Sonntag, 29. Dezember 2013

Bouldern in Prilep - Tag 1+2


Für den letzten Felskadertrip im Jahr 2013 steht Prilep auf dem Plan. Die Umgebung der zweitgrößten Stadt Mazedoniens ist geradezu überfüllt mit Boulderblöcken und somit ideal, um neue Linien zu finden und erstzubegehen. So der Plan für die Tage zwischen den Jahren.
Am Abend des 26.12 gings für die meisten von uns los in Richtung Wien und von dort weiter nach Skopje.
Unser Gepäck haben wir übrigens einfach in die Crashpads gestopft, was für die Airline kein Problem darstellte obwohl alle Gepäckstücke eigentlich viel zu groß waren. Solange das Höchstgewicht nicht überschritten ist geht das wohl klar. 

Crashpadaction am Flughafen in Skopje
So kann man sich den Aufpreis für Sport oder Übergepäck auch sparen. Allerdings ist dies wohl auch ein wenig Glücksspiel. Zumindest bei uns hat es mit 11 Pads problemlos geklappt.
Durch etwas Glück und Verhandlungsgeschick bekamen unsere Mietwagen dann auch noch ein Upgrade, sodass wir anstelle unseres ursprünglichen Plans alles aufs Dach zu schnallen, unser Gepäck tetrisartig komplett in den Karren verstauen konnten. Nice.
Irgendwann gegen 3:00Uhr kamen wir schließlich dann auch in Prilep an, wo uns Hristo freundlich begrüßte und auch schon alles hergerichtet hatte.
Den ersten Tag mussten wir uns allerdings selbst zu Recht finden, da Hristo erst am Abend Zeit hatte. Wir hatten uns natürlich gleich verfahren und landeten irgendwo absolut im Off.

Offroadaction
So kann man auch die Gegend erkunden und immer in der Nähe der Blöcke rumfahren ohne wirklich anzukommen. Als die Straße schließlich komplett geflutet war, entschieden wir uns umzudrehen und uns am Abend kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch die ersten Blöcke von Hristo zeigen zu lassen.

hier war dann umdrehen angesagt
Für den darauf folgenden Tag stand weitere Boulderbesichtigung und erster Felskontakt auf dem Plan. Wir starteten mit der "Welcome Line, 7A" einem schönen Leistenschild direkt am Anfang des Blockfeldes. 

Miri in "Welcome Line,7A"
Danach schauten wir uns die Blöcke in der Umgebung an und konnten mit "Cocoon, 7A" und "Predator, 7C" auch noch zwei Classics klettern. 

Predator, 7C
Ansonsten ist unser erster Eindruck von Prilep auf jeden Fall sehr positiv. Die Menschen hier sind allesamt freundlich und sprechen meist gutes Englisch. Allerdings merkt man auch, dass Mazedonien eines der ärmsten Länder Europas ist, was gerade in den Slums echt erschreckend ist. Da kommt man sich mit der Gore-Tex Hardshell schon ganz schön blöd vor, wenn die örtliche Werkstatt die Autos auf Bierkästen aufbockt und die Menschen im Winter ohne Klamotten in Wellblechhäusern neben einem total verdreckten Flussbett hausen. 

Interessant sind hier auch die Einkaufsoptionen. Trotz der großen Armut unterscheiden sich die Supermarktpreise kaum von denen in Deutschland. Allerdings kann man bei den Einheimischen auch sehr günstig einkaufen. Hier ist die Auswahl zwar klein, aber die Qualität hervorragend, da alles direkt vom Erzeuger kommt. So ist dann auch sicher sein, dass man sein Geld an der richtigen Adresse investiert und nicht irgendeine Supermarktkette sponsort.

Der Fels hier in Prilep ist zwar nicht „brionesque“ aber kompakt und abgefahren strukturiert. Die bestehenden Boulder sind leider auch nicht alle perfekt geputzt, sodass man oft ungekletterte Linien nicht von bekannten unterscheiden kann, außer es handelt sich um einen Classic. Insgesamt gibt es hiervon aber in jedem Grad und in jedem Stil den einen oder anderen Boulder zu klettern, sodass das Gebiet für Kletterer aller Niveaus interessant ist. Die eine oder andere interessante Linie haben wir auf jeden Fall schon gefunden. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen, denn Potential zum Putzen gibt es auf jeden Fall mehr als genug.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Archivaufarbeitung ;-)

Ich bin mit dem Alex in den letzten zwei Jahren schon oft nach Heidelberg gepilgert, um zusammen "Cannibal Corpse, 8B+" zu bezwingen. Leider hat uns der Block bis jetzt immer wieder ausgespuckt. Mal weiter oben, mal ganz unten. Oben drauf standen wir noch nie, obwohl die Züge eigentlich ganz gut geklappt haben. 
Zu sporadisch und unregelmäßig hatten wir Zeit und auch noch das Glück, dass das Wetter ernsthaftes Versuchen zuließ.
Nichtsdestodrotz hatten wir ein paar der leichteren Sachen, wie die nette Platte auf der Rückseite, sowie das "Dönertier, 7A" und "Pressen net vergessen, 7B+" irgendwann einmal gefilmt. Die Tage habe ich beim Durchstöbern meiner Festplatte die Aufnahmen gefunden und mal zusammengeschnitten. Ich hoffe es gefällt :-)


"Pressen net vergessen" ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass man NIEMALS Sandsteingriffe mit nem Bunsenbrenner trocken legen sollte. Ob die Startgriffe wirklich durch das Trocknen mit einem solchen glasiert wurden, weis ich nicht, aber alles spricht dafür. Der Sandstein schmilzt oberflächlich und es entsteht eine glasähnliche Schicht, die absolut keine Reibung mehr hat. Wer Lust hat kann die Oberfläche der Untergriffe mal mit den übrigen Griffen vergleichen und versteht dann was ich meine.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Testbericht: Dmm - Dragon Cams


Erster Eindruck:

Die Dragon Cams fühlen sich trotz Doppelachse leicht an und liegen gut in der Hand. Die Torsionsfeder der Achsen hat eine ausgewogene Spannung und eine angenehme Zugkraft beim Legen der Cams.

