Dienstag, 17. Januar 2012

Zum Wohl die Pfalz

Ja man kann nicht nur im fernen Afrika auf geile Eisenpuffer und abgefahrene Dachstrukturen stoßen, sondern auch gar nicht so weit entfernt in der schönen Pfalz. Knapp 130km von Mainz findet sich beim Forsthaus Annweiler der Kirschfels, der auch unserer Umgebung einen 5 Sterne Dachboulder beschert.
Letzten Sonntag fuhren also Alex und ich nach einem kurzen Espressostopp bei mir an besagtes Dach, um uns dort mit Felix und Luke zu treffen. Dort angekommen begrüßten wir aber gleich den ganzen Pfälzertrupp.


Alex Ziel war der "Selbsterhaltungstrieb", den er schon einige Male probierte, ihn aber kurz vorm Top immer wieder abgeworfen hat. Der Name ist bei dem Boulder auch gleich Programm:
Nach den anstrengenden Zügen im Dach warten am Ende noch ein paar Moves die zwar nur bei 7B oder so liegen sollten, aber bei Nichtgelingen hinter dem Plateau 2m tiefer irgendwo in der Walachei enden. Pads hatten wir auf jeden Fall genug, Sonne auch und nebenbei noch einen herrlichen Ausblick auf das Pfälzer Bergland.

Mit soviel Freunden und Pads machts Bouldern gleich doppelt Spaß und so konnte Alex nach ein paar Versuchen den Boulder durchsteigen. Er löste die Crux durch Fahrradfahren an einem abschüssigen Klötzchen, um dann auf ein kleines Leistchen abzufassen, durchzukreuzen und dann brutal aufzuhangeln. Es folgten die bereits erwähnten 7B-Züge, die mit dem entsprechenden Pump in den Armen doch noch spannend wurden und der erlösende Zug zum Tophenkel. Shiggadang!!! :-)
Da ich den Toehook nicht auf die Reihe bekam, versuchte ich die Crux durch einen Heelhook auf dem Eisenteller zu lösen und gleich durchzukreuzen. Es klappte durch das Aufhangeln an einer kleineren Leiste, die aber eine günstigere Position hatte.
Motiviert durch die neue Lösung stieg ich ein und schaffte den Aufhangler...dranbleiben...der Zug an die Zwischenleiste ... passt ... weiterschnappen ... die Uhr doppeln ... ein geniales Glücksgefühl überkam mich als ich den Top in der Hand hatte. Nice :-D
Nach dem Erfolg checkte Alex noch einen neuen Boulder aus und landete nach einem Griffausbruch ziemlich unsanft auf den Steinen darunter. Daraufhin beließ er es dabei und wir genossen alle noch ein wenig die Sonne.


Nach einer am Ende doch noch erfolgreichen Bouldersuchoddyssee in Schopp ging es dann schließlich zurück nach Mainz. Allerdings nicht ohne schon Pläne für die nächsten Tage zu schmieden :-)


Sonntag, 15. Januar 2012

2012 !!! Die Zeit läuft!

Wie jedes Jahr sollte auch 2011 am Block zuende gehen und gemäß den Wettervorhesagen fiel die Wahl auf die Boulder des Tessins nicht schwer. Erleichtert wurde diese Entscheidung durch die Tatsache, dass Millas Eltern ein Haus am Lago Maggiore haben, welches mit zwei weiteren angemieteten Hütten unsere Residenz für die letzte Woche des Jahres sein sollte.
Da 2012 bekanntlich das letzte Jahr überhaupt sein soll entschieden Nils und ich schon einen Tag früher loszufahren, um so einen zeitlichen Vorsprung gegenüber den Weltuntergangspropheten zu haben.

der Ausblick von unserer späteren Hütte :-)

