich halt auf andere Dinge konzentrieren, dachten wir uns und so gings die drei letzten Wochenenden ins gute alte Frankenjura:

Franken 1:

Deutschlandcup in Auerbach. Zugegeben, mittlerweile fast schon ein alter Hut, so will ich aber trotz allem ein paar Zeilen dazu schreiben. Für mich war nämlich in erster Linie der Tag vor dem Cup interessant. Neben dem Wettkampf am Samstag wollte ich den Freitag nutzen, um endlich "Plan B, 10" zu klettern. Wie gesagt, die Wochen zuvor herrschte ja Weltuntergang und die Hoffnung auf gute Bedingungen war eigentlich verschwindend gering. So gings erst an den Schiefen Tod, da hier das meiste trocken bleibt und am Zwergenschloss doch nur eher die schweren Sachen kletterbar sein würden. Lustigerweise traf ich neben Marc und Anika mit denen ich ja verabredet war auch noch Heiko, den Alex (hat die Woche vorher als erster 9a geonsightet) und Felix. Marc wollte dann später noch mit mir ans Plan B, aber zuvor noch "Totenbrett, 9+" probieren. Ich überbrückte die Zeit, indem ich mit Heiko "Totgesagte leben länger, 10-" probierte, was ich schließlich auch im 2. Go klettern konnte.


Bei der Tour handelt es sich um den Direkteinstieg zum "Gelben Blaser", was die Tour insgesamt homogener und den Bruchhaufeneinstieg des Originals verzichtbar macht. 
Danach gings ans Zwergenschloss, wo Alex "Powerplay, 11-" im 3. Go zockte und eindrucksvoll demonstrierte, dass auch 8b+ in diesem Fall "Angry Inch", die Verlängerung zu "Plan B" wie ein 5er Warm-Up aussehen kann. Noch dazu waren die Bedingungen alles andere als perfekt. 
Kurz gesagt, Plan B ging für mich dieses Wochenende nicht mehr, wofür ich allerdings mit ordentlich Inspiration durch Alex Begehungen in den Wettkampf am Samstag startete. 
Schlecht liefs eigentlich nicht, da die Routenbauer auf eine übermäßige Anzahl an Volumen  aufgrund der Temperaturen verzichteten und mir klassische Griffe doch etwas besser taugen. Am Ende reichte es für Platz 16, was zwar nicht überragend ist, aber auch nicht wirklich schlecht.
Hier noch ein kurzes Video von Vertical Axis zum Bouldercup:

Franken 2:

Da "Plan B" nicht geklappt hatte, war auch das erste Ziel für das darauffolgende Wochenende gesteckt. Nachts regnete es wieder und die Bedingungen waren eigentlich noch schlechter als beim davorigen Mal. Allerdings fand ich noch einen Toehook, den ich übersehen hatte, was meine Crux deutlich leichter machte. Im nächsten Go hatte ich dank der neuen Beta dann den Rettungshenkel in der Hand. Ordentlich gepumpt kämpfte ich mich noch über die eigentlich leichten letzten fünf Züge zum Umlenker :-) Geschafft! "Plan B" war mit Abstand der 10er, der sich mir am längsten widersetzt hat, obwohl mir der Stil der Kletterei gelegen hat.
Als Bonbon konnte ich an dem Wochenende mit "Fliegender Gräfix, 9+/10-" und "Stalingrad direkt, 9+/10-" noch zwei absolute Toptouren klettern. Letztere ist vielleicht sogar die beste Tour, die ich in dem Grad im Frankenjura geklettert bin.

Franken 3:

Am dritten Wochenende fand schließlich der adh-Cup im Bouldern in Bayreuth statt. Dies entspricht quasi den deutschen Hochschulmeisterschaften. In der Quali konnte ich als erster alle Boulder toppen und zog motiviert als Vierter ins Finale ein. Hier wurden die Karten wieder komplett neu gemischt. Nachdem ich in Boulder 1 elf Go's brauchte, um die Zone zu erreichen, war ich in dem Versuch einfach zu platt, um auch noch zu toppen. Hier geriet ich dann gut in Rückstand, da der Boulder von Peter und  Nico getoppt wurde. Nach einem etwas zu statischen ersten Versuch in Boulder 2 rutschte ich nach dem Top im zweiten dann weiter ab auf Platz 4. Also nochmal alles geben in den letzten zwei Bouldern. Boulder 3 taugte mir gut und ich hatte die Zone im 2. Go in der Hand. Einen Zug vom Top entfernt hing ich leider so gekreuzigt zwischen zwei Leisten, dass sich beim Versuch den letzten Zug  einzuleitend, der Hook löste und und ich übels drehend abging. Schade, aber einen Platz gutgemacht.
Letzter Boulder: Eigentlich eindeutig geschraubt. Verlangt war ein Schnaper auf Schulter von 2 Sloperleisten, während man mit den Füßen nur Volumen hat. Da auf Schulter irgendwie zu weit war und mir gestreckt immer ein Fuß rutschte, zog ich mit der anderen Hand hin und blieb obwohl mir die Füße ordentlich geflogen kamen gerade so an der Leiste hängen. Etwas komisch durchwechseln, noch ein Zug um die Ecke: Top :-) Letztlich konnte ich mich so noch auf Platz 2 vorschieben. Gewonnen hat verdient der Peter Würth. Hier noch ein Video von den Veranstaltern:


Nach dem Wettkampf gings aber noch nicht heim, sondern erst stand Party auf dem Plan und dann noch Felsklettern für die nächsten Tage. Mit "Forbidden Line, 9+", "Inquisition, 9+/10-" und "The Flow, 9+/10-" konnte ich noch ein paar tolle Linien klettern.