Donnerstag, 29. März 2012

Can't get enough of Fontainebleau

Es sind noch immer Semesterferien und die freie Zeit will dank des guten Wetters auch zum Bouldern genutzt werden. Mein Plan war eigentlich ins Tessin zu fahren, um dort noch offene Rechnungen des letzten Trips zu begleichen. Allerdings wollte keiner mit, da es in Frankreich deutlich milderes Wetter hatte.
Also traf ich mich mit Martin abends nach einer Schraubersession im Blockwerk in Trier, um von dort aus nach Bleau zu düsen. Wir merkten relativ schnell, dass sich die Bedingungen im Vergleich zu 2 Wochen vorher drastisch verschlechtert hatten, wesshalb wir beschlossen nur noch morgens und abends richtig hart zu bouldern und den Mittag eher chillig mit Kaffeekochen verbacheten.
Donnerstags morgens gings nach Rempart, wo ich versuchte eine alte Rechnung mit "Big Golden assis" zu begleichen, was allerdings durch die südseitige Ausrichtung des Blocks vereitelt wurde. Daraufhin sind wir in den Schatten von Rocher Cassepot ausgewichen. Dort konnten wir dann "Triple Axel 7B+" und "Cent Pofs et Sans Reproche 7C" eine Begehung abringen. Nice :-)



Martin in "Double Axel" und ich in "Cent Profs et Sans Reproche"

Tags drauf gings dann erst Richtung "Opium" und dann an den Elephant Ouest. Aufgewärmt haben wir uns dort an der tollen Highballlinie "Dalle à Poly", um später an das größe Dach zu laufen, wo sich Martin und Gregor die geile Sinterdachlinie "Splatch 7B" abholen konnten.

Dennis in "Dalle à Poly"

Martin und ich konnten ein par Minuten drauf den fetten Dyno "Air Sweden 7B+" klettern, der eben nicht einfach nur nach oben, sondern horizontal durchs Dach zieht. Damit war der Tag dann aber noch nicht zu Ende. Zum Abschluss gings dann noch nach Manoury . Hier warteten warme Sloper auf uns. Nichtsdestotrotz konnte Martin "Baloo 7A+/B" und ich noch "Bagheera 7C " klettern. Baloo ist ein Untergriffproblem, das einem einiges an Spannung abverlangt, wogegen Bagheera am selben Block durch seine weiten Züge an perfekten Slopern besticht.
Die Nacht verbrachten wir diesesmal auf dem Sabot-Parkplatz, da es dort fließend Wasser gibt und es sich auch kilometertechnisch für den nächsten Tag anbot, den wir in Roche aux Oiseaux starteten.
Morgens trafen wir noch Scott und Kaddi die sich das gleiche Ziel gesetzt hatten. Scott und ich probierten derweil "La Mandarine 7C+", eine schöne überhängende Kante, an der vor allem weites Gepatsche und Kompression angesagt sind. Relativ unerwartet hing ich nach einigen Abgängen auf den unterliegenden Stein dann plötzlich am Schlüsselsloper, noch einmal Beine anziehen und oben raushenkeln. Shiggadang :-)   Gregor und Leo kamen dann später auch noch ins Gebiet und probierten zusammen mit Martin "Satan m' habite 7B+". 


Gregor spottet Martin in "Satan m' habite"

Am Abend probierten die Beiden dann noch "Vandale" und ich "Contre Sens", indem die Abgänge wirklich filmreif sind, wenn man fastkopfüber vom Top fällt. Beide Boulder waren etwas zu stark für uns, desshalb werden sie kommende Woche auch wieder attackiert ;-)
Sonntag = letzer Tag. Die wertvollen Stunden verbrachten wir in Sablons und in Isatis. "Modulor 7B+" hieß Martins und mein Ziel. Martin konnte es  relativ schnell wegknallen, während ich aufgrund meiner Armlänge nach einer alternativen Beta suchte. Nachdem ich meine Variante gefunden hatte und ich quasi mit meiner Brust bereits den Fels berührte gings klavierspielartig von Griff zu Griff bis ich endlich obendraufstand. Mit "Iceberg 7C" konnte ich dann in Isatis noch eine alte Rechnung begleichen und somit zufrieden den Vorheimwegskaffee am Auto kochen. Aber Samstag gehts ja wieder los. Mal schaun was dann läuft :-)

Sonntag, 11. März 2012

Ticino 24-4

Was sich hinter dem Titel verbirgt kann man eigentlich leicht erahnen. Alex und ich machten uns für vier Tage auf ins Tessin, wobei wir dank meiner am Tag vor der Abreise angekommenen Nightsessionlampen nicht durch die Dämmerung limitiert waren.

