Freitag, 21. Dezember 2012

Testbericht: Ortovox Piz Boval Light Jacket

Die nach einem Berg in der Berniagruppe benannte Piz Boval Light Jacket ist eine Wendejacke, was bedeutet, dass wenn man sie auf Links zieht in einem leicht abgeänderten Style (Farbe, Ziernähte, Einschubtaschen, Nackenaufhänger) genauso gut tragen kann. Brusttaschen gibt es auf beiden Seiten, allerdings muss man auf einer Seite auf die Einschubtaschen und die Ziernähte verzichten.


links: normale Außenseite in blau mit Ziernähten und Einschubtaschen
rechts: Wendeseite in orange ohne Ziernähte oder Einschubtaschen
 

Material:
Füllung:   88% Schurwolle (Swisswool) / 12% Polylactid (Mais basiert); 90g/m2
Außen:    100% Nylon Micro Ripstop (wind- und wasserabweisend)

Gewicht:  ca. 340g größenabhängig

Erster Eindruck

Die Jacke fühlt sich leicht an und ist dank ,Athletic Fit’ auch mit breiteren Schultern angenehm zu tragen. Die Verarbeitung erscheint solide. Anders ausgedrückt: Die Nähte sind stabil, es gibt keine abstehenden Fäden und das Außenmaterial ist robust. Zusätzlich gibt es einen Packsack, in dem die Jacke mit maximal drei Litern Volumen verstaut werden kann.

Wintertauglichkeit

Die BovalPiz Light Jacket ist wie der Name schon sagt die light Version, was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht auch eisigen Temperaturen trotzt. Die windabweisende Eigenschaft zahlt sich besonders aus, wenn man starkem Wind ausgesetzt ist oder einfach nur mit dem Fahrrad unterwegs ist. Dabei kommt selbst durch den Reisverschluss, der in der Regel die Schwachstelle in der Windabweisung darstellt keine kalte Luft. Allerdings ist der Kragen etwas weiter geschnitten, weshalb man einen Schal oder ähnliches tragen sollte, damit hier keine Luft einströmt.
Da das Außenmaterial wasserabweisend ist, hält die Jacke auch leichtem Regen stand. Wasserdicht ist die Jacke allerdings nicht. Bei unbeständigen Wetterverhältnissen ist also eine Hardshell empfehlenswert. Da die Boval Piz Light, so dünn und leicht gearbeitet ist, lässt sich die Jacke auch sehr gut mit einer Hardshell kombinieren und darunter tragen.
Sollte man einmal Pech haben und in starken Regen geraten, wärmt die Jacke im nassen Zustand trotzdem deutlich besser als beispielsweise eine nasse Daune. Zudem ist die Jacke auch wieder schnell trocken.
Da das Kälteempfinden individuell ist kann ich keine Empfehlung zu bestimmten Temperaturen abgeben. Mich hat die Jacke allerdings bis ca. -5°C auch bei Wind warm gehalten. Für niedrigere Temperaturen würde ich mich aber für die wärmere Variante oder eine Daune entscheiden.

Swisswool

Die Merinowolle von Swisswool zeichnet die nachhaltige Produktion und die kurzen Transportwege aus. Die Wolle stammt aus der Schweiz und wird auch dort in regionalen Sammelstellen sortiert und weiterverwertet. Swisswool garantiert saubere trockene Wolle ohne Klunkern.

Fazit

Die Jacke überzeugt vor allem durch ihren hohen Tragekomfort und die Funktionalität. Kombiniert mit der soliden und nachhaltigen Verarbeitung ist die leichte Piz Boval eine gute Wahl bei niedrigen Temperaturen ohne wirkliche Schwachstellen.

Freitag, 7. Dezember 2012

Exhauscup 2012 --> Geschenke gibts erst an Weihnachten


 
Diesen Samstag fand die nun 20. Auflage des Exhaus-Cups in Trier statt. Zu dem 2ten Jahrzehnt gabs auch wieder ordentlich Action von den Ex-Men. 4 Wochen lang wurden mehr als 100 Boulder geschraubt, so dass von fiesen Leisten bis hin zu fetten Slopern alles dabei war.
Wie die Gallier den Römern, so widersetzt sich diese kleine Instance des gepflegten Bouldersports der Inflation der Bouldergrade.



Kurz gesagt: Geschenke gabs keine und so mussten sich Florence, Karin, Katja, Katharina, Milla und Hannah bei den Damen sowie Domme, Luke, Amos, Maxime, Marc und Marian bei den Herren ordentlich ins Zeug legen, um am Ende des Tages als die jeweils besten 6 von 120 Teilnehmern ins Finale einzuziehen.


Schließlich waren Florence und Domme am stärksten und konnten den Tagessieg für sich verbuchen.


An dieser Stelle nochmals ein riesiges Dankeschön an alle Sponsoren: Marmot, Monkee, Kleine Fluchten, Ocùn, Sport Simons, Skylotec, Slackline-Tools, Trick-17, Campingplatz Berdorf, Rocklands-Kletterhalle, Cube-Trier und Viking-Adventures.
Ein genauso großer Dank gilt natürlich allen, die über die letzten Wochen den Cup vorbereitet haben
und den zahlreich erschienenen Teilnehmern aus ganz Deutschland, Frankreich und noch ein paar anderen Staaten.


Aber nach dem Cup ist bekanntlich vor dem Cup und so freuen wir uns schon (vorausgesetzt die Welt geht nicht unter) auf den nächste Runde, dem 21. Exhaus Cup 2013. Be there!!!


Mittwoch, 5. Dezember 2012

Testbericht: Mammut 9.5 Infinity – Einfachseil


Das in der Schweiz fabrizierte Infinity ist ein 9,5mm dickes Einfachseil, das sich laut Hersteller besonders zum Sportklettern eignen soll.


Zu den Eigenschaften des Seils:

Fangstoß:                                  9,1kN                          Gewicht:                                 58/m
UIAA Stürze:                              8-9                              Mantelanteil:                           40%
Dehnung beim 1. Sturz:            29%                            Gebrauchsdehnung:              6,8%
Mantelverschiebung:                 0mm

Diese Daten besitzen einen statistischen relativen Fehler von 2%, die laut Mammut aus Rohstoff- und Produktionsschwankungen resultieren.

Außerdem besitzt das Seil noch einige Extras:

Coating FinishTM:         Teflonbeschichtung, um das Seil widerstandsfähiger zu machen
Super DryTM:                Mammuts beste Imprägnierung gegen Wasser und Dreck
Lap Coiled:                    macht Abrollen des Seils überflüssig und verhindert Krangeln von Anfang an


Handling des Seils

Ich habe das Seil ausschließlich zum Sportklettern benutzt und dabei den Grigri 1 und den Grigri 2 zum Sichern benutzt.

Das Seil fühlt sich sehr leicht an und macht einen robusten Eindruck. Vor allem letzteres schafft Vertrauen auch in ein dünnes Seil zu stürzen. Außerdem fühlt es sich weder zu weich noch zu starr an und besitzt so auch ein angenehmes Handling beim Einbinden und dem Clippen der Exen. Ein weiterer Grund warum das Seil gut performt ist die Lap Coiled Eigenschaft. Das Seil wird von Mammut nicht aufgerollt, was beim ersten Benutzen nicht nur lästig wieder abzurollen, sondern auch hauptsächlich für Krangel im Seil verantwortlich ist.
Stattdessen wird es in Schlaufen aufgenommen und durch ein Klettband fixiert. So kann man schnell und ohne Krangel starten.

Zum Sichern ist erstmal zu erwähnen, dass das Grigri 1 vom Hersteller nicht für ein 9,5mm Seil ausgelegt ist, weil bei Seilen unter 10 mm Durchmesser der Blockiermechanismus des Grigris versagen kann.
Nichtsdestotrotz möchte ich anreißen, dass das Sichern mit dem Grigri 1 überhaupt kein Problem darstellte. Das Seil machte auch beim allerersten Gebrauch keine Anstalten zu rutschen. Es ließ sich teilweise sogar ausgesprochen schwer ein und ausgeben, dafür, dass es sich um ein 9,5mm Seil handelt.
Das Handling mit dem Grigri 2 war deutlich angenehmer. Das Seil liegt mit seinem Durchmesser auch genau im Idealbereich von 9,4 bis 10,3 mm des Grigri 2. Ein schnelles Ausgeben und sicheres Ablassen ist daher kein Problem.