Technisches:

Doppelachs-System, einfacher 5mm Drahtkabel-Steg mit Zytel-Ummantelung, heißgeschmiedete eloxierte Alu-Segmente, verlängerbare doppelt gelegte Dyneema-Schlinge                   
                        Größe : Gewicht / Einsatzbreite / Bruchlast (aktiv = passiv):

                        Size 00 : 75 g / 13,6 - 22,5 mm / 9kN
                        Size 0 : 85 g / 16 - 26,7 mm / 12 kN
                        Size 1 : 97 g / 20-33 mm / 14kN
                        Size 2 : 106 g / 24-41 mm / 14kN
                        Size 3 : 119 g / 29-50 mm / 14kN
                        Size 4 : 148 g / 38-64 mm / 14kN
                        Size 5 : 195 g / 50-85 mm / 14kN
                        Size 6 : 276 g / 68-114 mm / 14kN

Durch die Doppelachse gewinnt der Cam zwar geringfügig an Gewicht, allerdings wird dies durch eine größere Rissbreitenabdeckung wieder wettgemacht. Der einfache Steg sorgt für eine hohe Flexibilität. Zytel ist ein besonders widerstandsfähiger und dabei flexibler Kunststoff und schützt den 5mm Drahtkabelkern des Stegs.
Entgegen vieler Meinungen macht das Heißschmieden selbst den Cam nicht leichter. Jedoch ermöglicht der Heißschmiedevorgang kompliziertere Formen als beim Kaltschmiedevorgang.
Dadurch wiederum kann Material eingespart werden ohne die Festigkeitswerte negativ zu beeinflussen. Die Eloxierung bietet den Segmenten Schutz vor Korrosion und durch die farbliche Kodierung kann man die richtige Camgröße leicht identifizieren.


Neben den übrigen technischen Details finde ich die doppelt gelegte Dyneemaschlinge einen der praktischsten Eigenschaften der Dmm Cams. Im Gegensatz zu den Schlingen der meisten anderen Hersteller lassen sich diese nämlich entweder doppelt oder einfach klippen, sodass man leicht die Schlingenlänge ohne zusätzliche Expresssets variieren kann.
Die Größenangaben der Cams variieren zwischen den Herstellern deutlich und auch zwischen verschiedenen Cams von Dmm. Eine einheitliche Kodierung hätte meiner Meinung nach Sinn gemacht, sodass beispielsweise Size 4 der Demons grob dem Anwendungsbereich der Size 4 Dragons entspricht. Stattdessen entspricht der 4er Demon für (64-100)mm Risse eher dem 6er Dragon.

Handling:

Die Dragon Cams liegen dank Druckpunkt für den Daumen gut in der Hand. Die Torsionsfederspannung der Achsen ist im Vergleich zu früheren Modellen laut Dmm erhöht worden, was das Wandern der Cams im Riss reduzieren soll. Trotzdem sind die Achsen sehr leichtgängig.

Fazit:

Was das Handling und Verarbeitung angeht ist der Dragon absolut top. Die Doppelachs-Konstruktion sorgt für eine große Rissbreitenabdeckung und für passive Festigkeitswerte, die den Bruchlastwerten bei aktiver Belastung entsprechen.
Preislich checken die Cams zwischen 60€ (Size 0) und 75€ (Size 6) ein, womit sie leicht unterhalb der Preise der Black Diamonds C4 Cams liegen, die der Dragon-Bauart am ähnlichsten sind.

Montag, 25. November 2013

Review Exhauscup 2013 - Horror in the Attic

T-Shirt Motto 2013, Foto: Jean-Marc Winckel

Wieder einmal hieß beim diesjährigen Exhaus-Cup alles aus dem Körper rauszuholen was geht, denn geschenkt gab es nichts. Mit ca. 80 Teilnehmer war der Dachboden auch wieder ordentlich voll, aber dank dem disjährigen Umbau hatten alle genug Platz, um sich nicht gegenseitig auf die Köpfe zu springen. 

Die glücklichen Finalisten 2013, Foto: Christopher Horne
Nach 7 Stunden Leisten knallen, Sloper pressen und Löcher ziehen standen die Finalisten fest. Bei den Damen sammelten über den Tag Florence Grünewald, Alexandra Blanz, Valeria Kalenkova, Lena Lion, Kerstin Breser und die Geschwister Hanck die meisten Punkte. Irgendwie scheint es sich jedoch bei den Damen einzubürgern vor dem Finale spurlos zu verschwinden, sodass am Ende nur noch 5 Mädels am Start waren. Von diesen zeigte sich Florence im Finale am stärksten und sicherte sich somit nicht nur in der Quali sondern auch in der Gesamtwertung den ersten Platz. Die folgenden Plätze belegten bei den Damen: 2. Alexandra Blanz, 3. Lena Lion, 4. Kerstin Breser, 5. Polly Humble.

Florence Grünewald im 2. Finalboulder der Damen, Foto: Christopher Horne
Bei den Herren waren über den Tag der Amos Lehne, Christoph Gabrysch, Johannes Hoffmann, Gregor Busch, Dominik Leinenbach und Dominik Winkler am stärksten und lieferten sich einen ordentlichen Fight in den Finalbouldern. 

Christoph Gabrysch im 1. Finalboulder der Herren, Foto: Christopher Horne
Den Tagessieg sicherte sich Johannes Hoffmann knapp vor Christoph Gabrysch und Amos Lehne. Platz 4 ging an Dominik Leinenbach, Fünfter wurde Dominik Winkler und Platz 6 geht an Gregor Busch.
An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an alle Sponsoren: Casper's Climbingshop, RockPillars und Ocùn, Marmot, Sport Simons, Kleine Fluchten Trier, Bergfreunde.de, Sporthandelsagentur Rietzschel, Monkee und dem Gebro Verlag.
Im Folgenden finden sich die Vorrundenergebnisse aller Teilnehmer, die ihren Laufzettel abgegeben haben:


Etwas fraglich ist durchaus die Punktzahl vom Herrn Paul... Da wurde wohl etwas nachgeschlechtert. Boulder mit 0,5 Punkten gab es nämlich nicht ;-P

 

Sonntag, 17. November 2013

Pfälzische Wasserspiele ?!

Eigentlich hatte ich geplant das Wochenende ins Frankische zu fahren, jedoch hatte ich die Tour aufgrund der ständig wechselnden Wetterprognose platzen lassen und wollte stattdessen mal wieder was am heimischen Fels machen. Der Wetterbericht für die Pfalz sah für dieses Wochenende vielversprechend aus, doch der Blick aus dem Fenster raubte mir gestern Morgen jegliche Motivation. Nach ewigem Rumtelefonieren und Webcam checken, war ich mir dann auch sicher, dass garantiert nichts geht und gammelte mich schon wieder ins Bett. 
Hätte Georg mich nicht mit seiner unsagbaren Motivation gegen Mittag doch noch überreden können rauszufahren, hätte sich der Status Quo auch nicht geändert ;-) Um 12:30 gings also Richtung Schweinstal. Langsam stieg auch meine Motivation und als wir gegen 13:30 am Parkplatz ankamen, war es mir irgendwie egal, dass es in kurzer Zeit auch schon wieder dunkel sein würde. Schließlich machte das trockene Laub auch Hoffnung auf halbwegs vernüftige Bedingungen am Fels. Gegen jede Erwartung am Morgen war "Noon" komplett trocken. Nachdem ich mit Gregor ein paar Wochen zuvor bei eigentlich wirklich gutem Wetter wegen vollständiger Bedeckung mit Kondensat wieder abrüchen musste, überraschten mich die guten Bedingungen schon ein wenig. Allerdings zeigte sich auch, dass meine morgendliche Vermutung nicht so verkehrt war. An jedem anderen Block lief das Wasser herunter, als hätte es wochenlang durchgeregnet und das obwohl der Wald eigentlich nicht nass war. Nichtsdestotrotz hat sich der kurze Ausflug gelohnt, da wir mit "White Rabbit" und "Noon" doch noch trockenen Fels gefunden haben. 


