Freitag, 21. Dezember 2012

Testbericht: Ortovox Piz Boval Light Jacket

Die nach einem Berg in der Berniagruppe benannte Piz Boval Light Jacket ist eine Wendejacke, was bedeutet, dass wenn man sie auf Links zieht in einem leicht abgeänderten Style (Farbe, Ziernähte, Einschubtaschen, Nackenaufhänger) genauso gut tragen kann. Brusttaschen gibt es auf beiden Seiten, allerdings muss man auf einer Seite auf die Einschubtaschen und die Ziernähte verzichten.


links: normale Außenseite in blau mit Ziernähten und Einschubtaschen
rechts: Wendeseite in orange ohne Ziernähte oder Einschubtaschen
 

Material:
Füllung:   88% Schurwolle (Swisswool) / 12% Polylactid (Mais basiert); 90g/m2
Außen:    100% Nylon Micro Ripstop (wind- und wasserabweisend)

Gewicht:  ca. 340g größenabhängig

Erster Eindruck

Die Jacke fühlt sich leicht an und ist dank ,Athletic Fit’ auch mit breiteren Schultern angenehm zu tragen. Die Verarbeitung erscheint solide. Anders ausgedrückt: Die Nähte sind stabil, es gibt keine abstehenden Fäden und das Außenmaterial ist robust. Zusätzlich gibt es einen Packsack, in dem die Jacke mit maximal drei Litern Volumen verstaut werden kann.

Wintertauglichkeit

Die BovalPiz Light Jacket ist wie der Name schon sagt die light Version, was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht auch eisigen Temperaturen trotzt. Die windabweisende Eigenschaft zahlt sich besonders aus, wenn man starkem Wind ausgesetzt ist oder einfach nur mit dem Fahrrad unterwegs ist. Dabei kommt selbst durch den Reisverschluss, der in der Regel die Schwachstelle in der Windabweisung darstellt keine kalte Luft. Allerdings ist der Kragen etwas weiter geschnitten, weshalb man einen Schal oder ähnliches tragen sollte, damit hier keine Luft einströmt.
Da das Außenmaterial wasserabweisend ist, hält die Jacke auch leichtem Regen stand. Wasserdicht ist die Jacke allerdings nicht. Bei unbeständigen Wetterverhältnissen ist also eine Hardshell empfehlenswert. Da die Boval Piz Light, so dünn und leicht gearbeitet ist, lässt sich die Jacke auch sehr gut mit einer Hardshell kombinieren und darunter tragen.
Sollte man einmal Pech haben und in starken Regen geraten, wärmt die Jacke im nassen Zustand trotzdem deutlich besser als beispielsweise eine nasse Daune. Zudem ist die Jacke auch wieder schnell trocken.
Da das Kälteempfinden individuell ist kann ich keine Empfehlung zu bestimmten Temperaturen abgeben. Mich hat die Jacke allerdings bis ca. -5°C auch bei Wind warm gehalten. Für niedrigere Temperaturen würde ich mich aber für die wärmere Variante oder eine Daune entscheiden.

Swisswool

Die Merinowolle von Swisswool zeichnet die nachhaltige Produktion und die kurzen Transportwege aus. Die Wolle stammt aus der Schweiz und wird auch dort in regionalen Sammelstellen sortiert und weiterverwertet. Swisswool garantiert saubere trockene Wolle ohne Klunkern.

Fazit

Die Jacke überzeugt vor allem durch ihren hohen Tragekomfort und die Funktionalität. Kombiniert mit der soliden und nachhaltigen Verarbeitung ist die leichte Piz Boval eine gute Wahl bei niedrigen Temperaturen ohne wirkliche Schwachstellen.

Freitag, 7. Dezember 2012

Exhauscup 2012 --> Geschenke gibts erst an Weihnachten


 
Diesen Samstag fand die nun 20. Auflage des Exhaus-Cups in Trier statt. Zu dem 2ten Jahrzehnt gabs auch wieder ordentlich Action von den Ex-Men. 4 Wochen lang wurden mehr als 100 Boulder geschraubt, so dass von fiesen Leisten bis hin zu fetten Slopern alles dabei war.
Wie die Gallier den Römern, so widersetzt sich diese kleine Instance des gepflegten Bouldersports der Inflation der Bouldergrade.



Kurz gesagt: Geschenke gabs keine und so mussten sich Florence, Karin, Katja, Katharina, Milla und Hannah bei den Damen sowie Domme, Luke, Amos, Maxime, Marc und Marian bei den Herren ordentlich ins Zeug legen, um am Ende des Tages als die jeweils besten 6 von 120 Teilnehmern ins Finale einzuziehen.


Schließlich waren Florence und Domme am stärksten und konnten den Tagessieg für sich verbuchen.


An dieser Stelle nochmals ein riesiges Dankeschön an alle Sponsoren: Marmot, Monkee, Kleine Fluchten, Ocùn, Sport Simons, Skylotec, Slackline-Tools, Trick-17, Campingplatz Berdorf, Rocklands-Kletterhalle, Cube-Trier und Viking-Adventures.
Ein genauso großer Dank gilt natürlich allen, die über die letzten Wochen den Cup vorbereitet haben
und den zahlreich erschienenen Teilnehmern aus ganz Deutschland, Frankreich und noch ein paar anderen Staaten.


