Freitag, 15. März 2013

Testbericht: Blue Ice Kletterrucksack Yeti 30l


Technisches:

Außenhaut                   420D Rip-Stop Cordura
Bodenmaterial             850D Ballsitic Cordura,
Schnallen                     210D Nylon Rip-Stop, Acetal Duraflex Schnallen,
Reisverschlüsse          YKK (Deckelfach zusätzlich verschweißt)

Gewicht:                      0,84 kg bis 1,36 kg (abhängig davon welche Teile des Rucksacks man entfernt;
                                     insb. Hüftgurt)

Belüftung:                    über Rückenpolsterung  (besitzt Vertiefungen, durch die  Luft an  den  Rücken
                                     gelangt)

Erster Eindruck:

Das Erste, was einem am BlueIce Yeti auffällt ist die hohe Flexibilität. So lassen sich die an den Trägern angebrachten Materialschlaufen abnehmen, ebenso wie der Hüftgurt, das Deckelfach und zwei weitere Riemen, mit denen Ski, Snowboard oder Eispickel und Ähnliches am Yeti befestigt werden können.
Allerdings fällt auch sofort auf, dass beide Kordelverschlüsse des Hauptfachs sehr schwergängig sind.
 

Aufbau:

Stauraum bietet der Yeti reichlich. Die 30Liter Volumen bieten Platz für Alles, was man für einen Klettertag benötigt. Besonders interessant sind aber die vielfältigen Taschen und Details, wie etwa die internen Materialschlaufen, die es erlauben, das in der Summe schwere Klettermaterial aufgeräumt in Rückennähe zu transportieren.
Direkt darunter befindet sich eine flache Einschubtasche mit Gummizug und dahinter eine größere ebenfalls flache Einschubtasche, welche via Reisverschuss verschlossen wird. Im Nackenbereich befindet sich eine Öffnung für ein Trinksystem.



Dies ist das Minimum an Ausstattung des Yetis, welches durch externe Materialschlaufen an den Trägern, sowie durch eine Tasche für Kleinigkeiten am Hüftgurt und das Deckelfach (+ 5Liter) ergänzt wird. Letzteres bietet neben dem großen Hauptfach noch einmal zwei brieftaschengroße Fächer, von denen eins im Inneren und eins unter dem Deckelfach liegt. (siehe Bilder)
Der Yeti ist ein Toploader. Das heißt, dass man seine Sachen nur von oben erreicht. Ein schnelles Herankommen an den Autoschlüssel, den man versehentlich auf dem Boden des Rucksacks versenkt hat, ist also ausgeschlossen.
Der Aufbau des Rucksacks ist allerdings durchdacht und bietet für alles eine spezielle Tasche, sodass der oben geschilderte Fall bei einem geschickten Packen nicht vorkommen sollte.

Gebrauch:

Der Rucksack ist für Klettertouren oder Alpintouren konzipiert. An seiner Außenseite bietet er zudem Haltemöglichkeiten für Ski, Snowboard, Kletterseil und Eispickel. Zudem besitzt der Rucksack Haul-Schlaufen, was das Sichern und Nachziehen in der Wand ermöglicht.




Die dicke Rückenpolsterung ist sehr bequem, was bei sachgemäßer Bepackung das Tragen angenehm macht. Man sollte allerdings vor dem Kauf überprüfen wie viel Platz man wirklich braucht, denn 30 Liter sind schnell befüllt. Wer daher eine größere Tour plant, sollte auch den Yeti mit 45 Liter Volumen in Erwägung ziehen.
Wer nur einen Rucksack für einen Tag im Klettergarten benötigt, der ist mit dem 30l Yeti auch gut bedient. Allerdings ist hier die Topload-Konstruktion etwas unpraktisch und man ist mit alternativen Konstruktionen, die Zugriff auf jeden Teil des Rucksacks bieten, besser beraten.

Fazit:

Der Yeti bietet eine Vielzahl an Transportoptionen und ist dabei sehr flexibel. Durch die große Auswahl an Taschen kann wunderbar Ordnung gehalten werden.
Das Cordura-Material, welches auch für Crashpads und über den Klettersport hinaus auch vom Militär benutzt wird, ist überaus robust. BlueIce gibt zudem eine Garantie für einwandfreie Materialien und ersetzt den Rucksack, sollte dies ausnahmsweise nicht der Fall sein. Nervig sind jedoch die Kordelzüge am Hauptfach, die einfach nicht richtig schließen wollen.
Alles in allem ist der Rucksack eine gute Wahl für alle die ihn nicht nur auf der Kletter- oder Alpintour benutzen wollen, dort aber auch auf keinen Comfort verzichten möchten.