Übrigens wenns mit dem trockenen Fels nix wird: Am Freitag wurde der linke Teil des Fear-Blocks im Dynochrom neu eingeschraubt. Da hats halt garantiert trockene Griffe und sogar dunkles Held-Bräu für nach dem Sport :-)

Donnerstag, 14. November 2013

Testbericht: Mountain Hardwear - Ghost Whisperer (Hooded) - Daunenjacke


Erster Eindruck:

Jedes Mal, wenn ich eine Jacke teste denke ich: „Leichter geht es nicht“, und doch werde ich stets eines Besseren belehrt. Die Ghost Whisperer schafft es nun mit 210g (Gr. M) das Gewicht aller bisherigen Daunenjacken mit Kapuze locker zu unterbieten. Also noch einmal: „Leichter geht es nicht.“  
(Yeti erhielt 2012 einen Design-Preis für ihre bis dato leichteste Daunenjacke mit 240g ohne Kapuze.)

Technisches:

Gewicht:                       210g (nachgewogen) , Hersteller: 212g
Außenmaterial:             Whisperer 7D x 10D Ripstop, 100% Nylon
Füllung:                        90/10 Daune/Feder – 850cuin Daune, durchgesteppte Kammern
Sonstiges:                     2 RV-Seitentaschen, einseitiger Saum-Kordelzug,
                                     lässt sich in eigener Seitentasche verstauen



Funktion und Tragekomfort:

Entwickelt wurde die Jacke in Kooperation mit Ueli Steck für Situationen, wo es auf jedes Gramm ankommt, was aber nicht bedeutet, dass man sie im Gegenzug nicht auch für minder extreme Gelegenheiten verwenden kann.
So ist die Jacke ebenso für den ganz normalen Boulder- oder Klettertag ideal geeignet, bei dem man nicht gerade die -20°C Daune dabeihaben muss. Da die Jacke wirklich nichts wiegt, fällt mir keine Situation ein, bei der sie im Gepäck stören könnte.
Ich habe die Jacke bislang bis 0°C getragen, aber bis -5°C sollte sie locker warm halten, je nach körperlicher Aktivität und persönlichem Empfinden.  
Abstriche muss man allerdings bei der Robustheit machen. Wer den Umgang mit einer Daunenjacke gewohnt ist, weis in der Regel auf was es ankommt. Hitze, Dornen, scharfe Ecken oder Ähnliches sind absolute Feinde einer solchen Jacke.
Was die Feuchtigkeit anbelangt, so ist die aktuelle Version der Ghost Whisperer zusätzlich mit einer Q-Shield Imprägnierung ausgestattet, welche die Daunen selbst versiegelt und gegen Feuchtigkeit schützt.
Das Außenmaterial ist wasserabweisend und winddicht. In den Regen sollte man sich also mit der Jacke nicht stellen. Ein paar Tropfen haben ihr bislang jedoch nichts ausgemacht.
Da die Jacke wie bereits erwähnt die leichteste ihrer Art ist, fällt sie auch als Second-Layer unter einer Hardshell kaum ins Gewicht.
Das 7D x 10D- Ripstop Material ist an und für sich robust. Tägliches Rucksacktragen hat bei der Jacke auch als First-Layer keine Spuren hinterlassen. Das Tragen von zwei Crashpads inklusive sonstigem Bouldermaterial (ca. 15kg) hat der Jacke, zwar als Second-Layer, auch nach zweistündigem Marsch an diesem Tag nichts ausgemacht.
Die Jacke lässt sich in ihrer eigenen Seitentasche verstauen. Allerdings würde ich einen extra   wasserdichten Packsack empfehlen, um die Daune gegen Nässe zu schützen und nicht unnötig zu quetschen, da die Abmessung der eigenen Tasche das Minimum des Packmaßes ausmacht.


Ghost Whisperer in eigener Seitentasche verstaut


Zum Tragekomfort kann man eigentlich nur positives sagen. Manchmal fragt man sich, ob man die Jacke jetzt wirklich angezogen hat. Das Material fühlt sich zudem auf der Haut sehr angenehm an. Der Saumzug ist leicht zu bedienen, der Reißverschluss leichtgängig und die Kapuze hält auch ohne Kordelzug selbst bei stärkerem Wind auf dem Kopf. Hierzu muss der Front-Reißverschluss geschlossen sein. Zum Auf- und Absetzen der Kapuze muss man ihn dementsprechend leicht öffnen. Da die Kapuze nicht verstellbar ist, kann es hier individuelle Differenzen geben, was den Komfort anbelangt, insbesondere beim Tragen einer Mütze. In jedem Fall hält die Kapuze jedoch warm. Die Jacke ist im Athletic Fit geschnitten, passt also auch mit einem breiteren Rücken ausgesprochen gut und spannt nicht.

Front- und Rückenansicht, durch das enge Gesichtsfeld kann die Kapuze auf eine Kordel verzichten

Verarbeitung:

Die Jacke weist keinerlei Verarbeitungsschwächen auf, was bedeutet, dass der Reisverschluss wie am ersten Tag öffnet und schließt, die Nähte nicht ausfransen und auch nicht die Daunen massenweise durch das Gewebe dringen.
Das Material ist vom Hersteller als downproof bezeichnet, allerdings konnte sich eine Feder in den 12 Wochen Tragezeit trotzdem durch das Material schummeln.
Die Bündchen der Ärmel und der Kapuze sind aus einem weicheren Material gefertigt. An der Kapuze ist dieses einseitig etwas ausgefranst. Den Grund hierfür konnte ich jedoch nicht herausfinden.


