Samstag, 27. Oktober 2012

Brotzeitschmankerl

Im Franken gibts bekanntlich nicht nur gutes Essen sondern auch guten Fels. Eigentlich sollte die Reise in der letzten Ferienwoche nochmal ans Projekt in Brione gehen, aber dort war das Wetter leider zu instabil. Fürs Bouldern im Franken konnte ich niemanden motivieren und so setzte ich mich einfach allein ins Auto um 4 Tage den goldenen Herbst auszunutzen.
Heute morgen bin ich aufgestanden und als ich aus dem Fenster geschaut habe, muss ich sagen, dass sich die Tage auf jeden Fall gelohnt haben. Aber nun zum Thema :
Mein eigentliches Ziel war "Mr. Bombastic" ein tolles Dach mit spannungslastigen Zügen und einem diffizilen Heelhookklemmer. Ein Freund hatte mir beschrieben wie ich den Block finde und so war ich mir dann auch sicher, dass ich nicht lange suchen müsste.


Tom Lindinger in" Mr. Bombastic"

Falsch gedacht! Es gibt an der B85 einfach derart viele Waldeinfahrten, dass ich dann doch völlig falsch geparkt hatte. Ich war mir trotzdem sicher: Hier bin ich richtig, packte folglich meine Pads und mein Kletterzeug aus und stapfte los. Mit drei Pads und Zubehör können sich 1000m auch schon mal lang anfühlen, als es dann aber nur noch steil bergauf ging zweifelte ich dann doch. Nach einer halben Stunde durch den Wald stapfen, hatte ich dann aber auch genug. Es ging also zurück ans Auto ohne auch nur in erdenklicher Nähe vom "Mr Bombastic" gewesen zu sein.
Kurz vor meinem Parkplatz sah ich dann plötzlich einen kleinen Trampelpfad. Mir war in diesem Moment völlig egal wohin dieser Weg führte. Ich wollte einfach nur wissen, ob ich nicht bei irgendwelchen Bouldern rauskomme. Pads auf den Weg geschmissen und los gings. Ohne ständig irgendwo mit den Pads hängenzubleiben fand ich dann auch schnell ein paar Weltklasseboulder.
Ganz zufällig hatte ich den Parkplatz fürs "V2, 8A" gefunden :-)
Motiviert holte ich die Pads nach und machte mich ans Ausbouldern. Viel zu tun gibts da eigentlich nicht, da der Boulder nur 4 Züge besitzt. Umso besser. Viel Zeit hatte ich eh nicht mehr.
Die Züge brachte ich schnell auf die Reihe, aber der Durchstieg musste dann doch noch einen Tag warten. 


"Altamira, 7C" konnte ich morgens auch noch klettern. Dieses wunderbare Ei wartet mit kühlschrankartigen Zügen und verlangt viel Spannung, die man vor allem auf die Heelhooks bringen muss. Oben raus wirds ein wenig eng, ist aber kein wirkliches Berührungsproblem. Nur eine Lampe sollte man mitbringen, da mit dem Laub auf den Bäumen kein Lichtstrahl auf diesen Boulder fällt.
Den Donnerstag verbrachte ich morgens am "Terminator, 8A" für dessen Crux ich endlich eine Lösung fand. Also gings auch relativ schnell daran Go's zu machen. Für den Durchstieg reichte es leider nicht, da meine Akkus für den Zug in die Henkelparade scheinbar einfach ausgeknipst wurden. Klassischer Stromausfall halt. Da kann man nix machen, außer ... weiterfahren ans "Steinbock, 8c"
Dort traf ich mich mit Tom und Jonas. "Steinbock" ist supersteil und hat eigentlich ausnahmslos gute Griffe. Der Start besteht in erster Linie aus Kompressionskletterei: Rechts hat man eine Sloperkante und links ein paar Leisten. Im Dach wirds dann spannungslastig und am letzten Zug durch einen Hepper nochmal richtig zum Durchstiegsproblem. 
Auch wenn wir nix hochgekommen sind, wars trotzdem ein geiler Tag. Klettern besteht nunmal zu 99% aus Fallen ;-) Leergepumpt gings tagsdrauf nach ein paar hilflosen Versuchen im "Terminator" und einer Ausbouldersession im "Flubber" wieder nach Mainz.
Ein paar wunderbare Tage waren es auf jeden Fall. Vielen Dank nochmal an Adam, der mich wie immer spontan bei sich aufgenommen hat :-)


Montag, 8. Oktober 2012

Neue Boulder braucht das Land

Diese Woche war ich mit Alex in Brione unterwegs und wer denkt, dass so ein klassisches Gebiet vollständig erschlossen ist, der liegt falsch. Schon auf der Fahrt erzählte mir Alex von neuen Blöcken, die noch zu putzen seien und zeigte mir die Fotos auf seinem Handy, die er im Frühjahr gemacht hatte.

Monduntergang am Mittwochmorgen

Ein Plan für den ersten Tag stand also schon auf der Anreise. Der Block musste geputzt und die Linien geklettert werden. Abends machten wir kurz noch Halt in Shollenen, einem kleinen Spot im Flussbett mit ein paar sehr guten Linien im 8A-8B Bereich. Leider wars hier so nass, dass wir das Ausbouldern auf einen anderen Urlaub verschieben mussten.
In Brione angekommen war auch hier alles nass. Die Blöcke im Wald trockneten auch nach mehreren Tagen nicht ab und so wurde das Bouldern insgesamt aufs Flussbett verschoben. Dort hatte allerdings das letzte Hochwasser ein Bild des Grauens hinterlassen und ich musste mir erstmal beim benachbarten Bildhauer eine Säge ertauschen. Gegen ein Bier und eine Rittersport wollte der mir gleich seine Kettensäge in die Hand drücken, was dem Ausmaß der Bäume auch angemessen gewesen wäre, allerdings läuft es sich mit der Kettensäge im Pad nicht ganz so gut. Ich entschied mich für die Handsäge, was aber auch gleichzeitig mehrere Stunden Arbeit bedeutete.

Alex beim Checken der Whirlpoollinie

Wie bereits gesagt war allerdings das Wetter an den meisten Tagen sehr feucht, so dass die meisten Projekte verschoben werden mussten. Bis auf den "Whirlpool, 8A", eine Linie an dem Block, von dem Alex mir die Fotos auf der Hinfahrt zeigte:



Den Boulder findet man, indem man vom unteren Parkplatz bei General Disarray, die Starße 200m flussabwärts läuft. An der 2. Leitplankenunterbrechung folgt man dem Pfad ins Flussbett. Man läuft quasi auf den Block direkt zu. Der Stehstart heißt übrigens "Bademeister, 7A". 
Demnächst gibts hoffentlich auch noch ein paar Boulder mehr, da wir die meiste Zeit der Woche mit Putzen und Landing bauen verbracht haben.