Unser Basecamp: Alex brutzelt Schupfnudeln mit Speck :-)

Alex Ziel dieses Urlaubs war Vecchio Leone (8B) einer der Classics in dem Grad in Europa. Bei seinem letzten Trip scheiterte er knapp und so stapften wir ziemlich gepsyched den Weg in den Wald hinauf, um festzustellen, dass der ganze Boulder mit Kondensat überzogen und somit unkletterbar war. Wir schauten uns nichtsdestotrotz noch weiter um und stellten fest, dass die Boulder allesamt ziemlich übel beieinander waren, allerdings konnten wir im Schein der Lampen noch die Züge vom Salamandre (8A) auschecken. Dabei riss ich leider auch einen der Startgriffe heraus, auf welchem man im Folgenden auch einen Knieklemmer legt, der nun ein kleinwenig mehr Spannung aus der Wade bedarf. Insgesamt handelt es sich bei dem Boulder um eine athletische Kletterei an Zangengriffen.
Der nächste Tag startete leider nicht viel besser: Nachdem wir unseren Kaffee gekocht hatten fing es an zu nieseln und die Feuchtigkeit in der Luft konnte man förmlich riechen. Im Flussbett sollte dennoch was gehen und wieder jeder Erwartung zeigte sich auch die Sonne schon während unserem Warmup am Henkelgeplänkel das ungefähr bei 7A eincheckt.
Später zeigte mir Alex noch den Ballermann einen schönen 7B+ Bug, der von Marc Stellbogen geputzt und erstbegangen wurde. Den Mittag verbrachten wir an Alex Project Pro Touch, dem er auch in diesem Urlaub leider keine Erstbegehung abringen konnte. Vier Mal flog er beim letzten harten Zug. Das Tessin wird also in nächster Zeit nochmal um einen schweren Boulder reicher.
Alex Boulder Blue Lagoon (7C+) kannte ich ja schon aus seinem Video, allerdings ist der Spot des Boulders mit der darunterliegenden Lagune in der Realität geradezu überwältigend. Den Boulder konnte ich mir im ersten Go abholen, sodass noch Zeit war nochmal zum Lurch in den Wald zu rennen. Also Lampen ausgepackt und die Zangen quetschen bis nichts mehr geht.
Im Durchstiegsgo hatte ich dann auch noch durch den Klemmer einen Krampf in der Wade, sodass ich die kleinen Tritte danach mit dem Gefühl eines Backsteins anstand. Den Schlüsselzug schaffte ich irgendwie trotzdem, allerdings musste ich mein Bein im Ausstieg mehrmals dehnen, um die nötige Präzesion auf die Tritte zu bringen. Hat aber ales irgendwie geklappt, aber unsrere Verfassung schrie nach einem Ruhetag, den wir am Mittwoch Morgen dann auch mit Kaffee in der Sonne und anschließendem Boulderputz einleiteten. In der Dämmerung packte mich dann aber doch nochmal die Sucht und wir liefen abermals in den Wald um Amber (8A+/B) zu probieren.



Der Boulder wartet mit kompressionsartigen Zügen und kam mir so durch die vielen Bleauurlaube etwas entgegen. Am nächsten Tag passten dann auch endlich die Bedingungen, die mit 5°C und Wind nicht hätten besser sein können. Sending Time :-) Nachdem ich die Einzelzüge nochmal gecheckt hatte, machte ich den 1. Go und fiel direkt oben an der Lippe ab, dass passierte auch gleich noch weitere 6 Mal, bis ich meinen Kram wieder zusammengepackt hatte und um einige Lagen Haut ärmer schon weiterziehen wollte. Alex schaute sich allerdings noch ein paar umliegende Blöcke an, also beschloss ich noch einen letzten Go zu starten. Die unteren Züge hatte ich nun lässig drauf und diesesmal hielt auch mein Hook bis ich die Ausstiegsgriffe in der Hand hatte. Noch rausschierbeln, nice, der Go hate sich gelohnt :-) Amber ist bislang mein schwerster Boulder in dem Style, aber es fühlt sich so an, als sei da noch Luft nach oben. Nun war auch Vecchio Leone trocken und Alex legte im dritten Go einen atemberaubend lockeren Durchstieg hin. Zum Abschluss gings dann noch ans Fake Pamplemousse (8A) ,der schon sehr stark einer Systemwand ähnelt, was die Qualität jedoch nicht schmälert. Ich probierte mich am Originalstart, der zwar etwas unlogisch ist, da dass Flussbett nicht mehr die alte Höhe hat, trotzdem meiner Meinung nach einen Teil der Schwierigkeit ausmacht. Der Topout schien möglich, also wollte ich auch diesen anhängen, aber er stellte sich als besonders griffarme "schwarze Gemüseplatte" heraus. Überlebt habe ich trotzdem da weiter links ein netter Sloper erreichbar war.

Alex bei einem Versuch in Special Edition

Zum Abschluss des Urlaubs blieb nur noch Special Edition (7C+) zu klettern. Dieser Block steht etwas abseits und ist vom Charakter her sehr bleauähnlich. Die Kompressionszüge stellten sich als leichter heraus als erwartet, sodass sich die Crux leider auf einen Zug beschränkte. Trotzdem ein toller Boulder, den man Mal gemacht haben sollte.
Damit war der Urlaub dann leider schon vorbei. Durch das Potenzial an guten Bouldern und die hohe Projektdichte ist ein baldiges Wiederkommen jedoch nicht grade unwahrscheinlich ;-)