Dienstag, 11. September 2012

Testbericht: Chillaz - Sepp's Kletterhosn


Die Sepp’s Kletterhosn von Chillaz ist eine lange Kletterhose, die zu 70% aus Baumwolle, zu 28% aus Polyester und zu 2% aus Lycra besteht. Die Kniepartien sind leicht vorgeformt. Zudem ist hier das Material am dehnbarsten. Die Kletterhose besitzt Gürtelschlaufen, sowie zwei Hosentaschen. Verschlossen wird die Kletterhosn mit einem Druckknopf und einem Reißverschluss aus dem Hause YKK. Die Abkürzung steht übrigens für Yoshida Kōgyō Kabushikigaisha, der nebenbei der weltgrößte Reißverschlusshersteller ist. Am Hüftbund sind zwei elastische Bereiche eingearbeitet.


Die Kletterhosn von vorne, links und von hinten betrachtet


Erster Eindruck:

Die Hose fällt für Größe M relativ groß aus. Zum Vergleich: Ich trage normalerweise 33/34. Wie man auf den Bilder erkennen kann, darf der Kletterhosnträger also durchaus noch größer aber nicht viel kleiner sein.
Das Material erscheint mir gerade an den Kniepartien zwar dehnbar, allerdings dort auch am wenigsten robust. In den übrigen Partien ist der Stoff wesentlich fester, dafür aber auch weniger dehnbar.
Die Hose wiegt 400g, weshalb man insgesamt auch keinen zu dicken Stoff erwarten darf.                 

Tragekomfort:

Die Hose ist mit dem genannten Gewicht von 400g leicht und angenehm zu tragen und auch bei größeren Temperaturen (getestet bis 30°C) noch nicht unangenehm auf der Haut. Es gibt keine störenden Nähte oder Ähnliches.
Bewegungsfreiheit liefert die Hose genug, wobei ein etwas weiterer Schnitt an der Oberschenkelpartie nicht geschadet hätte.  
Durch den dehnbaren Bund ist der Hüftumfang von nicht so großer Bedeutung. Der Gummi ist dabei nicht so straff, dass man Ihn als störend empfinden könnte. Ist man allerdings zu dünn, ist ein Gürtel die einzige Option den Umfang des Hüftbundes zu reduzieren, was unter einem Klettergurt auch störend empfunden werden kann.


Klettern und Bouldern:

Die Kletterhosn hat vom Ägypter hinter den Ohren, über weites Ausspreizen und hohem Anstehen jede Bewegung mitgemacht. Letzteres kann bei vielen Hosen schnell zum Problem werden.
Eine Schwachstelle hat die Hose trotzdem. Dadurch, dass das dehnbare Material, das vor allen Dingen in der Kniepartie eingesetzt ist, die Hose dort besonders dehnbar macht, ist sie bei Knieklemmern nicht unbedingt ideal.
Wobei auch hier unterschieden werden muss. Der Standartknieklemmer, der einfach immer hält, geht natürlich auch mit der Kletterhosn. Da spielt die lange Hose vor allem für den Schmerzfaktor eine entscheidende Rolle. Da der Stoff dünn ist, darf man aber nur Linderung bei reibungsbedingten Schmerzen erwarten. Für Knieklemmer in scharfen oder spitzem Gestein sollte man dann besser auf eine dickere Hose zurückgreifen oder das Bein zusätzlich tapen. Für reibungsabhängige Knieklemmer ist die Hose durch das Elastan leider weniger geeignet.
Aber für diese Probleme hat der ambitionierte Kletterer wahrscheinlich eh sein Kneepad im Rucksack
liegen.

Fazit:

Insgesamt ist die Chillaz Sepp’s Kletterhosn eine rundum gut verarbeitete Hose ohne viel Schnickschnack.
Man sollte beim Kauf auf jeden Fall die Länge und die Weite beachten. M entspricht ungefähr der Länge 34-35. Unter einem gewissen Hüftumfang ist ein Gürtel notwendig. Ab Weite 33 hält die Hose aber auch so.