Abnutzung

Das Super DryTM Finish erfüllt seine Aufgabe ausgesprochen gut, was bedeutet, dass man am Ende eines Klettertages nicht den ganzen Staub der Fränkischen an seinem Seil hängen hat und danach an den Händen und im Sicherungsgerät wieder findet.
Allerdings hätte ich ein Seil, das vom Hersteller als ideales Sportkletterseil angepriesen wird robuster erwartet. Insbesondere dann, wenn die Fasern teflonbeschichtet sind, wodurch sie eigentlich besonders robust sein sollten. So zeigten sich schon am ersten Tag deutliche Abnutzungsspuren auf den ersten zwei Metern. Man muss also damit rechnen, dass das Seil schon nach kurzer Zeit gekürzt werden muss.


Ausfransung der ersten 2 Meter

Pro Planet

Was auf jeden Fall noch erwähnt werden sollte, auch wenn es nicht die Performance des Seils betrifft, ist die klimaneutrale und umweltschonende Produktion. Das Infinity 9,5 besitzt daher auch das bluesign®-Gütesigel.

Fazit

Ein wirklich gut performendes Seil mit tollem Handling, das einem trotz seinem geringen Durchmesser und Gewicht ein sicheres Gefühl beim Klettern gibt.
Über die Lap Coiled Eigenschaft wird man sich beim Gebrauch des Seils besonders freuen, da Krangel praktisch nicht vorkommen, was das Sichern extrem angenehm macht.
Deutliche Schwächen zeigen sich allerdings bei der Haltbarkeit. Ausfransen der ersten 2 Meter sollte nicht schon nach dem ersten Gebrauch auftreten.
Dies betreffend werde ich auch noch ein Update schreiben, wie sich das Seil über eine ganze Saison verhält.

Freitag, 16. November 2012

Der Countdown läuft!!! --> ExhausCup 2012


"Genügend Kraft ist ein Zustand, den es gar nicht gibt" formulierte Wolfgang Güllich. Gemäß diesem Motto gilt es Leisten knallen, Sloper pressen, Einarmige ziehen und die Gewichtsweste wieder aus dem Keller holen, um am geilsten und ältesten Bouldercup Deutschlands fit an den Start zu gehen.

Die Fakten sind:

--> fast 100 Boulder in allen Graden 
--> fettes Finale der jeweils besten 6 Damen und Herren
--> geile Preise von unseren Sponsoren
--> Bier und Futter für kleines Geld

Ab 9:00 Uhr öffnen wir für euch am 01.12 die Türen und ab 10:00 könnt ihr euch an den Bouldern beweisen. Um 18:00 wird dann ausgewertet und umgeschraubt. Um 19:00 wird dann entweder hart um den Tagessieg gefightet oder mindestens genauso hart angefeuert. :-) Danach gibts Bier und es wird gefeiert.

Der Eintritt kostet 15 Euronen incl. fettem T-Shirt.

An dieser Stelle auch ein riesiges Dankeschön, an alle Sponsoren, ohne die der Cup so wie er ist nicht möglich wäre. Dieses Jahr gibts Preise von SlacklineTools, Kleine Fluchten, Ocùn, Monkee und von Marmot. Letztere stellen mit 2 Daunenschlafsäcken sicher, dass die Besten der Besten auch im Winter hart an den Blöcken der Welt anreißen können. Die T-Shirts werden vom Cube Trier und Viking-Adventures gesponsort.

Also kommt zahlreich, denn Ausreden lassen wir keine gelten.

Exhaus-Cup 2012 --> Be There!

Samstag, 27. Oktober 2012

Brotzeitschmankerl

Im Franken gibts bekanntlich nicht nur gutes Essen sondern auch guten Fels. Eigentlich sollte die Reise in der letzten Ferienwoche nochmal ans Projekt in Brione gehen, aber dort war das Wetter leider zu instabil. Fürs Bouldern im Franken konnte ich niemanden motivieren und so setzte ich mich einfach allein ins Auto um 4 Tage den goldenen Herbst auszunutzen.
Heute morgen bin ich aufgestanden und als ich aus dem Fenster geschaut habe, muss ich sagen, dass sich die Tage auf jeden Fall gelohnt haben. Aber nun zum Thema :
Mein eigentliches Ziel war "Mr. Bombastic" ein tolles Dach mit spannungslastigen Zügen und einem diffizilen Heelhookklemmer. Ein Freund hatte mir beschrieben wie ich den Block finde und so war ich mir dann auch sicher, dass ich nicht lange suchen müsste.


Tom Lindinger in" Mr. Bombastic"

Falsch gedacht! Es gibt an der B85 einfach derart viele Waldeinfahrten, dass ich dann doch völlig falsch geparkt hatte. Ich war mir trotzdem sicher: Hier bin ich richtig, packte folglich meine Pads und mein Kletterzeug aus und stapfte los. Mit drei Pads und Zubehör können sich 1000m auch schon mal lang anfühlen, als es dann aber nur noch steil bergauf ging zweifelte ich dann doch. Nach einer halben Stunde durch den Wald stapfen, hatte ich dann aber auch genug. Es ging also zurück ans Auto ohne auch nur in erdenklicher Nähe vom "Mr Bombastic" gewesen zu sein.
Kurz vor meinem Parkplatz sah ich dann plötzlich einen kleinen Trampelpfad. Mir war in diesem Moment völlig egal wohin dieser Weg führte. Ich wollte einfach nur wissen, ob ich nicht bei irgendwelchen Bouldern rauskomme. Pads auf den Weg geschmissen und los gings. Ohne ständig irgendwo mit den Pads hängenzubleiben fand ich dann auch schnell ein paar Weltklasseboulder.
Ganz zufällig hatte ich den Parkplatz fürs "V2, 8A" gefunden :-)
Motiviert holte ich die Pads nach und machte mich ans Ausbouldern. Viel zu tun gibts da eigentlich nicht, da der Boulder nur 4 Züge besitzt. Umso besser. Viel Zeit hatte ich eh nicht mehr.
Die Züge brachte ich schnell auf die Reihe, aber der Durchstieg musste dann doch noch einen Tag warten. 


"Altamira, 7C" konnte ich morgens auch noch klettern. Dieses wunderbare Ei wartet mit kühlschrankartigen Zügen und verlangt viel Spannung, die man vor allem auf die Heelhooks bringen muss. Oben raus wirds ein wenig eng, ist aber kein wirkliches Berührungsproblem. Nur eine Lampe sollte man mitbringen, da mit dem Laub auf den Bäumen kein Lichtstrahl auf diesen Boulder fällt.
Den Donnerstag verbrachte ich morgens am "Terminator, 8A" für dessen Crux ich endlich eine Lösung fand. Also gings auch relativ schnell daran Go's zu machen. Für den Durchstieg reichte es leider nicht, da meine Akkus für den Zug in die Henkelparade scheinbar einfach ausgeknipst wurden. Klassischer Stromausfall halt. Da kann man nix machen, außer ... weiterfahren ans "Steinbock, 8c"
Dort traf ich mich mit Tom und Jonas. "Steinbock" ist supersteil und hat eigentlich ausnahmslos gute Griffe. Der Start besteht in erster Linie aus Kompressionskletterei: Rechts hat man eine Sloperkante und links ein paar Leisten. Im Dach wirds dann spannungslastig und am letzten Zug durch einen Hepper nochmal richtig zum Durchstiegsproblem. 
Auch wenn wir nix hochgekommen sind, wars trotzdem ein geiler Tag. Klettern besteht nunmal zu 99% aus Fallen ;-) Leergepumpt gings tagsdrauf nach ein paar hilflosen Versuchen im "Terminator" und einer Ausbouldersession im "Flubber" wieder nach Mainz.
Ein paar wunderbare Tage waren es auf jeden Fall. Vielen Dank nochmal an Adam, der mich wie immer spontan bei sich aufgenommen hat :-)


Montag, 8. Oktober 2012

Neue Boulder braucht das Land

Diese Woche war ich mit Alex in Brione unterwegs und wer denkt, dass so ein klassisches Gebiet vollständig erschlossen ist, der liegt falsch. Schon auf der Fahrt erzählte mir Alex von neuen Blöcken, die noch zu putzen seien und zeigte mir die Fotos auf seinem Handy, die er im Frühjahr gemacht hatte.