Fazit:

Eine minimalistische Daunenjacke mit maximaler Funktion. Dazu angenehm zu tragen und solide verarbeitet. Preislich checkt die Jacke bei 270€ ein. Ohne Kapuze gibt es die Ghost Whisperer auch für 250€. Allerdings würde ich zu der fast marginalen Mehrinvestition für die Kapuze raten, da ich den Komfort derselben nicht missen möchte.
270€ ist trotz alledem ein stolzer Preis und man erhält für die oben beschrieben Zwecke auch günstigere Daunenjacken, die ähnlich gut geeignet sind.
Sollte man die Jacke jedoch mal im Angebot finden, gibt es zumindest von mir die uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Hier gehts zum Preisvergleich auf OutdoorDeals

Sonntag, 3. November 2013

Ein Tag in der Pfalz oder "Die Pfalz lieben und hassen"

Betrachtet man die aktuellen News, so fällt einem auf, dass nun ja fast beinahe täglich irgendwelche Bouldercups stattfinden. Was soll man bei dem derzeitigen Wetterbericht sonst auch machen, als sich mit Kumpels die neusten Plastik-Fantastic-Kreativleistungen von kopfüber- bis Pezziball-Speed-bouldern reinzuziehen ? Zumal es nun ja auch schon um 17:00 Uhr stockfinster ist und einen die Winterdepression heimsucht, wenn man nicht dem Regen und der Tristesse im lokalen Plastiktempel entkommt.
Vorgestern (man muss sich ja fast das Datum im Kalender markieren, 01.11.13) hat es in der Pfalz nicht geregnet! So beschlossen Alex und ich uns ein paar Boulder anzuschauen, die am wahrscheinlichsten trocken sind. Auf dem Plan standen das "Leistenschild", "Bunga Bunga" und "Pimp Legionär". Die Ziele waren gesteckt, also Wecker stellen, um möglichst früh mit der nötigen Dosis Koffein loszudüsen.
Als erstes gings ans Leistenschild, das wir auch nach ein bisschen umherirren bald gefunden hatten.
Der Boulder ist wirklich premium und wartet mit athletischen Zügen an kleinen Leisten auf, die man dank Klemmhooks einigermaßen gut festhalten kann. Zum Abschluss gibts dann noch einen Ninjamove zu einem guten Sloper, der leider dann doch nass war. Einzeln stellte das kein Problem dar, aber im Durchstieg sah das ganze anders aus. So gingen Alex und ich jeweils zweimal mit dem Griff satt in der Hand quasi vom Top des Boulders ab. Mir fräste sich zudem vom Probieren langsam die erste Leiste in den Zeigefinger, bis es schließlich unmöglich wurde den Griff festzuhalten. Folglich muss ich nochmal anrücken, um den Boulder abzuknipsen. Alex war etwas glücklicher und konnte beim dritten Mal den Topsloper festhalten und in den Matsch aussteigen.


Da wir uns irgendwie noch nicht so wirklich platt fühlten, gings weiter ans "Bunga Bunga, 8A".
Leider stellte sich heraus, dass der Boulder, obwohl nirgends ein Wasserfleck zu sehen war und die Griffe ordentlich Grip hatten, ansich ganz schön nass war. Nach kurzem Probieren brachen schon die ersten Kanten von den Griffen ab. Offensichtlich war der ganze Fels voll mit Wasser. 
Aus Angst noch mehr kaputt zu machen oder gar einen Griff rauszureißen, entschieden wir uns den Boulder aufzugeben und irgendwann nochmal wiederzukommen wenn es eine Woche nicht geregnet hat, falls es so etwas dieses Jahr noch geben sollte. So zeigt sich wieder die große Schwäche des Pfälzer Bröselsteins. Das sich selbst Zurückhalten an einem geilen Boulder zu dem man ewig hingewandert ist, kann einem nämlich ganz schön auf den Sack gehen. Da ist die Fränkische einfach dankbarer.



Montag, 14. Oktober 2013

Exhaus Bouldercup 2013



Endlich ist es wieder soweit. Die seit knapp einem Jahr ersehnte 21. Auflage des legendären Bouldercups findet am 23. November wie immer im Exhaus in der Zurmainerstraße 114, 54292 Trier statt. Um 10:00 Uhr ist Einlass und ihr könnt euch schon mal bei einer Tasse Kaffee mental auf die Boulder vorbereiten, denn um 11:00 startet der Cup. Von da an heist es wieder Sloper pressen, Zangen petzen und Leisten knüppeln, um möglichst viele der knapp 100 geschraubten Boulder zu bezwingen. 
Keine Angst ihr müsst nicht alle Boulder machen, denn je nach Schwierigkeit werden unterschiedlich viele Punkte vergeben. Es ist also genauso gut wenige richtig schwere Boulder zu machen, wie ein paar mehr von der leichteren Sorte.
Die jeweils besten 6 Damen und Herren ziehen dann ins Finale ein, das ungefähr um 19:00 Uhr nach einer kurzen Umschraubphase startet. Danach gibts die Siegerehrung mit Preisen von Marmot, monkee, RockPillars und Ocun, dem Gebro-Verlag, den Kleine Fluchten Trier und den Bergfreunden. Als Bonbon hat die Sporthandelsargentur Rietzschel noch 8 Kästen Freibier bereitgestellt, die nach dem Finale dem Tag sicherlich einen würdigen Ausklang bescheren werden.


Dienstag, 3. September 2013

Frank ( en + furt )

Endlich ein freies Wochenende und dazu pasable Bedingungen. Da hat man ja praktisch gar keine Wahl. Ab an den nächstgelegenen Fels :-)
Diesmal gings mit Stefan1 ans Zwergenschloss, wo ich nach zwei Zahn-Ops dieses Jahr endlich mal wieder das Powerplay probieren konnte. Erstaunlicherweise klappten alle Züge sofort und ich konnte endlich die Cruxpassage linken und aussteigen. Das machte Hoffnung auf mehr und ich versuchte erste Durchstiegsversuche. Beim Zug in den Untergriff war aber dann immer Schluss und auch am nächsten Tag wurde es nicht besser. Zwar fühlte ich mich fitter aber die Griffe waren deutlich schlechter beinander als am Tag zuvor. Da kann man nix machen, außer abwarten und mit trockeneren Fingerkuppen nochmal anrücken. 

 ein Versuch in Powerplay,11-

Für das restlich Wochenende standen mit dem Richard-Wagner-Fels und den Bleisteinen noch ein paar Klassiker auf dem Programm. Da kann man nur immer wieder feststellen wie verweichlicht man eigentlich ist und sich eine gehörige Portion Demut abholen. 
Im Vergleich zu "Amadeus Schwarzenegger, 10-" fühlt sich jeder Zug im "Powerplay, 11-" leicht an. Ich finde es allerdings auch im gleichen Maße inspirierend, wenn man mal in ner 10- keinen Auftrag hat. Auch wenn vieles schon abgespeckt ist, Touren wie "Fight Gravity, 8+" oder "Lohengrin, 8-" sind ein absolutes Muss. 
An den Bleisteinen, versuchte ich mich an "Molotow, 10-/10" einem zwar etwas grünlich erscheinenden aber mit wahnsinnigen Zügen aufwartenden Turm. Leider scheiterte ich auch hier kurz vor dem Umlenker. Die Tour ist aber auf jeden Fall entgegen vieler Meinungen einen weiteren Besuch wert.
Sonntags gings dann zurück nach Frankfurt zum Start- und Zielpunkt Dynochrom. Die Boulderhalle ist nun seit knapp 3 Wochen offen und schon steht das erste Umschrauben an. 
Zusammen mit Robert habe ich den linken Teil des Fearblocks und dessen Rückseite mit 21 neuen Bouldern bestückt. Angsichts dieses Blocks kommen mir einige Touren im Franken direkt kurz vor. 