Preis:

Der Yeti (30l) kostet um die 130€ was ihn im preislichen Mittelfeld der Kletter-/Alpinrucksäcke ansiedelt. Die größere Variante (45l) liegt bei 150€.

Donnerstag, 14. März 2013

Testbericht: Black Diamond Icon Stirnlampe

Technisches:

5 Leuchtmodi:
1 QuadPower LED                  stufenlos dimmbar
2 SinglePower LEDs               stufenlos dimmbar, strobe
2 rote SinglePower LEDs        stufenlos dimmbar, strobe       

Zusätzlich gibt es einen Sperrmodus, der ein ungewolltes Angehen der Lampe verhindert.
Ein farbiges Licht an der Unterseite gibt den Batteriestatus an.

Wasserdichtigkeit: IPX7 (30min in 1m tiefem Wasser)
Gewicht: 230g incl. 4 AA Batterien

Leuchtkraft und -dauer:

Die QuadPower LED liefert maximal 200 Lumen mit einer Leuchtweite von circa 100m und ist regulierbar auf ein Minimum von 4 Lumen was immer noch für 14 m Sicht reicht.
Auf Maximalbetrieb reichen die Batterien für eine Betriebsdauer von 75h; im Minimalbetrieb für 175h.

Die SinglePower LEDs liefert maximal 35 Lumen mit einer Leuchtweite von 10m bei 75h Betriebsdauer und auf Minimalbetrieb 4 Lumen und eine Leuchtweite von 4m bei 250h Betriebsdauer.



Erster Eindruck:

Die Lampe wirkt überaus gut verarbeitet und robust. Durch das geringe Gewicht fällt einem zudem kaum auf, dass man eine Stirnlampe mit externem Batteriefach trägt. Die Verpackung der Lampe ist edel, allerdings auch sehr umständlich, was das zerstörungsfreie Auspacken nicht ganz leicht gestaltet.


Zu den Funktionen:

Alle Leuchtmodi sind mit nur einem einzigen Knopf zu bedienen und reagieren auf unterschiedliche Drückzeiten. Auf Details möchte ich hier verzichten, da diese in der Anleitung explizit erklärt sind.
Als besonders praktisch erwiesen sich auf den letzten Touren die Sperrfunktion und die Dimmfunktion. Erstere verhindert das ungewollte Einschalten beim Verstauen im Rucksack, was bei allen meinen bisherigen Lampen diverse Male beim Verladen passiert ist und so schon auf der Reise die Batterien leer saugt.
Die Dimmfunktion macht die Stirnlampe absolut anpassungsfähig an die gegebenen Lichtverhältnisse und Situationen.

Einsatz:

Die Lampe ist so ziemlich für alles im Bergsport geeignet. Durch die hohe Leuchtkraft ist für eine Nightsession nunmehr nur noch eine Lampe notwendig (eventuell auch eine zweite um Schlagschatten zu vermeiden). Die Stirnlampe ist zudem sehr angenehm zu tragen und macht auch beim Bouldern jede Bewegung mit.
Durch die Dimmfunktion gibt es dann auch keinen Ärger beim gemeinsamen Kochen, denn  auch 35 Lumen sind ganz schön hell und können für den Gegenübersitzenden sehr unangenehm sein.
Mittlerweile gibt es ja auch Stirnlampen mit über 1000 Lumen Leuchtkraft. Von diesen würde ich allerdings abraten, es sei denn, man hat vor Downhill zu fahren oder Ähnliches, wobei man extremes Fernlicht benötigt. Selbst die Reflexionen des Lichtkegels können bei solchen Lampen beim Bouldern schon unangenehm sein. 
Die Unterwassereignung habe ich nicht explizit getestet, allerdings hatte die Icon keine Probleme mit vier Tagen Dauerregen. Wer also die Lampe zum Canyoning verwenden will kann sie trotzdem dank 3-jähriger Herstellergarantie getrost einsetzen.
Wer es noch extremer mag, für den hat Black Diamond die Polar Variante hergestellt, die sich von der Standard Icon durch ein externes Batterieteil unterscheidet, welches man in der Jackentasche verstauen kann, um es so vor Kälte zu schützen.

Fazit:

Eine wirklich solide Stirnlampe, die jede Nachtaktion auch bei extremen Regen problemlos mitmacht. Die Dimmfunktion und die Sperrfunktion runden das Gesamtpaket der Stirnlampe ab. Einziges Manko ist die Verpackung, die zwar wie bereits erwähnt sehr edel erscheint allerdings sehr umständlich ist, sodass man eine Weile braucht, wenn man nicht alles zerreißen will. Hier besteht etwas Verbesserungsbedarf, allerdings schränkt dies die Funktion der Icon in keiner Weise ein und ist somit fast nebensächlich.