Monduntergang am Mittwochmorgen

Ein Plan für den ersten Tag stand also schon auf der Anreise. Der Block musste geputzt und die Linien geklettert werden. Abends machten wir kurz noch Halt in Shollenen, einem kleinen Spot im Flussbett mit ein paar sehr guten Linien im 8A-8B Bereich. Leider wars hier so nass, dass wir das Ausbouldern auf einen anderen Urlaub verschieben mussten.
In Brione angekommen war auch hier alles nass. Die Blöcke im Wald trockneten auch nach mehreren Tagen nicht ab und so wurde das Bouldern insgesamt aufs Flussbett verschoben. Dort hatte allerdings das letzte Hochwasser ein Bild des Grauens hinterlassen und ich musste mir erstmal beim benachbarten Bildhauer eine Säge ertauschen. Gegen ein Bier und eine Rittersport wollte der mir gleich seine Kettensäge in die Hand drücken, was dem Ausmaß der Bäume auch angemessen gewesen wäre, allerdings läuft es sich mit der Kettensäge im Pad nicht ganz so gut. Ich entschied mich für die Handsäge, was aber auch gleichzeitig mehrere Stunden Arbeit bedeutete.

Alex beim Checken der Whirlpoollinie

Wie bereits gesagt war allerdings das Wetter an den meisten Tagen sehr feucht, so dass die meisten Projekte verschoben werden mussten. Bis auf den "Whirlpool, 8A", eine Linie an dem Block, von dem Alex mir die Fotos auf der Hinfahrt zeigte:



Den Boulder findet man, indem man vom unteren Parkplatz bei General Disarray, die Starße 200m flussabwärts läuft. An der 2. Leitplankenunterbrechung folgt man dem Pfad ins Flussbett. Man läuft quasi auf den Block direkt zu. Der Stehstart heißt übrigens "Bademeister, 7A". 
Demnächst gibts hoffentlich auch noch ein paar Boulder mehr, da wir die meiste Zeit der Woche mit Putzen und Landing bauen verbracht haben.

Dienstag, 11. September 2012

Testbericht: Chillaz - Sepp's Kletterhosn


Die Sepp’s Kletterhosn von Chillaz ist eine lange Kletterhose, die zu 70% aus Baumwolle, zu 28% aus Polyester und zu 2% aus Lycra besteht. Die Kniepartien sind leicht vorgeformt. Zudem ist hier das Material am dehnbarsten. Die Kletterhose besitzt Gürtelschlaufen, sowie zwei Hosentaschen. Verschlossen wird die Kletterhosn mit einem Druckknopf und einem Reißverschluss aus dem Hause YKK. Die Abkürzung steht übrigens für Yoshida Kōgyō Kabushikigaisha, der nebenbei der weltgrößte Reißverschlusshersteller ist. Am Hüftbund sind zwei elastische Bereiche eingearbeitet.


Die Kletterhosn von vorne, links und von hinten betrachtet


Erster Eindruck:

Die Hose fällt für Größe M relativ groß aus. Zum Vergleich: Ich trage normalerweise 33/34. Wie man auf den Bilder erkennen kann, darf der Kletterhosnträger also durchaus noch größer aber nicht viel kleiner sein.
Das Material erscheint mir gerade an den Kniepartien zwar dehnbar, allerdings dort auch am wenigsten robust. In den übrigen Partien ist der Stoff wesentlich fester, dafür aber auch weniger dehnbar.
Die Hose wiegt 400g, weshalb man insgesamt auch keinen zu dicken Stoff erwarten darf.                 

Tragekomfort:

Die Hose ist mit dem genannten Gewicht von 400g leicht und angenehm zu tragen und auch bei größeren Temperaturen (getestet bis 30°C) noch nicht unangenehm auf der Haut. Es gibt keine störenden Nähte oder Ähnliches.
Bewegungsfreiheit liefert die Hose genug, wobei ein etwas weiterer Schnitt an der Oberschenkelpartie nicht geschadet hätte.  
Durch den dehnbaren Bund ist der Hüftumfang von nicht so großer Bedeutung. Der Gummi ist dabei nicht so straff, dass man Ihn als störend empfinden könnte. Ist man allerdings zu dünn, ist ein Gürtel die einzige Option den Umfang des Hüftbundes zu reduzieren, was unter einem Klettergurt auch störend empfunden werden kann.


Klettern und Bouldern:

Die Kletterhosn hat vom Ägypter hinter den Ohren, über weites Ausspreizen und hohem Anstehen jede Bewegung mitgemacht. Letzteres kann bei vielen Hosen schnell zum Problem werden.
Eine Schwachstelle hat die Hose trotzdem. Dadurch, dass das dehnbare Material, das vor allen Dingen in der Kniepartie eingesetzt ist, die Hose dort besonders dehnbar macht, ist sie bei Knieklemmern nicht unbedingt ideal.
Wobei auch hier unterschieden werden muss. Der Standartknieklemmer, der einfach immer hält, geht natürlich auch mit der Kletterhosn. Da spielt die lange Hose vor allem für den Schmerzfaktor eine entscheidende Rolle. Da der Stoff dünn ist, darf man aber nur Linderung bei reibungsbedingten Schmerzen erwarten. Für Knieklemmer in scharfen oder spitzem Gestein sollte man dann besser auf eine dickere Hose zurückgreifen oder das Bein zusätzlich tapen. Für reibungsabhängige Knieklemmer ist die Hose durch das Elastan leider weniger geeignet.
Aber für diese Probleme hat der ambitionierte Kletterer wahrscheinlich eh sein Kneepad im Rucksack
liegen.

Fazit:

Insgesamt ist die Chillaz Sepp’s Kletterhosn eine rundum gut verarbeitete Hose ohne viel Schnickschnack.
Man sollte beim Kauf auf jeden Fall die Länge und die Weite beachten. M entspricht ungefähr der Länge 34-35. Unter einem gewissen Hüftumfang ist ein Gürtel notwendig. Ab Weite 33 hält die Hose aber auch so.

Freitag, 7. September 2012

Weltcup, Westdeutsche, Frankenjura

Die letzten Wochenenden war mächtig was los. Erst Weltcup in München, die Woche drauf Westdeutsche im Lead in St.Wendel und die letzten 2 Tage gechillt klettern im Frankenjura. Doch eins nach dem anderen.
Am Wochendende vom 25./26. August fand in München der letzte Boulderworldcup der Serie 2012 statt. Gleichzeitig war es für mich der erste Weltcup, an dem ich teilnehmen durfte. Montags und Mittwochs fand dann noch ein extra Training in der Boulderwelt statt, damit ich an den Volumen überhaupt ne Chance hätte.
Samstag war dann die Qualirunde. Um 11:20 sollte ich starten und so gings ne Stunde vorher in den Warmupbereich, wo man gleich merkte, dass hier doch ein ganz anderer Wind wehte, als auf den Deutschlandcups. 
Nach und nach kamen die Starter vom ersten Boulder zurück. Flash, 2nd Go, usw. alle ham se den Boulder getoppt. Normalerweise bin ich nicht mehr aufgeregt bei Wettkämpfen, aber wenn ein Publikum von 2000 Leuten vor der Wand steht, dann geht einem doch die Flatter, wenn man dann aufgerufen wird. Mir passierte dann, was ich gehofft hatte, vermeiden zu können. Ich verlor total den Plan und hatte keine Ahnung, was ich mit dem Boulder anfangen sollte. Zu viele Optionen im Kopf, aber keine durchziehbar. Scheiße! Das war's dann. Ohne Top in Boulder 1 hatte ich schon Angst mein Minimalziel nicht Letzter zu werden, könnte auch noch daneben gehen. 
Hinter der Wand trank ich dann nen guten Liter Wasser und mein Puls beruhigte sich wieder. Der Wettkampf war eh gelaufen und siehe da. 