Diese heroische Entscheidung wurde auch prompt vom Wettergott mit strahlendem Sonnenschein und perfekten 5°C belohnt. :-) So starteten wir also mit einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht und vor Motivation beinahe explodierend zum "Conquistadors", einem Kühlschrankboulder, den ich noch aus meinem letzten Silvesterbesuch im Tessin offen hatte.
Dieses Soll war angesichts der hervorragenden Ausgangssituation schnell erfüllt und das Grinsen auf dem Gesicht wurde auch wenn kaum möglich noch größer :-D
Nils probierte noch eine 7A, was leider an seiner Handverletzung scheiterte und so zogen wir um in den Sektor 101, wo wir uns in den letzten Sonnenstunden des Tages noch "The Arete with the Pocket" anschauten. Im Dunkeln gings dann den langen Weg zurück für den man sicherlich die goldene Wandernadel hätte vergeben können.
Nach einigen Irrleitungen der Kölner Navigation trafen wir schließlich auch den Rest der Urlaubsfraktion. Dieser Rest bestand aus Nico, Rebecca, Sebastian, Carina, Milla, Christoph, Freddy und Lena. Daniel sowie die Kölner Ingo, Tatjana und Jule kamen dann noch ein paar Tage später. Wir waren also doch schon ein ganz mächtiger Trupp.

Nach dem Bezug der Hütten stellten sich sogleich einige Besonderheiten der Häuschen heraus:
Unsere Hütte hatte keine Heizung und dank schlechter Isolierung auch im Inneren Außentemperatur, protzte dafür aber mit dem besten Ausblick vom Doppelbalkon über den Lago mit einem geradezu dekadenten Sonnenaufgang. Millas Hütte war voll eingerichtet direkt gegnüber von unserer aber dafür relativ platzarm. Die letzte Hütte war die Prollhütte ein paar Straßen tiefer mit Dusche, Heizung und mächtig viel Raum, sodass wir das erste abendliche Bier (und alle weiteren) dort stilgerecht genießen konnten.

unsere Hütte

Für die nächsten Tage standen Avegno und Brione auf dem Plan. Dort wurden einige Highlights wie "Marilyn Monroe", "Sonnenanbeter", oder "Polly Pocket" niedergerungen und so manch anderer Klassiker probiert.

"Fake Pampelmousse"

Das Gebiet Avegno liegt mitten im Maggiatal und bietet besten Fels von moderaten Schwierigkeiten bis hin zu noch ungelösten Problemen. Ein aufschlussreiches gut beschriebendes Topo gibts auf http://www.bimano.ch/gebiete/avegno. Außerdem ist dieses Gebiet insbesondere dann empfehlenswert, wenns im Norden des Tessins mal wieder brutales Scheißwetter hat; dann kann es nämlich sein, dass hier durch die südlichere Lage noch die Sonne scheint.

Sebastian in "The Balance Act"

Zudem wartet das Gebiet mit so mancher Perle auf. Absolute Must Do's sind "Balomina destra"
"Polly Pocket", "Pincetta" und "The Small Nose". Aber auch die übrigen Boulder sind nicht von geringerer Qualität. Leider verpassten wir einen Besuch des Sektors Torbeccio (aus irgendeinem Grund fehlte diese Seite in unserem Ausdruck ), der direkt an der Maggia gelegen ist und mit "Des Rätsels Lösung" einen Topboulder des Gebiets bereithält.


Carina in "Vertigo"

Gegen Ende 2011 wurde das Wetter im Norden leider zunehmend schlechter, was die Stimmung allerdings nicht trüben sollte. Wir hatten im neuen Jahr ja noch ein Paar Tage Zeit. Außerdem bleiben einige Boulder doch sogut wie immer trocken. Ich probierte "Frank's wild years" und Christoph sicherte sich eine Wasserbegehung vom "Jungle Book Stehstart". Nachdem wir dann noch in Avegno einen Tag die Sonne genießen konnten und der Urlaub zu Ende ging, war es uns dann auch egal, dass das Wetter tagsdrauf endgültig für den Arsch war.
Wir sollten nur nicht vergessen unsere Projekte so schnell wie möglich abzuhaken, denn der Mayakalender sieht kein Jahr 2013 mehr vor. Auf der anderen Seite sind die Maya selbst schon ne Weile im Jenseits und hatten damit nicht die Gelegenheit einen neuen Kalender zu erstellen, was bedeutet, dass unsere Gesellschaft dem organisatorischem Fail eines Verwaltungsbeamten der vorchristlichen Epoche erliegt.