Der Block ist der absolute Wahnsinn. Straight-Up Boulder mit 15+ Zügen sind hier möglich und in einer Halle mal die absolute Seltenheit. Aktuell gibts auch noch 10% Eröffnungsermäßigung auf die Jahreskarte.



Testbericht: Mammut Massone Pants


Erster Eindruck:

Das erste was an der Massone auffällt ist der Stoff, der sich leicht und robust anfühlt. Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat Mammut auf extra Elastaneinarbeitung bei der Hose verzichtet. Das Obermaterial besteht zu 100% aus Baumwolle. Die Bewegungsfreiheit wird durch den weiteren Schnitt und den Zwickeleinsatz im Schrittbereich erzeugt.


Tragekomfort beim Klettern und Bouldern:

Der Stoff sich überaus angenehm auf der Haut an und man möchte fast eine zweite für jeden Tag haben. Auch wenn man viel schwitzt reibt oder scheuert die Hose nicht an den Knien. Am Hosenbein befindet sich eine Kordel mit der sich der Bund zusammenziehen lässt. Allerdings sind diese auch etwas unpraktisch, da man sie zusammenbinden muss, was zum einen zur Folge hat, dass die Kordelreste auf Schuhhöhe rumhängen und man Gefahr läuft draufzutreten und zum anderen, dass ein Knoten der die Kordel zusammenhält irgendwann ja auch wieder geöffnet werden muss. Klettverschluss wäre hier sicherlich die bessere Lösung gewesen.
Für eine 48 sind die Beine sehr lang geschnitten, da man gerade beim Bouldern und Klettern nicht auf der eigenen Hose hooken will. Wer nicht besonders lange Gliedmaßen hat kommt um ein Hochkrempeln der Hose beim Klettern nicht herum.
Ansonsten macht die Hose jede Bewegung mit und ist dank des breiten elastischen Bunds auch an der Hüfte unter einem Klettergurt angenehm zu tragen. 
Bis jetzt hat die Massone auch noch jeden Knieklemmer selbst im fränkischen Kalk unbeschadet überlebt, was nicht selbstverständlich ist. Früher oder später sind Knieklemmer für jedes Hosenbein der Tod. Der robuste Baumwollstoff der Massone verlängert diese Zeit aber ungemein. Mit einer Jeans mithalten kann sie natürlich nicht, bietet dafür allerdings auch deutlich mehr Tragekomfort.
Die angenähte Schlaufe zum Chalkbag befestigen braucht man eigentlich nicht. Eine zusätzliche Tasche in die man auch mit Gurt greifen kann wäre da praktischer gewesen.

Fazit:

Eine robuste Kletterhose ohne viel Schnickschnack, die jede Bewegung mitmacht. Dazu ist sie angenehm zu tragen und sieht gut aus. Wem die Hose passt, der kann auf jeden Fall zugreifen.

Preis:

Preislich liegt die Hose bei 80€. Das ist gewiss nicht günstig, aber für eine Kletterhose mittlerweile nur noch das mittlere Preissegment.

Donnerstag, 15. August 2013

Testbericht: Baladéo 37g - G10 - Ultraleichtmesser



Erster Eindruck:

Dieses Messer ist etwas für Puristen. Mit gerade einmal 37g gehört dieses Klappmesser der französischen Firma Baladéo zu den leichtesten auf dem Markt. Zum Vergleich: Das allseits bekannte Opinel mit gleicher Klingenlänge (10cm) wiegt mit 68g fast das Doppelte.

Technisches: 

Klinge:             10cm , einseitig geschliffen auf 9cm, 420er Edelstahl
Griff:                11cm , Gürtelclip, 420er Edelstahl, G10 – Griffaussatz
Maße:              11 x 2,4 x 1 cm (L x B x H geschlossen)
Gewicht:          37g

G10 ist glasfaserverstärkter Kunststoff, sehr hitzebeständig und robust.

Gebrauch:

Das Messer lässt sich einwandfrei öffnen und schließen, wobei die Klinge im geschlossenen Zustand unter dem G10-Aufsatz verschwindet. Dadurch ist es unmöglich sich so an dem Messer zu schneiden. Es gibt im Übrigen noch leichtere Versionen, die auf diese Griffschale verzichten. Meiner Meinung nach sind diese zusätzlichen 5g jedoch extrem nützlich, da sie Klinge und Hand gleichermaßen schützen.
Der Gürtelklipp ist sehr stramm, was auf der einen Seite ein unfreiwilliges Verschwinden des Messers verhindert, auf der anderen Seite auch schnell nervig sein kann, da das Befestigen und Abnehmen von einem etwas dickeren Gürtel sehr schwer fällt.
Ansonsten ist das Messer erstklassig ausbalanciert und im Gebrauch weitaus angenehmer als es auf den ersten Blick scheint.


Obwohl das Messer so minimalistisch konstruiert ist, liegt der Griff ausgesprochen angenehm in der Hand. In der geöffneten Stellung wird die Klinge durch einen Druckbügel gehalten, welcher ebenfalls ergonomisch ausgefeilt ist und sich leicht bedienen lässt.
Leider ist dieser auch das größte Manko an dem Messer. Der Druckbügel wird von einer Schraube fixiert deren Kopf viel zu klein ist, um auch bei größerem Druck den Bügel an Ort und Stelle zu halten. So scheitert er schon beim Schneiden einer festeren Brotkruste und rutscht über den Schraubenkopf hinaus, wodurch sich die Klinge beim Schneiden einklappen kann. An diese Stelle gehört ein größerer Schraubenkopf und das Problem wäre gelöst.




Sicherheitssperre rutscht über den zu kleinen Schraubenkopf

Fazit:

Ein Messer, dessen Gewicht so marginal ist, dass es einem im Rucksack nicht auffällt und dabei noch mit Ergonomie und Balance glänzen kann.
Leider stört der zu kleine Schraubenkopf der Sicherheitssperre extrem, zumal dies wirklich leicht zu verhindern gewesen wäre.
Da würde ich doch 31g mehr mitnehmen und mich über den robusten und sicheren Halt der  Opinelklinge freuen.

