Sonntag, 12. Februar 2012

Rockin' Rempart

Kalt ists zurzeit. Da macht man nur ungern den Schritt vor die Tür...es sei denn man befindet sich auf dem Weg zum Auto, um direkter Weise nach Fontainebleau aufzubrechen.
Als Dominik und ich unseren Kram im Auto verstauten, hatten wir schon noch gewisse Zweifel, ob denn in Bleau was geht und rechneten uns eine 50-50 Chance darauf aus, dass uns eisüberzogene Blöcke bei sibirischen Bedingungen erwarten, die eigentlich ein direktes Umkehren verlangen, gegen absolut perfekte Bedingungen. Dazwischen gabs eigentlich nix.
Als wir in Bleau ankamen war von Schnee keine Spur und die Luftfeuchte betrag nur unglaubliche 35%. Die Felsensucht staute sich schon die ganze Fahrt über an und so wählten wir Rempart als ersten Zielspot, parkten das Auto am Schnellzustieg und liefen voller Vorfreude mit Gepäck und Hund zu den Blöcken. Durch die Lage Remparts hat man eigentlich den ganzen Tag Sonne und so wars sogar möglich im T-Shirt zu bouldern :-) Aufgewärmt haben wir uns an einer unbekannten 7B, die wir beide schnell klettern konnten


und am "Immodium" einem tollen Dyno, den man entweder gegen die offene Tür oder mittels Ninjatechnics springen konnte.


Der Sitzstart war schnell angefügt und so gings dann an etwas Schwereres. "Fourmis Rouges" und "Big Boss" hatte ich noch von meinen letzten Urlauben offen. Angesichts der großartigen Bedingungen und meiner endlich auskurierten Verletzung meiner Finger gingen beide Boulder in nur wenigen Versuchen :-) So kann ein Boulderurlaub starten.
Motiviert gings dann ans "Gourmandise". Auf dem Weg dorthin kam mir lustigerweise Olivier entgegen, mit dem Haroun und ich während den Dreharbeiten zu "Better than Choclate" zwei fette Wochen im Magic Wood und Tessin erlebt haben. Am Block selbst waren schon Jimmy, Lucas und Brooks am Gange, denen wir uns dann einfach angeschlossen haben. Jimmy knallte zuvor schon "Kheops assis" weg und zeigte uns nun beeindruckend wie leicht ein 8A+ Boulder ausschauen kann. Mittlerweile hat er auch "The Island" , "Partage" und nen ganzen Haufen anderer schwerer Boulder weggezogen. Die Züge vom "Gourmandise" galangen mir zwar nicht alle, aber es war trotzdem sehr motivierend nach dem letzten Jahr endlich wieder was Schweres probieren zu können. Gegen Abend ließ ich dann noch ein paar Versuche im "Atresie" und "Blitz assis" von dem mir das letzteres dann tagsdrauf auch gelang.
Am 2. Tag gings nach Bas Cuvier, wo Dominik mit "Carnage assis" noch eine alte Rechnung beglich. Leider scheiterte ich an "Apotheose", konnte dafür aber "Infidèle" bouldern und eine astreine Begehung von "Hypothese" durch einen älteren Herrn beobachten.
Den Abend verbrachten wir dann wieder in Rempart, wohin uns dann auch noch die Luxembourger Yves, JM und Pierre begleiteten.
Sonntag: Warmup in Isatis, dann wie sollte es anders sein: Rempart :-D Das Gebiet hat einfach zuviele geile Boulder um woanders zu frieren. Der Plan für heute war "Noir Desir" und "Manolo". Manolo ist ein kleines Dach- und Mantelproblem, dass auf jeden Fall durch seine abgefahrenen Bewegungen besticht. Fußklemmer, Toehooks durchlaufen und rausdrücken :-)
Daneben hatte es noch eine scarry 7B "Ou are You?", die ich vor unserer Abfahrt ins kalte Deutschland noch mitnehmen wollte.

Nachdem ich zweimal ganz oben abgegeangen bin, rutschte mir im Durchstieg dann auch noch der Fuß und ich zitterte mich über die schlechten Marmorsloper auf den Block. Nice und gleichzeitig schade, dass es wieder zurück ging. Aber mit "Cannibal Corpse" wartet auch in HD noch ein Sahneboulder, der unbedingt noch einer Begehung bedarf :-)

Mittwoch, 8. Februar 2012

"If you stop improving start training!"


Getreu dem obigen Vorbild brauchten wir letzten Herbst ein neues Trainingsgerät, für das sich unser Flur herrlich anbot. Ein WG-Campusboard muss her, so der einhellige Entschluss der 3 kletternden der 4 WG-Bewohner.

ein leerer Flur: kein schöner Anblick

Lena war erstmal skeptisch. Als Thomas und ich es dann allerdings natürlich gutverarbeitet in den Flur gezimmert haben und 90% der WG-Besucher es nicht wahrgenommen haben, war aber auch sie zufrieden. Unser Vermieter fand das Ganze ziemlich interessant, da er den Bauvorgang quasi schrittweise mitverfolgen konnte, weil er fast täglich wegen unserer kaputten Heizung in der Wohnung war.

Thomas bringt den ersten Balken an

2 weitere Balken folgen

der letzte Balken der Grundkonstruktion

Das Holz stellte uns Viktor, Krissis Vater zur Verfügung und die Platten sind aus der alten Warmup-Wand des Exhaus recycelt worden, welche ich in Trier schon zugesägt hatte. Nur so passten sie ins Auto...leider aber nicht in unsere Konstruktion :-(

anpassen der Balken

Wir hatten schlichtweg die Baukunst von geraden Wänden unserer Wohnung vorausgesetzt, was sich allerdings als falsch herausstellte. Die Summe der Winkel war keiner 360° daraus folgt: Unsere Wand war sowas von krumm, dass zusätzlich ein paar Stichsägeeinheiten im Keller nötig waren um die noch geraden Platten den schiefen Wänden anzupassen.
Nun musste nur noch alles an die Wand und hätten wir gleich die richtigen Dübel gekauft, hätten wir uns auch den 2. Weg in den Baumarkt zum Kauf neuer Bohrer sparen können. Zum 3. Mal Max Bahr weil die Schauben versenkt werden mussten, das 4. Mal, weil die Ec-Kartenstation genau dann, als wir an der Kasse standen den Geist aufgab und natürlich keiner von uns Bares dabei hatte.

die erste Campusleiste :-)

fast fertig

Nachdem der Rohbau fertig war, folgten Leisten und diverse Griffe im Dach die Viktor und ich an seiner Fräse zurecht gesägt hatten, sowie noch ein paar Henkel für Krissi und Ana und mein altes Moonboard, das mir schon in der letzten Wohnung treue Dienste erwiesen hat.

2 Reihen Leisten+ Moonboard + diverse Griffe im Dach = fertig :-D

Wer also in Lust auf Training hat, kann ja mal vorbeischaun :-) RockOn!