Dienstag, 16. April 2013

Regen aus - Sonne an !

Was war eigentlich mit diesem Winter los. REGEN, nichts als REGEN! Irgendwann hat man resigniert eingesehen, dass es mit dem Wochenendtrip in die erreichbaren Boulder/-Kletterspots aufgrund von deprimierender Dauerfeuchte und Tristesse einfach nix wird.
Je mehr sich die Semesterferien dem Ende neigten, desto ungeduldiger wurde ich. Irgednwann sollte es doch wohl noch einmal möglich sein in den letzten freien Tagen etwas trockenen Fels unter die Finger zu bekommen. Da sich allerdings an dem Dauerwinter in Deutschland nix ändern sollte hieß der neue Plan Südfrankreich, genauer gesagt St. Léger.


St. Léger, das bedeutet überhängendes Sinter und Leistengeballer vom Feinsten. Der Fels bietet hauptsächlich Touren im 7. und 8. Franzosengrad. Man sollte also mindestens 7a klettern, um in dem Gebiet richtig Spaß zu haben. Da die Touren insgesamt stark überhängen, gibt es bei jedem Wetter trockenen Fels und zwar auch dann, wenn das Wetter eigentlich Weltuntergangsstimmung verspricht.
Die Routenlänge rangiert dabei zwischen 15m und 35m, wobei es auch einzelne Ausnahmen mit bis zu 50m gibt. Man muss aber auch beachten, dass sich der Fels ähnlich verhält wie der fränkische Kalk. Das bedeutet, dass es insbesondere im Frühjahr ganz schön aus den Wänden rausdrücken kann. Die Wände sind allerdings in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet, sodass man Jahreszeiten orientiert die Wand wählen kann. Die Südwand ist allerdings flächenmäßig die größte.

Paul in "Spit Bull, 8a+"

Nach der langen Kletterpause starteten wir mit den kürzeren Touren, um uns dann langsam bis zu den 35m Ausdauerkrachern hochzuarbeiten. Unsere Highlights der kurzen Routen waren mit Sicherheit "Spit Bull, 8a+" und "Spit Bouse, 8a+" Gekrönt wurden die ersten 3 Tage mit perfekt blauem Himmel und Wind, wodurch wir erstmal unsere Sonnenakkus wieder aufladen konnten und gleichzeitig gute Bedingungen hatten. 

Dann schaute auch in Südfrankreich das europäische Tief vorbei. Das konnte uns allerdings ziemlich egal sein, da wir erstens nicht wie die Leute in Stuttgart in 20cm Schnee versanken und zweitens eh 70% der Routen trocken bleiben.Der ganze Spuk war aber auch nur von kurzer Dauer und es galt Regen aus -Sonne an! für die übrigen Tage.
Weitere Highlights waren auf jeden Fall "Al Andalouse, 8a" und die Panoramakante " Sault qui peut, 8a" 

Hans bei einem Versuch in "Sault qui peut, 8a"

Wenn man 8b klettern kann sollte man sich auf jeden Fall auch "Praniania" anschauen. Hier wird einem wirklich alles geboten: Mantel, Sinter, Überhang und Plattenrunout. Leider war der Urlaub für den Durchstieg dann doch zu kurz, aber Praniania ist sicher einer der Gründe für die nächste Fahrt in den Süden.

Chris in "Praniania, 8b"

Kaum kamen wir aus dem Süden zurück, kam auch die Sonne in Deutschland und dem Rest von Europa zum Vorschein. Die Kletersaison kann also endgültig starten. Da es ja nun auch in unserer Nähe schön wurde, stand einem Wochenendabstecher ins Kronthal auch nichts mehr im Wege. Mit südfranzösichher Ausdauer gelangen mir so kurz vor Semesterstart auch noch ein paar schöne Routen, wie "Le Théâtre du Nô, 8b", "Le Tango des grabataires, 8a" und "De la terre à l' Une, 8a" 

 altes Video von Jochen in "Théâtre du Nô, 8b"
Wie heißt es so schön Ende gut alles gut, aber etwas früher hätte die Sonne schon rauskommen können.