Boulder 3 kurz vorm Top, leider hats nicht ganz gereicht
Die nächsten Boulder liefen dann auch schon wieder besser. Alles Kopfsache. Für mich war's samstags trotzdem vorbei und ich freute mich auf das Finale und die Afterclimb-Party. Wie die ganze Sache ausging weis eh schon jeder, wesshalb ich mir das Gelaber über das Finale spare. Auf jeden Fall war die Atmosphäre großartig und der Wettkampf extrem motivierend. Man sieht halt doch, dass Züge gehen, die man selbst nicht für möglich gehalten hätte.
Einen kurzen Zusammenschnitt vom Wettkampf gibts wie immer vom Udini:


Motivierend war auch die Party danach :-) Allein fürs Freibier und die Leberkässemmeln lohnt sich die Teilnahme am Weltcup. Montags heimfahren war dann leider nicht mehr drin und auch die Woche danach gings mir ziemlich dreckig.
Egal am Samstag wurde mit Seil angegriffen. Angemeldet hab ich mich bei den Westdeutschen nicht, da ich nicht auf Lead-Wettkämpfe stehe. Allerdings kann man schließlich auch nichts verlieren. Mit noch ziemlich üblen Magen und ohne Top in der Quali schaffte ich es dann als 10ter doch noch ins Finale. Eigentlich keine schlechte Ausgangsposition dachte ich. Man kann sich halt nur verbessern. Denkste. Die Tour hat mir zwar extrem gelegen, allerdings fielen 5 von 10 an der selben Stelle und da ich das mieseste Vorrundenergebnis hatte, landete ich auf Platz 7. Trotzdem ok dafür, dass es schließlich Gekabel war. Ein Videogibts auch. Hier bitteschön :-)

Vom Plastik hatte ich dann aber trotzdem genug und so gings die letzten 2 Tage, also Mittwoch und Donnerstag mit Stefan ins Frankenjura. Mittwochs haben wir uns zuerst, die nötige Portion Angst in schlecht gesichertem Bröselgelände abgeholt, um dann noch das "Holyfield, 10-" und das "Wounded Knee, 9-" zu probieren. Leider blieb uns beiden der Erfolg an diesem Tag an der Marientaler verwehrt.

Trockauer Wand

Donnerstags gings an die Trockauer Wand, die aktuell komplett trocken ist, was wohl nicht so oft vorkommt. Die Wand ist nördlich ausgerichtet und bietet somit ordentlich Schatten. Leider ist die Straße relativ nah, was zwar einen kurzen Zustieg, aber auch viel Lärm beschert. 
Stefan konnte diverse 8er klettern und ich toppte "Mars Attacks, 9-/9", "Blue Velvet, 9+" und "Steep Mud, 9+" Der Tag war also ein voller Erfolg und so gings gut getimed zurück, um dann 10min vor Zugabfahrt am Bahnhof in Weiterstadt anzukommen. Von dort gings dann direkt Richtung Mainz ins Blockwerk, wo der angeheizte Grill schon wartete :-)

Donnerstag, 30. August 2012

Testbericht: Black Diamond Gridlock - Srewgate



Beim „Black Diamond GridLock – Srewgate“ handelt es sich um einen warmgeschmiedeten Schraubkarabiner, der sich durch seine Konstruktion besonders für das Sichern mit den gängigen Methoden (GriGri, Atc usw.) eignen soll. Die Bruchlast beträgt 22 kN längs, 7 kN quer und 8 kN offen.

Erster Eindruck:

Der Karabiner weist keine optischen Mängel auf. Der Schnapper öffnet und schließt reibungsarm. Der Schraubverschluss ist leichtgängig und lässt sich durch kurzes Anziehen auch in der gewünschten Position (offen/geschlossen) fixieren. Durch die KeyLock Bauweise kann der Karabiner sich zudem nicht verhaken. Besonders ist, dass der Schnapper beim GridLock eine Verlängerung hat, die ein Verdrehen des Karabiners beim Sichern und eine dadurch mögliche Querbelastung verhindern soll. In diesem Bereich ist er jedoch etwas scharfkantig. 



Sichern mit GriGri

Beim Sichern ist das GriGri in die kleine Öse einzuhängen, sodass man den Karabiner mit der größeren am Gurt fixiert. Ein Verdrehen ist während des Sicherns nicht möglich gewesen und auch ein Verklemmen und Querbelastungspositionen konnten nicht entstehen.
Das Ein- und Aushängen des GriGris ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, da der Schnapper zweimal geöffnet werden muss. Erst muss der Schnapper geöffnet werden, um den GriGri in den Karabiner einzuhängen und dann ein zweites Mal, damit der GriGri in die kleine Öse geführt werden kann.




Einhängen des GriGris in den BD GridLock


Sichern mit Tubes und Ähnlichem

Hier wird gemäß Anleitung der Tube wie gewohnt in den großen Teil des Karabiners eingeklickt. Die kleine Öse wird nun am Gurt fixiert. Auch hier funktioniert der Verdrehschutz. Genau wie beim Sichern mit GriGri ist allerdings das Ein- und Aushängen wieder etwas gewöhnungsbedürftig.

Fazit

Der Karabiner gewährleistet guten Schutz gegen Querbelastungen und Verdrehen beim Sichern. Allerdings wird das Sicherheitsplus mit ein wenig mehr Zeitaufwand beim Ein- und Ausklippen bezahlt. Mit etwas Übung geht aber auch das relativ zügig und in Anbetracht der relativ niedrigen Querbruchlast von Karabinern sind die Extrasekunden doch recht nebensächlich. Insgesamt ist die Mechanik leichtgängig und gut verarbeitet.
Einziger Schönheitsfehler des Karabiners ist die scharfe Kante der Schnapperverlängerung. Diese kommt zwar kaum in Berührung mit dem Gurt, hätte aber nicht sein müssen.

Montag, 13. August 2012

Ausgeschlonzt

Nachdem letztes Wochenende bedingungstechnisch übelst für den Arsch war und das Wasser quasi aus jedem Griff getropft ist, gings die letzten 2 Tage kurzfristig nach der Summersession im Blockwerk mit extra wenig Schlaf zurück ins Franken. 
Diesmal sah man Chalk auf den Griffen, was Hoffnung auf einen möglichen Durchstieg machte. Worum gehts? Hierum:


"Monstermagnet, 10" konnte ich letzten Samstag endlich durchsteigen, nachdem ich im 2. Go nochmal die Beta um einen weiteren Toehook erweitern konnte. 


Nach dem pressigen Untergriffzug folgt ein guter Schlitz für die rechte Hand. Von dem gehts weiter in die sloprigen Löcher.


Von dem Sloper mit rechts gehts für links in ein 2-Fingeruntergriffloch. Den linken Fuß kann man auf einer Bank abstellen und man dreht das Dropknee rechts auf einem kleinen Dorn. Aus der Position Vollgas auf ein feuchtes 2-Fingerloch für rechts.


Man taucht nun unter dem Loch ab, um an 2 weiteren 2-Fingerlöchern durchzukreuzen. Ab hier ists mit den schweren Zügen auch schon vorbei und man kämpft sich mit gut angepumpten Armen zum Umlenker.
Am Tag drauf gings an den Rolandfels, wo ich mit "Nullkommanix, 10-" eine alte Rechnung von 2010 begleichen konnte. Also alles in allem ein ziemlich fettes schlonzfreies Wochenende :-)

Nächste Woche gehts dann nach München, wo ich das erste Mal auf einem Boulderweltcup starten darf.





Mittwoch, 8. August 2012

Plastic Fantastic ?!