Freitag, 7. September 2012

Weltcup, Westdeutsche, Frankenjura

Die letzten Wochenenden war mächtig was los. Erst Weltcup in München, die Woche drauf Westdeutsche im Lead in St.Wendel und die letzten 2 Tage gechillt klettern im Frankenjura. Doch eins nach dem anderen.
Am Wochendende vom 25./26. August fand in München der letzte Boulderworldcup der Serie 2012 statt. Gleichzeitig war es für mich der erste Weltcup, an dem ich teilnehmen durfte. Montags und Mittwochs fand dann noch ein extra Training in der Boulderwelt statt, damit ich an den Volumen überhaupt ne Chance hätte.
Samstag war dann die Qualirunde. Um 11:20 sollte ich starten und so gings ne Stunde vorher in den Warmupbereich, wo man gleich merkte, dass hier doch ein ganz anderer Wind wehte, als auf den Deutschlandcups. 
Nach und nach kamen die Starter vom ersten Boulder zurück. Flash, 2nd Go, usw. alle ham se den Boulder getoppt. Normalerweise bin ich nicht mehr aufgeregt bei Wettkämpfen, aber wenn ein Publikum von 2000 Leuten vor der Wand steht, dann geht einem doch die Flatter, wenn man dann aufgerufen wird. Mir passierte dann, was ich gehofft hatte, vermeiden zu können. Ich verlor total den Plan und hatte keine Ahnung, was ich mit dem Boulder anfangen sollte. Zu viele Optionen im Kopf, aber keine durchziehbar. Scheiße! Das war's dann. Ohne Top in Boulder 1 hatte ich schon Angst mein Minimalziel nicht Letzter zu werden, könnte auch noch daneben gehen. 
Hinter der Wand trank ich dann nen guten Liter Wasser und mein Puls beruhigte sich wieder. Der Wettkampf war eh gelaufen und siehe da. 

Boulder 3 kurz vorm Top, leider hats nicht ganz gereicht
Die nächsten Boulder liefen dann auch schon wieder besser. Alles Kopfsache. Für mich war's samstags trotzdem vorbei und ich freute mich auf das Finale und die Afterclimb-Party. Wie die ganze Sache ausging weis eh schon jeder, wesshalb ich mir das Gelaber über das Finale spare. Auf jeden Fall war die Atmosphäre großartig und der Wettkampf extrem motivierend. Man sieht halt doch, dass Züge gehen, die man selbst nicht für möglich gehalten hätte.
Einen kurzen Zusammenschnitt vom Wettkampf gibts wie immer vom Udini:


Motivierend war auch die Party danach :-) Allein fürs Freibier und die Leberkässemmeln lohnt sich die Teilnahme am Weltcup. Montags heimfahren war dann leider nicht mehr drin und auch die Woche danach gings mir ziemlich dreckig.
Egal am Samstag wurde mit Seil angegriffen. Angemeldet hab ich mich bei den Westdeutschen nicht, da ich nicht auf Lead-Wettkämpfe stehe. Allerdings kann man schließlich auch nichts verlieren. Mit noch ziemlich üblen Magen und ohne Top in der Quali schaffte ich es dann als 10ter doch noch ins Finale. Eigentlich keine schlechte Ausgangsposition dachte ich. Man kann sich halt nur verbessern. Denkste. Die Tour hat mir zwar extrem gelegen, allerdings fielen 5 von 10 an der selben Stelle und da ich das mieseste Vorrundenergebnis hatte, landete ich auf Platz 7. Trotzdem ok dafür, dass es schließlich Gekabel war. Ein Videogibts auch. Hier bitteschön :-)

Vom Plastik hatte ich dann aber trotzdem genug und so gings die letzten 2 Tage, also Mittwoch und Donnerstag mit Stefan ins Frankenjura. Mittwochs haben wir uns zuerst, die nötige Portion Angst in schlecht gesichertem Bröselgelände abgeholt, um dann noch das "Holyfield, 10-" und das "Wounded Knee, 9-" zu probieren. Leider blieb uns beiden der Erfolg an diesem Tag an der Marientaler verwehrt.

Trockauer Wand

Donnerstags gings an die Trockauer Wand, die aktuell komplett trocken ist, was wohl nicht so oft vorkommt. Die Wand ist nördlich ausgerichtet und bietet somit ordentlich Schatten. Leider ist die Straße relativ nah, was zwar einen kurzen Zustieg, aber auch viel Lärm beschert. 
Stefan konnte diverse 8er klettern und ich toppte "Mars Attacks, 9-/9", "Blue Velvet, 9+" und "Steep Mud, 9+" Der Tag war also ein voller Erfolg und so gings gut getimed zurück, um dann 10min vor Zugabfahrt am Bahnhof in Weiterstadt anzukommen. Von dort gings dann direkt Richtung Mainz ins Blockwerk, wo der angeheizte Grill schon wartete :-)