Aber nach dem Cup ist bekanntlich vor dem Cup und so freuen wir uns schon (vorausgesetzt die Welt geht nicht unter) auf den nächste Runde, dem 21. Exhaus Cup 2013. Be there!!!


Mittwoch, 5. Dezember 2012

Testbericht: Mammut 9.5 Infinity – Einfachseil


Das in der Schweiz fabrizierte Infinity ist ein 9,5mm dickes Einfachseil, das sich laut Hersteller besonders zum Sportklettern eignen soll.


Zu den Eigenschaften des Seils:

Fangstoß:                                  9,1kN                          Gewicht:                                 58/m
UIAA Stürze:                              8-9                              Mantelanteil:                           40%
Dehnung beim 1. Sturz:            29%                            Gebrauchsdehnung:              6,8%
Mantelverschiebung:                 0mm

Diese Daten besitzen einen statistischen relativen Fehler von 2%, die laut Mammut aus Rohstoff- und Produktionsschwankungen resultieren.

Außerdem besitzt das Seil noch einige Extras:

Coating FinishTM:         Teflonbeschichtung, um das Seil widerstandsfähiger zu machen
Super DryTM:                Mammuts beste Imprägnierung gegen Wasser und Dreck
Lap Coiled:                    macht Abrollen des Seils überflüssig und verhindert Krangeln von Anfang an


Handling des Seils

Ich habe das Seil ausschließlich zum Sportklettern benutzt und dabei den Grigri 1 und den Grigri 2 zum Sichern benutzt.

Das Seil fühlt sich sehr leicht an und macht einen robusten Eindruck. Vor allem letzteres schafft Vertrauen auch in ein dünnes Seil zu stürzen. Außerdem fühlt es sich weder zu weich noch zu starr an und besitzt so auch ein angenehmes Handling beim Einbinden und dem Clippen der Exen. Ein weiterer Grund warum das Seil gut performt ist die Lap Coiled Eigenschaft. Das Seil wird von Mammut nicht aufgerollt, was beim ersten Benutzen nicht nur lästig wieder abzurollen, sondern auch hauptsächlich für Krangel im Seil verantwortlich ist.
Stattdessen wird es in Schlaufen aufgenommen und durch ein Klettband fixiert. So kann man schnell und ohne Krangel starten.

Zum Sichern ist erstmal zu erwähnen, dass das Grigri 1 vom Hersteller nicht für ein 9,5mm Seil ausgelegt ist, weil bei Seilen unter 10 mm Durchmesser der Blockiermechanismus des Grigris versagen kann.
Nichtsdestotrotz möchte ich anreißen, dass das Sichern mit dem Grigri 1 überhaupt kein Problem darstellte. Das Seil machte auch beim allerersten Gebrauch keine Anstalten zu rutschen. Es ließ sich teilweise sogar ausgesprochen schwer ein und ausgeben, dafür, dass es sich um ein 9,5mm Seil handelt.
Das Handling mit dem Grigri 2 war deutlich angenehmer. Das Seil liegt mit seinem Durchmesser auch genau im Idealbereich von 9,4 bis 10,3 mm des Grigri 2. Ein schnelles Ausgeben und sicheres Ablassen ist daher kein Problem.

Abnutzung

Das Super DryTM Finish erfüllt seine Aufgabe ausgesprochen gut, was bedeutet, dass man am Ende eines Klettertages nicht den ganzen Staub der Fränkischen an seinem Seil hängen hat und danach an den Händen und im Sicherungsgerät wieder findet.
Allerdings hätte ich ein Seil, das vom Hersteller als ideales Sportkletterseil angepriesen wird robuster erwartet. Insbesondere dann, wenn die Fasern teflonbeschichtet sind, wodurch sie eigentlich besonders robust sein sollten. So zeigten sich schon am ersten Tag deutliche Abnutzungsspuren auf den ersten zwei Metern. Man muss also damit rechnen, dass das Seil schon nach kurzer Zeit gekürzt werden muss.


Ausfransung der ersten 2 Meter

Pro Planet

Was auf jeden Fall noch erwähnt werden sollte, auch wenn es nicht die Performance des Seils betrifft, ist die klimaneutrale und umweltschonende Produktion. Das Infinity 9,5 besitzt daher auch das bluesign®-Gütesigel.

Fazit

Ein wirklich gut performendes Seil mit tollem Handling, das einem trotz seinem geringen Durchmesser und Gewicht ein sicheres Gefühl beim Klettern gibt.
Über die Lap Coiled Eigenschaft wird man sich beim Gebrauch des Seils besonders freuen, da Krangel praktisch nicht vorkommen, was das Sichern extrem angenehm macht.
Deutliche Schwächen zeigen sich allerdings bei der Haltbarkeit. Ausfransen der ersten 2 Meter sollte nicht schon nach dem ersten Gebrauch auftreten.
Dies betreffend werde ich auch noch ein Update schreiben, wie sich das Seil über eine ganze Saison verhält.