Wer sich wundert warum der letzte Post nun genau einen Deutschlandcup her ist, nein ich bin nicht zu einem Plastikboulderer geworden und habe auch nicht die letzten 2 Monate im Trainingskeller verbracht.
Fakt ist: Meine Karre ist mal wieder verreckt. Diesmal auf dem Weg nach München. Nach gefühlten 8km Stau und ständigem Stop and Go hats die Kupplungsfeder nach der letzten Ausfahrt zerlegt. Mit der Reparatur von dem Drecksteil war meine Urlaubskasse dann endgültig leer. 
Es blieben noch die Tagesausflüge in die Pfalz und die Blockwerksessions bei geradezu tropischen Bedingungen. 
Letzte Woche bekam mein Auto nun endlich den Tüv und ich war wieder mobil :-) Der Plan war nun nach dem Wettkampf in Überlingen weiter ins Fränkische zu fahren. Liegt mit 410km auch direkt um die Ecke und es ist somit auch kein Problem die Strecke nach dem Cup um 24:00 Uhr noch zu fahren.

Fit fühlten wir uns irgendwie alle nicht, nachdem wir die Nacht zum Wettkampftag irgendwo auf dem Schulgelände neben dem Hauptbahnhof verbracht hatten. Eigentlich gab es 2 Optionen:
1. Option: Man wählt den Schlafplatz im Dunkel, der zwar mit romantischer Atmosphäre unter den Schulhofsbäumen lockt, riskiert dafür allerdings unglaublich viele Mückenstiche und von besoffenen Jugendgruppen angepöbelt zu werden.
2. Option: Man wählt die ruhige, dafür mit Flutlichtern ausgestattete Überdachung direkt hinter dem Schulgebäude mit dem Risiko, dass diese irgendwann in der Nacht angeschaltet werden.

Wir hatten von beidem natürlich nur das Beste. Nachdem wir vollends zerstochen waren und schon zwei Gruppen Jugendliche vorbeikamen wechselten wir zu Option 2 ,um morgens um 4:00 von eben genannten Lichtern geflasht zu werden. 
Nach der Regi um 8:30 gings in die Iso, um dann 10min vor Start zu erfahren wer in welcher Gruppe ist. Ich hatte das Glück in Gruppe 1 zu starten, was bedeutete: schnell fertig, dafür Sonnenbrand, da die ganze Wand nur eine einzige Schattenstelle bot. 
Das Halbfinale lief dann leider nicht ganz wie erwartet. Nachdem ich die Boulder irgendwie total vercheckt hatte reichte es dann am Ende nur für Platz 12. Überraschenderweise schaffte es Luke in sein erstes Finale und freute sich über Platz 5. Carina war mit Platz 6 auch mehr als zufrieden, da es auch für sie die erste Teilnahme an der letzten Runde war. Gewonnen hat am Ende Peter mehr als verdient mit 3 Flashbegehungen und einem Top und bei den Damen rockte Monika Retschy am meisten.




Danch gings wie schon gesagt aufgepowert mit Energydrinks Richtung Frankenjura. Um 3:30 kamen wir schließlich bei Nick und Nicole in Wiesenthau an. Der Sonntag war schwülwarm und trotzdem konnte man nach einem ausgiebigem Frühstück um 14:00 Uhr an trockenen Griffen an der Schlossbergwand klettern. Ich hatte diesmal irgendwie keine Lust auf Donnerkuppel, da gleich 3 Gruppen dort am ausbouldern waren und so nutzte ich die Gelgenheit "Monstermagnet" auszuchecken. Die Züge liefen schließlich so gut, dass ich die Exen hängen ließ, um am nächsten Morgen den roten Punkt abzuholen. 
Morgens angekommen erwarteten mich allerdings total schlonzige chalklose Griffe. 2 Versuche steckte ich trotzdem rein. Die nassen Untergriffe konnte ich erstaunt doch ganz gut festhalten. Der Dropkneezug zum Schlüsselgriff klappte, erreichte das 2 Fingerloch - schlonz- nachschnappen- schlonz und dann gings abwärts. Schade. Luke gab "Master Blaster" auch wegen einem nassen Untergriff auf und so wechselten wir von der Schlonzbergwand zur Heinrichsgrotte, wo Nick und Nicole das unendlich nasse "Rock Wrestling" auscheckten. Wir kletterten noch ein paar Touren im linken Wandteil, die allesamt trotz Dauerregen trocken waren und auch wunderbare Züge im 7.und 8. Grad aufweisen. Am Abend probiert ich auch die Züge vom "Rock Wrestling" und riss gleich zum Start einen riesen Brocken aus der Bröselwand. Nick zu Liebe verzichtete ich dann auch auf den Ausstieg, wo noch mehr Bröselhenkel warten und beschränkte mich auf die Züge im Mittelteil, die krasse Ägypter und Knieklemmer vorweisen. Alles in allem eine Hamertour nur halt'n bisserl feucht und bröselig.

Nach dem Abendessen mit Sarah gings dann ne viertel Stunde später in die Vollsperrung am Nürnbergerkreuz, wo wir 2 Stunden einfach nur standen. Es wurde also wieder spät bis wir in Bad Dürkheim ankamen; schön war das Wochenende trotzdem.

Im Übrigen: Noch mehr fantastisches Plastik demnächst im Blockwerk in Mainz  --  O-Ton: 



"Am Freitag, den 10.8. startet ab 17 Uhr die sommersession im blockwerk! Es gibt viele neue Boulder in allen Schwierigkeiten und natürlich einen Bouldercup. Wenn alle fix und fertig sind, wird das "rattlesnake orchestra" nochmal das letzte aus Euch rausholen. Vor ein paar Jahren haben die schon mal ordentlich für Stimmung gesorgt und wir freuen uns auf ihr Programm - die Junx haben ihre neue CD im Gepäck!!! Der Burgerladen aus Mainz baut außerdem seinen Stand bei uns auf und kredenzt frisch zubereitete Burger (auch Veggie!!) und Pommes. D.h. unser Grill steht am Freitag nicht bereit!! Wir freuen uns auf Euch! Eintritt: wie immer freitags."


Montag, 11. Juni 2012

Zwischen Plastik und Fels

Das Bouldern am Fels unterscheidet sich mehr und mehr von dem am Plastik. Doch zum 2. Deutschen Bouldercup in Auerbach im Rahmen des Kletterfestivals wollte ich doch nochmal testen, obs mit dem Geschiebe auf 120er Schmirgelvolumen mittlerweile besser klappt. Da Krissi und ich allerdings die zwei Tage vorm Cup auch noch Zeit hatten, wollten wir natürlich noch a weng die Fränkische genießen, die absolut perfekte Bedingungen mit 18°C und Wind bescherte. Als wir an dem Freitag mittags an der Klinge ankamen waren wir allein. Keine Sau da?! Normal ist immer die Hölle los, aber scheinbar waren alle im Süden beim Festival. Glück für uns :-) Krissi konte mit dem "Gemeinschaftsweg, 6" ihren ersten Rotpunkt verbuchen und ich konnte mit "Pocket Rocket, 10-" und "Headline, 9+" das Wetter auch entsprechend nutzen. Allerdings überforderte mich das Klettern mit Seil an diesem Tag doch ziemlich. Erst schaffte ich es in "Pocket Rocket" das Seil unter der Exe in die nächste einzuklippen und mich so kurz vorm Top zuzubauen, dann toppte ich diese Aktion noch, indem ich in "Headline" den Abseilklipper in den obersten Bühler hängte, allerdings in den vorletzten keine Exe mehr zurückhängte. Im nächsten Go kam ich dann über die Crux wollte klippen, hatte aber nix dabei und im Haken hing natürlich auch nix...Fuck. Abklettern wollte ich dann aber auch nicht mehr und so machte ich noch ein paar Züge mehr, die zwar leicht aber doch scarry waren.
Den Abend verbrachten wir bei Nick und Nicole, wo wir beim Barbecue viele Leute kennenlernen durften und auch Katrin und Luke trafen. Luke wollte auch in Auerbach mitmachen, allerdings sich am Tag vorher noch schonen und so gingen Luke, Katrin und Krissi zum Minigolfen. 