Preis:

Preislich checkt das 37g – G10 bei 35€ ein. Mit anderen Griffschalen ist das gleiche Messer auch für rund 28€ erhältlich.

Dienstag, 2. Juli 2013

Frankenjura nonstop

So, mit dem letzten Kletterpost über St. Léger habe ich den Mund etwas voll genommen. Von wegen "Regen aus, Sonne an". Der letzte Monat hatte eher was von der biblischen Sintflut. Mit bouldern war dementsprechend leider nicht viel los, zumal die Uni es nicht zugelassen hat, die einzigen guten Tage, die bis jetzt im Magic Wood waren, zu nutzen. 
Da muss man sich halt auf andere Dinge konzentrieren, dachten wir uns und so gings die drei letzten Wochenenden ins gute alte Frankenjura:

Franken 1:

Deutschlandcup in Auerbach. Zugegeben, mittlerweile fast schon ein alter Hut, so will ich aber trotz allem ein paar Zeilen dazu schreiben. Für mich war nämlich in erster Linie der Tag vor dem Cup interessant. Neben dem Wettkampf am Samstag wollte ich den Freitag nutzen, um endlich "Plan B, 10" zu klettern. Wie gesagt, die Wochen zuvor herrschte ja Weltuntergang und die Hoffnung auf gute Bedingungen war eigentlich verschwindend gering. So gings erst an den Schiefen Tod, da hier das meiste trocken bleibt und am Zwergenschloss doch nur eher die schweren Sachen kletterbar sein würden. Lustigerweise traf ich neben Marc und Anika mit denen ich ja verabredet war auch noch Heiko, den Alex (hat die Woche vorher als erster 9a geonsightet) und Felix. Marc wollte dann später noch mit mir ans Plan B, aber zuvor noch "Totenbrett, 9+" probieren. Ich überbrückte die Zeit, indem ich mit Heiko "Totgesagte leben länger, 10-" probierte, was ich schließlich auch im 2. Go klettern konnte.


Bei der Tour handelt es sich um den Direkteinstieg zum "Gelben Blaser", was die Tour insgesamt homogener und den Bruchhaufeneinstieg des Originals verzichtbar macht. 
Danach gings ans Zwergenschloss, wo Alex "Powerplay, 11-" im 3. Go zockte und eindrucksvoll demonstrierte, dass auch 8b+ in diesem Fall "Angry Inch", die Verlängerung zu "Plan B" wie ein 5er Warm-Up aussehen kann. Noch dazu waren die Bedingungen alles andere als perfekt. 
Kurz gesagt, Plan B ging für mich dieses Wochenende nicht mehr, wofür ich allerdings mit ordentlich Inspiration durch Alex Begehungen in den Wettkampf am Samstag startete. 
Schlecht liefs eigentlich nicht, da die Routenbauer auf eine übermäßige Anzahl an Volumen  aufgrund der Temperaturen verzichteten und mir klassische Griffe doch etwas besser taugen. Am Ende reichte es für Platz 16, was zwar nicht überragend ist, aber auch nicht wirklich schlecht.
Hier noch ein kurzes Video von Vertical Axis zum Bouldercup:

Franken 2:

Da "Plan B" nicht geklappt hatte, war auch das erste Ziel für das darauffolgende Wochenende gesteckt. Nachts regnete es wieder und die Bedingungen waren eigentlich noch schlechter als beim davorigen Mal. Allerdings fand ich noch einen Toehook, den ich übersehen hatte, was meine Crux deutlich leichter machte. Im nächsten Go hatte ich dank der neuen Beta dann den Rettungshenkel in der Hand. Ordentlich gepumpt kämpfte ich mich noch über die eigentlich leichten letzten fünf Züge zum Umlenker :-) Geschafft! "Plan B" war mit Abstand der 10er, der sich mir am längsten widersetzt hat, obwohl mir der Stil der Kletterei gelegen hat.
Als Bonbon konnte ich an dem Wochenende mit "Fliegender Gräfix, 9+/10-" und "Stalingrad direkt, 9+/10-" noch zwei absolute Toptouren klettern. Letztere ist vielleicht sogar die beste Tour, die ich in dem Grad im Frankenjura geklettert bin.

Franken 3:

Am dritten Wochenende fand schließlich der adh-Cup im Bouldern in Bayreuth statt. Dies entspricht quasi den deutschen Hochschulmeisterschaften. In der Quali konnte ich als erster alle Boulder toppen und zog motiviert als Vierter ins Finale ein. Hier wurden die Karten wieder komplett neu gemischt. Nachdem ich in Boulder 1 elf Go's brauchte, um die Zone zu erreichen, war ich in dem Versuch einfach zu platt, um auch noch zu toppen. Hier geriet ich dann gut in Rückstand, da der Boulder von Peter und  Nico getoppt wurde. Nach einem etwas zu statischen ersten Versuch in Boulder 2 rutschte ich nach dem Top im zweiten dann weiter ab auf Platz 4. Also nochmal alles geben in den letzten zwei Bouldern. Boulder 3 taugte mir gut und ich hatte die Zone im 2. Go in der Hand. Einen Zug vom Top entfernt hing ich leider so gekreuzigt zwischen zwei Leisten, dass sich beim Versuch den letzten Zug  einzuleitend, der Hook löste und und ich übels drehend abging. Schade, aber einen Platz gutgemacht.
Letzter Boulder: Eigentlich eindeutig geschraubt. Verlangt war ein Schnaper auf Schulter von 2 Sloperleisten, während man mit den Füßen nur Volumen hat. Da auf Schulter irgendwie zu weit war und mir gestreckt immer ein Fuß rutschte, zog ich mit der anderen Hand hin und blieb obwohl mir die Füße ordentlich geflogen kamen gerade so an der Leiste hängen. Etwas komisch durchwechseln, noch ein Zug um die Ecke: Top :-) Letztlich konnte ich mich so noch auf Platz 2 vorschieben. Gewonnen hat verdient der Peter Würth. Hier noch ein Video von den Veranstaltern:


Nach dem Wettkampf gings aber noch nicht heim, sondern erst stand Party auf dem Plan und dann noch Felsklettern für die nächsten Tage. Mit "Forbidden Line, 9+", "Inquisition, 9+/10-" und "The Flow, 9+/10-" konnte ich noch ein paar tolle Linien klettern.

