Freitag, 25. November 2011

Very British Fontainebleau

So wieder mal nach Bleau: Mein Finger ist immer noch zerstört und das Tessin fällt somit systematisch aus den Urlaubsplänen raus. Letztes Wochenende war das Wetter wirklich gut gemeldet und so machten wir Philipp, Alex F. und ich uns doch relativ spät Donnerstags abends auf dem Weg nach Bleau. Wir hatten nicht die geringste Ahnung, was uns die nächsten Tage in Bleau erwartet, nur der Nebel, der manchmal nur ein Schleichen bei etwa 10m Sicht möglich machte gab ein leise Vorahnung.
Am nächsten Morgen startete unser Fiat Richtung Rocher Canon. Alles ausgepackt 100m gelaufen gings auch schon wieder zurück und alles wurde wieder in die Karre verpackt. Nicht ein einziger trockener Spot am Fels. Dasselbe in Gorge aux Chats und Roche aux Sabots...fuck was soll das werden?

Strahlend blauer Himmel und alles nass? So krassen Nebel hatte ich auch noch nicht erlebt. Unsere letzte Hoffnung war also der Cul de Chien und wir wurden nicht enttäuscht. Bei 15°C im Schatten und +20°C in der Sonne wurden in kurzer Hose und oberkörperfrei Mitte November soviele trockenen Boulder niedergerungen wie möglich.


Wer schonmal in Bleau war, der weiß dass auch die vermeintlich leichten Sachen ganz schön harte Nüsse sein können und in Bleau im Gegensatz zum Tessin nicht weniger schön sein müssen als die Schweren. Allerdings war die Nacht nebelfrei gemeldet und so sollte am nächsten Tag dann hart angegriffen werden.


Wie man deutlich erkennen kann war der Alex vom Angreifen besonders begeistert und hat dann auch gleich in Gréau nach 2 stündigem WarmUp-Lernen das "Jeu t'es Fou assis" niedergerungen. Später am Tag gings dann zum Elephant, wo Philipp mit "Le Coeur" seine erste 7A in Bleau bouldern konnte und gleich nen Classic abgeräumt hat. Ich konnte mit "La Barre Fixe" noch eine alte Rechnung begleichen und Alex räumte den Boulder mit einer Monostartvariante auch mal eben schell ab :-)

Aber noch war die Sonne nicht untergegangen und so liefen wir noch ans große Dach im Sektor Ouest. Hier boulderte Alex "Splatch" und ich probierte "Air Sweden", scheiterte jedoch knapp, da ich immer mit einem Fuß das Pad streifte. Den Jump ohne Pad zu probieren war mir nach diversen Rückenaufschlägen dann aber doch zu scarry. Im Dunkeln gings zurück zur Straße, wo wir es dann noch geschafft haben, à la "Ey mann wo steht mein Auto?" in die falsche Richtung zu laufen und erst 15min später das Auto gefunden haben.
Eclairs und Eierkuchen lieferte dann die für den letzten Tag nötige Energie, welche in 95.2 aufgebraucht werden sollte. Teammäßig wurde der ganze "Rudeboy"-Block gebouldert werden.
Ich boulderte "Rudeboy", "Les Pieds dans la Lune" und "Sens Dessus Dessous". Alex und Philipp machten "Duel dans la Lune" und der Abschluss gelang Philipp mit dem Dyno "Zyno".


Anschließend gings Richtung "L'Ange Naif" der Alex leider nicht so taugte und so probierten wir den zwar etwas definierten aber umso geileren Sprung "Jafesse Connexion Airline". Ein fettes Gefühl, wenn die Sloper oben halten :-) Direkt gegenüber konnte ich mit "Coince et Dance" noch eine echte Perle bouldern. Der Block ist nicht besonders auffällig, aber wartet mit genialen Moves.
Eigentlich wollten wir nun noch am Rocher Souris auf dem Rückweg noch ein paar Boulder machen, jedoch ging mit der Sonne auch der Grip unter und die am Morgen noch trockenen Boulder trieften vor Feuchtigkeit und ganze Sturzbäche liefen den Block hinunter. Damit war der Trip beendet und es ging ins kalte Mainz zurück. Wenn auch die Bedingungen nicht gepasst haben, bescherten uns die 15°C ein willkommenes Sommerfeeling mitten im November.