 Minigolf Action in Gößweinstein mit Katrin, Luke, Krissi und Sandy

Sandy hatte auch ihren persönlichen Erfolg, da sie auf dem Minigolfplatz ein Meerschweinchen erledigte. Die Viecher liefen frei herum, sodass man Sandy eigentlich keinen Vorwuf machen kann und eher zu der erfolgreichen Jagd gratulieren sollte. Die Besitzerin meinte, es sei das schönste Meerschweinchen gewesen und wollte 20 Euro haben, sie würde dann auch eine Quittung für die Haftpflicht ausstellen. Was sollte da bitte draufstehen? Meerschweinchenmord = 20€ zzgl.19% Mwst.?! Klar, dann nehmen wir noch 2 ;-)

Ich machte mich mit Steve und Ron auf an die Schlossbergwände, wo mir "Monster AG, 10-" und "Hilti Syndrom, 10-" gelangen. Ron und Steve konnten sich beide den Classic "Liebe ohne Chance, 9" abholen.

Steve bei einem Versuch in "Hilti Syndrom"

Abends am Schwimmbad in Betzenstein trafen wir dann alle anderen Kletterer und schmiedeten schon Pläne den Wettkampf tagsdrauf sausen zu lassen und stattdessen das Wetter noch ein wenig zu nutzen. Das Wetter wurde schlecht und so hatte ich dann auch kein schlechtes Gewissen doch teilzunehmen. Zu meiner Verwunderung verpasste ich mit nur einem Go das Finale und hatte so mit dem 7. Platz mein bislang bestes Ergebnis bei einem Deutschlandcup. Zum ersten Mal wurde auch ein bewegliches Element im Finale verbaut, was zum Boykott der Sachsen führte und Stefan eine unsanfte Kopflandung bescherte. Ich find die Teile im Übrigen ziemlich scheiße, aber das ist offensichtlich nicht nur meine Meinung ;-)
Den Pfingstmontag über probierte ich dann mit extrem zerstörter Haut "Donnerkuppel, 10/10+" und Luke "Master Blaster, 10-/10". Leider scheiterten wir an diesem Tag beide ziemlich knapp und beendeten den Frankenaufenthalt it einem Bier im örtlichen Biergarten.
Das Wochenende drauf fand dann im RockTown die Rheinland-Pfalz Meisterschaft statt. Nach einem miesen Start in der Quali, konnte ich im Halbfinale punkten und mich im Finale auf Platz 3 vorarbeiten. Doch das noch nicht genug 3 Tage später waren die adh-Meisterschaften in Leipzig. Hier gings zwar auch in die Finals, allerdings reichte mein Gleichgewichts-/Schiebesinn nicht aus, um mich vom 6. Platz aus zu verbessern. Egal, genug Plastik. Von der ganzen Schieberei hat man außer Krämpfe in den Oberschenkeln eh nix. Donnerstags und Freitags gings dann noch ein paar Stunden bei tropischen Bedingung und dem ein oder anderen Weltuntergangsregen an die fränkischen Überhänge. Mit "Nasenbohrer, 9+" und "Herkules, 9/9+" konnte ich noch zwei tolle Touren klettern, bevors wieder nach Mainz ging.
Der fehlende 3. Haken im "Herkules" wurde übrigens wieder ersetzt. Alles wieder safe :-)

Sonntag, 3. Juni 2012

Ostern in Bleau - Videonachtrag

Über Ostern gings ja nach Bleau. Frederic Zenner hat nun von "La Nuit, 7C" und "La Belle du Jour, 7C" ein kurzes Video zusammengeschnitten. Hoffe es gefällt euch :-)


Dienstag, 29. Mai 2012

Magic Wood

Die Fahrt über Christihimmelfahrt ins Magic Wood zeichnete sich vor allem durch das lange im Stau stehen aus. Insgesamt standen wir auf hin und Rückfahrt 5 1/2 Stunden im Stau, so dass wir locker noch ein drittes Mal hätten hinfahren können. Wir, das waren Gregor, Marc, Alfred und ich. Im Magic selbst war feiertagsbedingt natürlich einiges los, was die Dixi-Toiletten woh nicht mitbekommen haben und sich komischerweise nicht spontan verdoppelt haben. Was das bedeutet kann sich ja jeder ausmalen. Yammie ;-) Angenehmer wurden wir davon überrascht, dass doch einige Freunde ebenfalls die Fahrt ins Magic angetreten haben und so der Boulderaufenthalt sehr gesellig wurde. Mir gelang mit "Jack's broken heart, 8A/A+" ein toller Leistenboulder und mit "Rythmo, 7C" eine erstklassige Kantenkletterei. Gregor konnte sich mit "Unendliche Geschichte 2, 8A" einen weiteren Boulder in diesem Grad abholen und Alfred boulderte seine erste 7C mit "Jack the Chipper".


Sonntag, 22. April 2012

Oldschool Rocks --> Bouldern und Klettern im Franken

Nachdem meine Finger mir vom bleausarden Sandstein doch etwas verwöhnt vorkamen, musste schnell etwas getan werden, um sich wieder ein wenig Schmerztoleranz anzueignen ;-)
Nein Spaß beiseite. Aufgrund Katrins Knöchelverletzung in Bleau und die darauf folgende Op in Bamberg kam ich trotz des bitteren Hintergrunds unerwartet und kurzfristig in den Genuss nochmal im Franken vorbeizuschaun. Adam zeigte mir gleich dienstags mit "Burg Saburac" (8A) eine erst 2011 von Fabian Christof erstbegangene Perle im Frankenland. Daher freute es mich sehr gleich  am ersten Tag eine Begehung dieses geilen Boulders mit den letzten Sonnenstrahlen der Woche mitnehmen zu können.
Tagsdrauf war dann auch schon Weltuntergang. Einzige Option: Waischenfeld, das auch bei übelstem Schuttwetter nicht abstürzt und man so noch trocken bouldern kann. An diesem Oldschoolfels gibts einige harte Nüsse, die vor allem Fingerkraft fordern.  An diesem Tag gelang mir "Rampino" (7C). Adam und ich checkten dann noch "Tanz der Armlahmen" (8A+) aus, da auch für die folgenden Tage das Wetter nicht besser gemeldet war. Wegziehen konnten wir es allerdings nicht mehr. Ich sammelte also Katrin dann freitags wieder im Krankenhaus ein und wir genossen dann noch den Abend beim Barbecue in Bad Dürkeim. 




  Die ersten Züge vom "Tanz der Armlahmen"

Eine Woche später bot sich aber wieder die Gelegenheit ins Land des Rotpunkts zurückzukehren. Klaus Ruppert konnte diesen Freitag und Samstag Zeit für sein Projekt "Aroma del Sol" 8b am Waischenfelder Turm aufbringen und so starteten wir morgens um 9 Uhr in Mainz. Gerade angekommen hängte Klaus die Exen ein und ich nutze die Zeit zum Warmup und zwei schnelle Go's im "Tanz der Armlahmen". Im ersten Go rutschte mir der Fuß nach der Crux und ich stand plötzlich auf dem Boden. Shit. Der 2. endete dann allerdings unverhofft mit dem Top. Yeah :-) Geiler Start.
Nach einem krassen Abgang vom Klaus beim letzten Zug der Tour schaute ich mir nochmal das "Landlords" 8A+/B an, bei dem ich mir letztes Jahr meine Finger geschrottet hatte. Diesmal lief alles safe und ich konnte eine super slow Begehung mitnehmen. Nice. :-) 


 Die Monozüge vom "Landlords"

Gekrönt wurde dann unser Waischenfeldbesuch mit Klaus Begehung von "Aroma del Sol". Besser kann ein Kurzurlaub nicht starten. Der Tag war aber noch nicht vorbei und so schauten wir uns noch "Nosegrind" (8b) an. Diese Tour hat einfach alles was man sich wünschen kann und ist definitv einen Versuch wert. Leider konnte ich wieder feststellen, dass 7B+ Boulder nach einem 8er Einstieg auch ganz schön schwer sein können und meine Ausdauer einfach noch nicht zum Kabeln reicht. Nach 8 Stunden klettern/bouldern gings dann zum verdienten Feierabend Bier in die Kneipe, um den Tag gebührend zu beenden.
Am 2. Tag gings in den Krottenseer Forst wo ich mir "Fountain Head" (8A) nach knapp einem Jahr mal wieder anschauen wollte. Züge gecheckt und im 2. Go abgeknipst :-) Weiter gings dann wieder mit Routenklettern mit "Underdog" 8b, das vom Charakter sehr boulderartig ist. Die Bedingung waren Top allerdings hatte der letzte Tag deutliche Spuren in unseren Fingern hinterlassen, sodass "Underdog" als auch die Touren "Simon" (8a+) und "Hart Neun" (8b) einen weiteren Besuch fordern.
Heim gings dann mit schlechten Nachrichten aus Kaiserlautern. Meine Freundin Krissi war mit meinem Auto unterwegs, das plötzlich einfach ausging und glücklicherweise 100m vom Ziel entfernt stehenblieb. Nach frühmorgendlicher Anreise und Diagnose vom Pannendienst hieß es dann: Zahnriemen gerissen. Das ist halt mal ein Scheißdreck. Aber die guten Boulder/Klettertage waren dann doch ein Trost fürs Gemüt in Anbetracht der kommenden Kosten. Mit den Worten von Lucas Menegatti: "Climbing is our medicine."