Dienstag, 25. Juni 2013

Testbericht: 66°North - Vik Hooded Sweater


Material:

Polartec Power Strech Pro (53% Polyester, 38% Nylon, 9% Spandex)
Eigenschaften: atmungsaktiv, abriebsfest, maschinenwaschbar, 4-Wege-Stretch
Gewicht: ca. 320g



Tragekomfort:

Der Vik Hooded Sweater ist sehr eng anliegend, was sowohl für die Ärmel, als auch für Rumpf und Kapuze gilt. Durch den 4-Wege-Stretch macht die Fleecejacke trotzdem jede Bewegung mit. Mit dem eingearbeiteten Daumenloch lässt sich der Ärmel auch über der Handmitte fixieren, was vor allem beim Biken sehr komfortabel ist. Es kann jedoch auch nachteilig sein, da durch dieses Loch eine Kältebrücke entsteht, wenn man es nicht verwendet. Der asymmetrisch geschnittene Reißverschluss lässt sich auch von unten öffnen, was vor Allem zum Sichern beim Klettern  praktisch ist.
Da die Kapuze wie der Rest des Sweaters körpernah geschnitten ist und sich bis auf die Augenpartie verschließen lässt, hält diese auch ordentlich warm.
Auf der Haut fühlt sich das Material warm und trocken an, da Flüssigkeit durch das Polartec nach außen transportiert wird.
Etwas unangenehm ist leider das 66°-NorthLogo im Nackenbereich, welches auch ganz gerne mal kratzt.



Verarbeitung:

Insgesamt ist die Oberfläche des Sweaters wirklich gut verarbeitet. Die Nähte lösen sich nicht auf und auch die Oberseite hat den letzten Kletteraktivitäten gut standgehalten und zeigt keine Zeichen von Abrieb.
Leider ist der Reißverschluss etwas misslungen, was sich auf die ungenaue Führung konkretisieren lässt, da er sonst sehr leichtgängig öffnet und schließt. Beim Zusammenführen des RV muss man jedoch genau darauf achten, dass man das Steckteil nach außen zieht, da sonst der RV nicht schließt.

Fazit:

Der Vik Hooded Sweater ist insgesamt in seiner Performance etwas durchwachsen. Er hält super warm und das Polartec Material ist wirklich angenehm zu tragen. Toll ist auch das Gefühl der Bewegungsfreiheit, durch den 4-Wege-Stretch. Das etwas unglücklich vernähte 66°-North Logo im Nacken und der schlechte Reißverschluss trüben leider den Gesamteindruck merklich. Dazu ist der Sweater mit ca.120 € nicht gerade günstig.
Wem dieses Manko allerdings egal ist, dem sei auch die Wind Pro Version empfohlen, die zusätzlich windundurchlässig ist und über eine Kartentasche im Ärmel verfügt. Dieses Upgrade ist dann für ca. 150€ erhältlich.

Montag, 24. Juni 2013

Testbericht: Mammut - Kento Jacket


Erster Eindruck:

Das erste was einem an der Mammut Kento Jacket auffällt, ist, dass sie sich extrem leicht anfühlt. Mit knapp 370g ist die Kento ein echtes Fliegengewicht und gehört definitiv zu den leichteren Hardshelljacken



Technisches:

Material:                       2,5 Lagen DRYtech Premium
                                     20.000mm Wassersäule, windundurchlässig, atmungsaktiv

Belüftung:                     Reißverschluss unter den Armen

Taschen:                       eine Brusttasche, zwei Einschubtaschen

Kapuze:                        schmal geschnitten, eingearbeiteter Schirm, zwei Kordelzüge 

Tragekomfort und Handling:

Die Kento Jacket hat einen angenehm lockeren und trotzdem körpernahen Schnitt. Die Ärmel sind vorgeformt und die Bündchen lassen sich mit Klettverschluss den jeweiligen Umständen anpassen. Eine Fütterung hat die Kento nicht. Dafür lässt sich aber bequem eine leichte Daune darunter tragen.
Die Kapuze kann man über seitliche Kordelzüge verstellen. Allerdings lassen sich die Kordelzüge und die Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen nur mit zwei Händen ordentlich bedienen. Letztere lassen sich zwar einhändig öffnen jedoch nicht wieder schließen. Nachteile hat dies vor allen Dingen, wenn man nicht gerade beide Hände frei hat. (Klettern, Fahrradfahren, etc.)
Ansonsten funktionieren alle Reißverschlüsse einwandfrei, haken nicht und lassen auch keine Nässe ins Innere der Jacke.

Funktionalität:

Bei einer Wassersäule von 20.000 mm hatte kein Regenschauer auch nur eine Chance durch die Jacke zu gelangen. Die letztmonatigen Starkregen hat die Kento alle mit Bravour überstanden und auch das häufige Rucksacktragen und Zusammenknüllen hat der Imprägnierung nicht geschadet. Die DRYtech Premium Shell braucht sich in keinem Fall vor den bekannteren Shells wie denen von GORE zu verstecken.
Schmutz, selbst Schmierfett vom Fahrrad, ließ sich stets mit einem feuchten Tuch problemlos entfernen, sodass man die Jacke nicht gleich einer Wäsche unterziehen muss.

Fazit:

Für ca. 200€ erhält man mit der Kento von Mammut eine wirklich sehr leichte, angenehm zu tragende Hardshell, die keine wirklichen Schwächen hat. Für den niedrigen Preis kann man  dann auch über die schlechte Einhandbedienung der Reißverschlüsse unter den Armen hinwegsehen.  


Dienstag, 14. Mai 2013

Testbericht: Gaskocher Optimus Vega


Der Optimus Vega ist ein 4-Season-Gaskocher mit Schlauchanschluss. Mit im Lieferumfang enthalten sind ein auf zwei Größen regulierbarer Aluminium-Windschutz und ein Aufbewahrungsbeutel.

Technisches:

Brennstoff:                   Butan, Isobutan, Propan
Leistung:                      1400 W (Effizienz-Modus), 3700 W (4-Season-Modus)
Gewicht:                      178 g
Maße:                          130 x 70 x 65 mm

Kochdauer:

Diesen Punkt fasse ich separat, denn die Kochdauer hängt bekanntlich von vielen Dingen ab.
(Umgebungs-, Wasser-, Gastemperatur, …) Vom Hersteller sind 3min/l im 4Season-Modus und 4.30min/l im Effizienz-Modus angegeben. Genaue Angaben zu den Anfangsbedingungen dieser Messung werden allerdings nicht gegeben.

Um einen Vergleich bieten zu können, testete ich den Vega mit demselben Behälter wie das Sol-Kochsystem, nämlich dem 500ml Sol-Kochaufsatz, bei änlicher Umgebungs-, Wasser- und Gastemperatur.

500 ml Wasser von 15°C, brachte der Vega in 1.55 min im Effizienzmodus und in sagenhaften 1.14 min im 4-Season-Modus zum Kochen. (Gastemp.: ~20°C). Damit liegen die Werte dieser Messung jeweils ~1/2 min unter den Herstellerangaben.