Preis:

Mit circa 90€ nicht ganz billig, allerdings bietet die Stirnlampe wirklich alles, was man sich wünschen kann. Die Polar Edition kostet circa 100€.



Sonntag, 10. März 2013

Neues aus Brione

Nachdem ich mehr oder weniger im Oktober zuletzt mehr als 2 Tage unterwegs war und beim letzten Brionetrip einige Dinge unverichtet gelassen hatte, freute ich mich umso mehr nun endlich die letzten Klausuren hinter mich gebracht zu haben. Samstags wurde natürlich auch dementsprechend gefeiert, sodass am Sonntag danach erstmal eine Zwangspause vorm Urlaub eingerichtet wurde. Montag morgens gings dann um 6 Uhr morgens Richtung Brione. Da noch einiges auf der Fahrt zu erledingen war kamen wir allerdings doch erst abends dort an, wo Joshi schon auf uns wartete. 
Im letzten Brionebericht hatte ich ja bereits vom Projekt "Captain Ticino" geschrieben. In den vergangenen Monaten wurde dieser von guten Freunden geklettert und hört jetzt auf den Namen "Black Pearl". Lustigerweise hatte ich diesen Namen zuvor auch schon angedacht, sodass mir die Umgewöhnung jetzt nicht so schwer fiel. Zurück zum Thema: Black Pearl hatte es mir vor einigen Monaten angetan und so freute ich mich umso mehr nun an den Block zurückzukehren und die alte Rechnung zu begleichen. Montags hatten wir direkt einige super Go's allerdings verwehrte uns der Block den schnellen Erfolg und so wurde der Durchstieg auf den nächsten Tag verlegt. So unser Plan. Die Pads ließen wir grad da und so wurde direkt morgens dort angegriffen. Gepusht von den morgendlichen Espressi gelang mir dann auch schnell der Durchstieg. Alex hatte leider nicht soviel Glück und fiel wieder knapp vorm Top ab. Der Boulder gehört meiner Meinung nach sicherlich zu den Top 5 in Brione und checkt im Mittel je nach Körpergröße so bei 8A+ ein.


Kurz danach schaute ich mir noch Heikos "Magna Mater, 7B" an. Ein wirklich geiler kleiner Bug den man über die erste Treppe nach der Galerie im Bachbett findet. An dieser Stelle wünsche ich Heiko nochmal ne gute Besserung, der mit einemweiteren Bruch scheinbar vom Pech verfolgt wird.
Am gleichen Tag fanden wir noch ein schönes Dach in der Nähe vom Whirlpool, der allem Anschein nach immer noch keine Wiederholung hat. Dieses hat Joshi geputzt und das Landing hergerichtet, sodass es auf den Namen "Joshi' s Island" hören wird. Das zeigt mal wieder wie viel Potential noch in dem kleinen Gebiet steckt das vermeintlich schon vor vielen Jahren ausgereizt wurde. Leute schaut euch mal um. Es gibt noch viel zu entdecken! 
Abends gings dann ins Val Bavona, wo wir uns ebenfalls auf die Suche nach versteckten Perlen gemacht haben. Dort trafen wir Kaddi und Scot die Dienstags schon einige tolle Blöcke im Flussbett gefunden hatten. Leider behiehlt der Wetterbericht Recht und das Wetter änderte sich über Nacht von strahlend blauem Himmel zu ekelhaftem Dauerregen.




Unserem Auftrag Blöcke zu finden tat dies aber keinen Abbruch und so stapften wir 3 Tage durchs Val Bavona bis nichts mehr an uns auch nur noch annähernd trocken war. So wissen wir zuindest wo wir beim nächsten Mal die Bürsten und die Pads auspacken. Fürs Wochende zogen wir dann in die Casa Eva in Cerentino, wo wir endlich einige unserer Sachen wieder am Kaminfeuer trocknen konnten. Die herzlichen Besitzer die uns mit Essen, Kuchen, Zitronenlikör und Steinpilzpulver versorgten gaben dem Trip dann doch noch das gewisse Extra, zumal beim Gespräch am letzten Abend herauskam, dass der Cousin des Besitzers "Off the Wagon" zu einer Tischplatte verarbeiten wollte, da sich der Block hierfür hervorragend eignen würde. Gescheitert ist dies dann nur an einer Formalität. Etwaige Wiederholer sollten sich also beeilen bevor der Boulder zersägt wird. Nach 4 Tagen rumgestapfe im Regen hatten Alex und ich dann auch keine Lust mehr, zumal der Wetterbericht auch nicht vielversprechend war. Umsonst war das Ganze aber nicht, denn ein paar neue Boulder wird es in den beiden Tälern demnächst auf jeden Fall geben.