Donnerstag, 19. April 2012

Videonachtrag zum letzten Bleautrip

In der Woche vor Ostern gings wieder nach Bleau. Leider waren es mit mehr als 20°C alles andere als Topbedingungen. Allerdings hatten wir mit unseren Freunden ein paar gechillte Tage auf dem Campingplatz nahe Buthiers. Ein paar 7Cs sind mit La Nuit, La Belle du Jour, Respire, Dosage und Symbiose aber trotzdem gefallen :-P




 

Mittwoch, 18. April 2012

Neue Seite "Friends"

Rechts in der Seitleiste findet sich nun eine neue Seite. Auf dieser Seite findet ihr Berichte von Freunden. Alexander Förschler macht den Start-Up und schreibt über seinen Fontainebleauurlaub mit seiner Freundin Esther. In diesem Urlaub konnte er mit Elephunk ein weiteres Highlight im Grad 8B abknipsen.
Stay tuned :-)

Donnerstag, 29. März 2012

Can't get enough of Fontainebleau

Es sind noch immer Semesterferien und die freie Zeit will dank des guten Wetters auch zum Bouldern genutzt werden. Mein Plan war eigentlich ins Tessin zu fahren, um dort noch offene Rechnungen des letzten Trips zu begleichen. Allerdings wollte keiner mit, da es in Frankreich deutlich milderes Wetter hatte.
Also traf ich mich mit Martin abends nach einer Schraubersession im Blockwerk in Trier, um von dort aus nach Bleau zu düsen. Wir merkten relativ schnell, dass sich die Bedingungen im Vergleich zu 2 Wochen vorher drastisch verschlechtert hatten, wesshalb wir beschlossen nur noch morgens und abends richtig hart zu bouldern und den Mittag eher chillig mit Kaffeekochen verbacheten.
Donnerstags morgens gings nach Rempart, wo ich versuchte eine alte Rechnung mit "Big Golden assis" zu begleichen, was allerdings durch die südseitige Ausrichtung des Blocks vereitelt wurde. Daraufhin sind wir in den Schatten von Rocher Cassepot ausgewichen. Dort konnten wir dann "Triple Axel 7B+" und "Cent Pofs et Sans Reproche 7C" eine Begehung abringen. Nice :-)



Martin in "Double Axel" und ich in "Cent Profs et Sans Reproche"

Tags drauf gings dann erst Richtung "Opium" und dann an den Elephant Ouest. Aufgewärmt haben wir uns dort an der tollen Highballlinie "Dalle à Poly", um später an das größe Dach zu laufen, wo sich Martin und Gregor die geile Sinterdachlinie "Splatch 7B" abholen konnten.

Dennis in "Dalle à Poly"

Martin und ich konnten ein par Minuten drauf den fetten Dyno "Air Sweden 7B+" klettern, der eben nicht einfach nur nach oben, sondern horizontal durchs Dach zieht. Damit war der Tag dann aber noch nicht zu Ende. Zum Abschluss gings dann noch nach Manoury . Hier warteten warme Sloper auf uns. Nichtsdestotrotz konnte Martin "Baloo 7A+/B" und ich noch "Bagheera 7C " klettern. Baloo ist ein Untergriffproblem, das einem einiges an Spannung abverlangt, wogegen Bagheera am selben Block durch seine weiten Züge an perfekten Slopern besticht.
Die Nacht verbrachten wir diesesmal auf dem Sabot-Parkplatz, da es dort fließend Wasser gibt und es sich auch kilometertechnisch für den nächsten Tag anbot, den wir in Roche aux Oiseaux starteten.
Morgens trafen wir noch Scott und Kaddi die sich das gleiche Ziel gesetzt hatten. Scott und ich probierten derweil "La Mandarine 7C+", eine schöne überhängende Kante, an der vor allem weites Gepatsche und Kompression angesagt sind. Relativ unerwartet hing ich nach einigen Abgängen auf den unterliegenden Stein dann plötzlich am Schlüsselsloper, noch einmal Beine anziehen und oben raushenkeln. Shiggadang :-)   Gregor und Leo kamen dann später auch noch ins Gebiet und probierten zusammen mit Martin "Satan m' habite 7B+". 


Gregor spottet Martin in "Satan m' habite"

Am Abend probierten die Beiden dann noch "Vandale" und ich "Contre Sens", indem die Abgänge wirklich filmreif sind, wenn man fastkopfüber vom Top fällt. Beide Boulder waren etwas zu stark für uns, desshalb werden sie kommende Woche auch wieder attackiert ;-)
Sonntag = letzer Tag. Die wertvollen Stunden verbrachten wir in Sablons und in Isatis. "Modulor 7B+" hieß Martins und mein Ziel. Martin konnte es  relativ schnell wegknallen, während ich aufgrund meiner Armlänge nach einer alternativen Beta suchte. Nachdem ich meine Variante gefunden hatte und ich quasi mit meiner Brust bereits den Fels berührte gings klavierspielartig von Griff zu Griff bis ich endlich obendraufstand. Mit "Iceberg 7C" konnte ich dann in Isatis noch eine alte Rechnung begleichen und somit zufrieden den Vorheimwegskaffee am Auto kochen. Aber Samstag gehts ja wieder los. Mal schaun was dann läuft :-)

Sonntag, 11. März 2012

Ticino 24-4

Was sich hinter dem Titel verbirgt kann man eigentlich leicht erahnen. Alex und ich machten uns für vier Tage auf ins Tessin, wobei wir dank meiner am Tag vor der Abreise angekommenen Nightsessionlampen nicht durch die Dämmerung limitiert waren.

Unser Basecamp: Alex brutzelt Schupfnudeln mit Speck :-)

Alex Ziel dieses Urlaubs war Vecchio Leone (8B) einer der Classics in dem Grad in Europa. Bei seinem letzten Trip scheiterte er knapp und so stapften wir ziemlich gepsyched den Weg in den Wald hinauf, um festzustellen, dass der ganze Boulder mit Kondensat überzogen und somit unkletterbar war. Wir schauten uns nichtsdestotrotz noch weiter um und stellten fest, dass die Boulder allesamt ziemlich übel beieinander waren, allerdings konnten wir im Schein der Lampen noch die Züge vom Salamandre (8A) auschecken. Dabei riss ich leider auch einen der Startgriffe heraus, auf welchem man im Folgenden auch einen Knieklemmer legt, der nun ein kleinwenig mehr Spannung aus der Wade bedarf. Insgesamt handelt es sich bei dem Boulder um eine athletische Kletterei an Zangengriffen.
Der nächste Tag startete leider nicht viel besser: Nachdem wir unseren Kaffee gekocht hatten fing es an zu nieseln und die Feuchtigkeit in der Luft konnte man förmlich riechen. Im Flussbett sollte dennoch was gehen und wieder jeder Erwartung zeigte sich auch die Sonne schon während unserem Warmup am Henkelgeplänkel das ungefähr bei 7A eincheckt.
Später zeigte mir Alex noch den Ballermann einen schönen 7B+ Bug, der von Marc Stellbogen geputzt und erstbegangen wurde. Den Mittag verbrachten wir an Alex Project Pro Touch, dem er auch in diesem Urlaub leider keine Erstbegehung abringen konnte. Vier Mal flog er beim letzten harten Zug. Das Tessin wird also in nächster Zeit nochmal um einen schweren Boulder reicher.
Alex Boulder Blue Lagoon (7C+) kannte ich ja schon aus seinem Video, allerdings ist der Spot des Boulders mit der darunterliegenden Lagune in der Realität geradezu überwältigend. Den Boulder konnte ich mir im ersten Go abholen, sodass noch Zeit war nochmal zum Lurch in den Wald zu rennen. Also Lampen ausgepackt und die Zangen quetschen bis nichts mehr geht.
Im Durchstiegsgo hatte ich dann auch noch durch den Klemmer einen Krampf in der Wade, sodass ich die kleinen Tritte danach mit dem Gefühl eines Backsteins anstand. Den Schlüsselzug schaffte ich irgendwie trotzdem, allerdings musste ich mein Bein im Ausstieg mehrmals dehnen, um die nötige Präzesion auf die Tritte zu bringen. Hat aber ales irgendwie geklappt, aber unsrere Verfassung schrie nach einem Ruhetag, den wir am Mittwoch Morgen dann auch mit Kaffee in der Sonne und anschließendem Boulderputz einleiteten. In der Dämmerung packte mich dann aber doch nochmal die Sucht und wir liefen abermals in den Wald um Amber (8A+/B) zu probieren.