Mittwoch, 9. November 2011

19. Exhaus Cup 2011


Am 17. Dezember startet wieder der einzig wahre und wahrscheinlich auch älteste Bouldercup Deutschlands.
Wie jedes Jahr erwarten euch um die 100 Boulder, die es in der Qualizeit von 11:00-18:00 zu lösen gilt. Von fiesen Leisten, fetten Slopern, krassen Dynos ist also alles geboten wonach der Pump im Arm verlangt. Keine Angst ihr müsst natürlich nicht alle Boulder lösen, denn mit steigender Schwierigkeit gibt es auch mehr Punkte. Ihr habt also die Wahl ob ihr euch vor ein Brett hockt und das den Tag lang projektiert oder ganz viele leichtere Boulder löst. Um 19:00 kämpfen dann die 6 besten Damen und Herren gemeinsam um den Tagessieg.
Die Sieger erwartet wie immer eine tolle Preisverleihung, die von Kleine Fluchten Trier, Felsenkind, Jubel-Ware, sowie kletterszene.com und monkee gesponsert wird. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung auch in wirtschaftlich harten Zeiten.

Der ganze Spaß kostet euch 15 Euronen incl. T-Shirt. Essen, Kaffee und Bier gibts den ganzen Tag in unserem Café.

Facts:

Wann?--> Sa, 17.12.2011
Wo? --> Trier, Zurmaiener Str. 114

-Einlass um 10:00
-Quali von 11:00-18:00
-Finale um 19:00

Donnerstag, 3. November 2011

Kühlschrankbouldern

So die vorlesungsfreie Zeit ist nun endlich vorbei und ich habe wieder Zeit wegzufahrn und mich um die wichtigen Dinge des Lebens zu kümmern :-) 9 Wochen Praktikum fertig, fett. Leider hab ichs halt geschafft meine Finger nun nach diversen Entzündungen auch noch richtig zu schrotten. Kaum war alles wieder in Ordnung eine Leiste zuviel gestellt und "batsch" ein Ziehen im linken Mittelfinger und Schmerz. Da ging erstmal nix mehr.
Nach zwei Wochen konnte ich allerdings dann doch schon wieder leicht bouldern, aber der Boulderurlaub nach meinem Praktikum war schon fest eingeplant. Den Umständen entsprechend gings nach Bleau, um die schönsten Kühlschränke der Welt zu bouldern. Dort traf ich mich mit Martin und Simon aus Aachen, die für einige Zeit in Isatis wohnten. Auf dem Boulderplan standen "Pancras assis" und "La Gaule", das ich mir schon zuvor angeschaut hatte. Weite Kompressionszüge an guten Auflegern mit maximaler Spannweite und entsprechendem Pumpfaktor. Genau mein Wetter :-)
Beides wurde dann auch entsprechend niedergebouldert und um es spannend zu machen La Gaule erst am letzten Tag :-). Simon und Martin und ich erkundeten dann noch einige andere Spots zu denen man dann doch eher selten hinpilgert. Simon der durch seinen mittlerweile 4 wöchigen Ausflug zu Bleausard mutierte knüppelte kurzerhand "Fata Morgana" nieder und scheiterte nur knapp an dessen Lowstart. So gings also nochmal nach Coquibus, wo ich mit Martin "Tonnerre de Brest" probierte und nach einigen lustigen Abgängen, bei denen ich mir fast das Knie ins Gesicht gerammt hätte, auch aussteigen konnte.


Fett, solange es noch den ein oder anderen schmerzfreien Boulder gibt, ists mit dem Finger auch nur halb so schlimm. In Bleau gibts dann eben doch genug Auswahl.
Martin war dann ganz angetan von dem Boulder nebenan. Einer ca. 6m hohen Linie mit guten Leisten und weiten Zügen. Ich war aufgrund der Leisten dann erst etwas skeptisch fand allerdings dann doch noch einen Weg die Steller am Start zu umgehen. Heikel wurde es dann auf 4m, wo man einen schechten Seitgriff etwas wackelig anlaufen muss um zu den Abschlusshenkeln zu gelangen. Martin doppelte das Schüppchen und eine offene Tür wäre hier sicher fatal gewesen. Durch einen geschickten Knieklemmer konnte er diese aber umgehen. Den Name "Psychotrope" fanden wir daher auch recht treffend. Nach einigen Abgängen war dann auch klar, dass man den Rückenbrecher, der aus dem Boden ragt, nicht trifft . Am Ende standen wir beide glücklich obendrauf. Es kommt eben nicht nur auf den Grad an.
Insgesamt waren es fette 4 Tage mit guten Freunden und perfektem Wetter; französiches Savoir Vivre in diversen Koch- und Cafésessions bildete dann noch das Sahnehäubchen. Nur das mit dem Bier müssen die Franzosen noch üben.
Heute gehts dann nach Kassel, um noch mehr Sozializing zu betreiben :-) und um zu testen wie kaputt meine Finger wirklich sind. Haha. Mal schaun was geht...