Um extreme Kälte zu simulieren kühlte ich das Gas auf -18°C ab. Der Vega ging im Effizienzmodus einwandfrei an und brachte 500ml 15°C warmes Wasser in 3.35min zum Kochen. Man sollte beachten, dass nach dem Zudrehen der Gaszufuhr noch eine kurze Zeit das Restgas, das sich noch im Schlauch befindet, verdampft und verbrannt wird.


Handhabung:

Da dem Vega eine wirklich gute und ausführliche Bedienungsanleitung beiliegt, möchte ich hier nicht erklären, wie man den Kocher benutzt. Allerdings möchte ich ein paar Worte zur Handhabung verlieren.
Beim Aufbauen des Kochers sollte man unbedingt darauf achten, dass bevor man die Gaskartusche anschraubt die Regulierung des Kochers wirklich zu ist. Es kann durchaus sein, dass es kocherabhängig ist, in welcher Position der Kocher sich zusammenbauen lässt. Allerdings hat mein Testkocher die Macke, dass man das Ventil ein Stück aufdrehen muss, um es einzuklappen. Dies kann allerdings wie gesagt auch produktionsabhängig sein, da wahrscheinlich vor der Bohrung nicht die Phase des Gewindes überprüft werden kann.


Im Allgemeinen fühlt sich der Vega sehr robust an, sodass man nicht befürchten muss ein Teil abzubrechen, wenn man es mal kräftiger anfasst. Trotz der insgesamt robusten Bauweise ist die Gasregulierung sehr feinfühlig.
Durch die Gaszufuhr via Schlauch hat der Kocher zudem einen enorm niedrigen Schwerpunkt, was vor allen Dingen das Kochen mit großen und schweren Topfen angenehm macht.

Windschutz:

Der mitgelieferte Windschutz erfüllt seinen Zweck. Da es sich um einen gefalteten Alu-Windschutz handelt, lässt sich dieser zwar enorm klein verpacken, allerdings gibt es auch deutlich robustere Bauweisen. Die Lebensdauer des Windschutzes ist durch das ständige Falten enorm beschränkt. Man kann aber auch darauf achten ihn nicht immer an den gleichen Stellen zu falten, wodurch Risse deutlich hinausgezögert werden können.

Fazit:

Mit dem Optimus Vega kauft man einen leistungsstarken, robusten Kocher, der keine wirklichen Schwachstellen hat und mit dem man auch bei niedrigen Temperaturen gewappnet ist. Der 4-Season-Modus verbraucht zwar viel Gas, bringt aber dementsprechend auch Leistung unter den Topf. Preislich checkt der Optimus Vega bei ca. 95€ ein.

Dienstag, 16. April 2013

Regen aus - Sonne an !

Was war eigentlich mit diesem Winter los. REGEN, nichts als REGEN! Irgendwann hat man resigniert eingesehen, dass es mit dem Wochenendtrip in die erreichbaren Boulder/-Kletterspots aufgrund von deprimierender Dauerfeuchte und Tristesse einfach nix wird.
Je mehr sich die Semesterferien dem Ende neigten, desto ungeduldiger wurde ich. Irgednwann sollte es doch wohl noch einmal möglich sein in den letzten freien Tagen etwas trockenen Fels unter die Finger zu bekommen. Da sich allerdings an dem Dauerwinter in Deutschland nix ändern sollte hieß der neue Plan Südfrankreich, genauer gesagt St. Léger.


St. Léger, das bedeutet überhängendes Sinter und Leistengeballer vom Feinsten. Der Fels bietet hauptsächlich Touren im 7. und 8. Franzosengrad. Man sollte also mindestens 7a klettern, um in dem Gebiet richtig Spaß zu haben. Da die Touren insgesamt stark überhängen, gibt es bei jedem Wetter trockenen Fels und zwar auch dann, wenn das Wetter eigentlich Weltuntergangsstimmung verspricht.
Die Routenlänge rangiert dabei zwischen 15m und 35m, wobei es auch einzelne Ausnahmen mit bis zu 50m gibt. Man muss aber auch beachten, dass sich der Fels ähnlich verhält wie der fränkische Kalk. Das bedeutet, dass es insbesondere im Frühjahr ganz schön aus den Wänden rausdrücken kann. Die Wände sind allerdings in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet, sodass man Jahreszeiten orientiert die Wand wählen kann. Die Südwand ist allerdings flächenmäßig die größte.

Paul in "Spit Bull, 8a+"

Nach der langen Kletterpause starteten wir mit den kürzeren Touren, um uns dann langsam bis zu den 35m Ausdauerkrachern hochzuarbeiten. Unsere Highlights der kurzen Routen waren mit Sicherheit "Spit Bull, 8a+" und "Spit Bouse, 8a+" Gekrönt wurden die ersten 3 Tage mit perfekt blauem Himmel und Wind, wodurch wir erstmal unsere Sonnenakkus wieder aufladen konnten und gleichzeitig gute Bedingungen hatten. 

Dann schaute auch in Südfrankreich das europäische Tief vorbei. Das konnte uns allerdings ziemlich egal sein, da wir erstens nicht wie die Leute in Stuttgart in 20cm Schnee versanken und zweitens eh 70% der Routen trocken bleiben.Der ganze Spuk war aber auch nur von kurzer Dauer und es galt Regen aus -Sonne an! für die übrigen Tage.
Weitere Highlights waren auf jeden Fall "Al Andalouse, 8a" und die Panoramakante " Sault qui peut, 8a" 

Hans bei einem Versuch in "Sault qui peut, 8a"

Wenn man 8b klettern kann sollte man sich auf jeden Fall auch "Praniania" anschauen. Hier wird einem wirklich alles geboten: Mantel, Sinter, Überhang und Plattenrunout. Leider war der Urlaub für den Durchstieg dann doch zu kurz, aber Praniania ist sicher einer der Gründe für die nächste Fahrt in den Süden.

Chris in "Praniania, 8b"

Kaum kamen wir aus dem Süden zurück, kam auch die Sonne in Deutschland und dem Rest von Europa zum Vorschein. Die Kletersaison kann also endgültig starten. Da es ja nun auch in unserer Nähe schön wurde, stand einem Wochenendabstecher ins Kronthal auch nichts mehr im Wege. Mit südfranzösichher Ausdauer gelangen mir so kurz vor Semesterstart auch noch ein paar schöne Routen, wie "Le Théâtre du Nô, 8b", "Le Tango des grabataires, 8a" und "De la terre à l' Une, 8a" 

 altes Video von Jochen in "Théâtre du Nô, 8b"
Wie heißt es so schön Ende gut alles gut, aber etwas früher hätte die Sonne schon rauskommen können.