Der Boulder wartet mit kompressionsartigen Zügen und kam mir so durch die vielen Bleauurlaube etwas entgegen. Am nächsten Tag passten dann auch endlich die Bedingungen, die mit 5°C und Wind nicht hätten besser sein können. Sending Time :-) Nachdem ich die Einzelzüge nochmal gecheckt hatte, machte ich den 1. Go und fiel direkt oben an der Lippe ab, dass passierte auch gleich noch weitere 6 Mal, bis ich meinen Kram wieder zusammengepackt hatte und um einige Lagen Haut ärmer schon weiterziehen wollte. Alex schaute sich allerdings noch ein paar umliegende Blöcke an, also beschloss ich noch einen letzten Go zu starten. Die unteren Züge hatte ich nun lässig drauf und diesesmal hielt auch mein Hook bis ich die Ausstiegsgriffe in der Hand hatte. Noch rausschierbeln, nice, der Go hate sich gelohnt :-) Amber ist bislang mein schwerster Boulder in dem Style, aber es fühlt sich so an, als sei da noch Luft nach oben. Nun war auch Vecchio Leone trocken und Alex legte im dritten Go einen atemberaubend lockeren Durchstieg hin. Zum Abschluss gings dann noch ans Fake Pamplemousse (8A) ,der schon sehr stark einer Systemwand ähnelt, was die Qualität jedoch nicht schmälert. Ich probierte mich am Originalstart, der zwar etwas unlogisch ist, da dass Flussbett nicht mehr die alte Höhe hat, trotzdem meiner Meinung nach einen Teil der Schwierigkeit ausmacht. Der Topout schien möglich, also wollte ich auch diesen anhängen, aber er stellte sich als besonders griffarme "schwarze Gemüseplatte" heraus. Überlebt habe ich trotzdem da weiter links ein netter Sloper erreichbar war.

Alex bei einem Versuch in Special Edition

Zum Abschluss des Urlaubs blieb nur noch Special Edition (7C+) zu klettern. Dieser Block steht etwas abseits und ist vom Charakter her sehr bleauähnlich. Die Kompressionszüge stellten sich als leichter heraus als erwartet, sodass sich die Crux leider auf einen Zug beschränkte. Trotzdem ein toller Boulder, den man Mal gemacht haben sollte.
Damit war der Urlaub dann leider schon vorbei. Durch das Potenzial an guten Bouldern und die hohe Projektdichte ist ein baldiges Wiederkommen jedoch nicht grade unwahrscheinlich ;-)

Sonntag, 12. Februar 2012

Rockin' Rempart

Kalt ists zurzeit. Da macht man nur ungern den Schritt vor die Tür...es sei denn man befindet sich auf dem Weg zum Auto, um direkter Weise nach Fontainebleau aufzubrechen.
Als Dominik und ich unseren Kram im Auto verstauten, hatten wir schon noch gewisse Zweifel, ob denn in Bleau was geht und rechneten uns eine 50-50 Chance darauf aus, dass uns eisüberzogene Blöcke bei sibirischen Bedingungen erwarten, die eigentlich ein direktes Umkehren verlangen, gegen absolut perfekte Bedingungen. Dazwischen gabs eigentlich nix.
Als wir in Bleau ankamen war von Schnee keine Spur und die Luftfeuchte betrag nur unglaubliche 35%. Die Felsensucht staute sich schon die ganze Fahrt über an und so wählten wir Rempart als ersten Zielspot, parkten das Auto am Schnellzustieg und liefen voller Vorfreude mit Gepäck und Hund zu den Blöcken. Durch die Lage Remparts hat man eigentlich den ganzen Tag Sonne und so wars sogar möglich im T-Shirt zu bouldern :-) Aufgewärmt haben wir uns an einer unbekannten 7B, die wir beide schnell klettern konnten


und am "Immodium" einem tollen Dyno, den man entweder gegen die offene Tür oder mittels Ninjatechnics springen konnte.


Der Sitzstart war schnell angefügt und so gings dann an etwas Schwereres. "Fourmis Rouges" und "Big Boss" hatte ich noch von meinen letzten Urlauben offen. Angesichts der großartigen Bedingungen und meiner endlich auskurierten Verletzung meiner Finger gingen beide Boulder in nur wenigen Versuchen :-) So kann ein Boulderurlaub starten.
Motiviert gings dann ans "Gourmandise". Auf dem Weg dorthin kam mir lustigerweise Olivier entgegen, mit dem Haroun und ich während den Dreharbeiten zu "Better than Choclate" zwei fette Wochen im Magic Wood und Tessin erlebt haben. Am Block selbst waren schon Jimmy, Lucas und Brooks am Gange, denen wir uns dann einfach angeschlossen haben. Jimmy knallte zuvor schon "Kheops assis" weg und zeigte uns nun beeindruckend wie leicht ein 8A+ Boulder ausschauen kann. Mittlerweile hat er auch "The Island" , "Partage" und nen ganzen Haufen anderer schwerer Boulder weggezogen. Die Züge vom "Gourmandise" galangen mir zwar nicht alle, aber es war trotzdem sehr motivierend nach dem letzten Jahr endlich wieder was Schweres probieren zu können. Gegen Abend ließ ich dann noch ein paar Versuche im "Atresie" und "Blitz assis" von dem mir das letzteres dann tagsdrauf auch gelang.
Am 2. Tag gings nach Bas Cuvier, wo Dominik mit "Carnage assis" noch eine alte Rechnung beglich. Leider scheiterte ich an "Apotheose", konnte dafür aber "Infidèle" bouldern und eine astreine Begehung von "Hypothese" durch einen älteren Herrn beobachten.
Den Abend verbrachten wir dann wieder in Rempart, wohin uns dann auch noch die Luxembourger Yves, JM und Pierre begleiteten.
Sonntag: Warmup in Isatis, dann wie sollte es anders sein: Rempart :-D Das Gebiet hat einfach zuviele geile Boulder um woanders zu frieren. Der Plan für heute war "Noir Desir" und "Manolo". Manolo ist ein kleines Dach- und Mantelproblem, dass auf jeden Fall durch seine abgefahrenen Bewegungen besticht. Fußklemmer, Toehooks durchlaufen und rausdrücken :-)
Daneben hatte es noch eine scarry 7B "Ou are You?", die ich vor unserer Abfahrt ins kalte Deutschland noch mitnehmen wollte.

Nachdem ich zweimal ganz oben abgegeangen bin, rutschte mir im Durchstieg dann auch noch der Fuß und ich zitterte mich über die schlechten Marmorsloper auf den Block. Nice und gleichzeitig schade, dass es wieder zurück ging. Aber mit "Cannibal Corpse" wartet auch in HD noch ein Sahneboulder, der unbedingt noch einer Begehung bedarf :-)